Paul Schroeter (Verwaltungsjurist)

Paul Julius Sigismund Schroeter[1], seit dem 11. Juni 1902 Paul von Schroeter (* 8. Februar 1858 in Breslau; † 30. Dezember 1907 in Nieborowitzer Hammer im Kreis Rybnik Oberschlesien[2]) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Fideikommissbesitzer. Er war der Bruder von Heinrich von Schroeter.

Leben

Die Eltern waren der kgl. preuß. Geheime Regierungsrat Hermann Schroeter (1824–1880) aus Breslau und Berta Elisabeth Korn, ebenfalls aus der schlesischen Hauptstadt stammend. Der Vater agierte zeitweilig als Staatsanwalt.

Paul Schroeter besuchte das Breslauer Maria-Magdalenen-Gymnasium. Er studierte an den Universitäten Breslau, Tübingen und dann wieder Breslau Rechtswissenschaften. 1876 wurde er Mitglied des Corps Borussia Breslau.[3] 1877 schloss er sich dem Corps Suevia Tübingen an.[2] Nach dem Studium trat er in den preußischen Staatsdienst ein. 1891 wurde er zum Landrat des Landkreises Tost-Gleiwitz ernannt. Am 11. Juni 1902 wurde er in den preußischen Adelsstand erhoben, mit kaiserlicher Erlaubnis wurden außerdem seine Stiefsöhne Otto und Kurt unter dem Namen Friedrich-Schroeter ebenfalls in den Adelsstand erhoben.[4] Am 1. Oktober 1905 legte er das Amt des Landrats nieder.[5] Bei seiner Entlassung aus dem Staatsdienst wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt.[6] Er wurde Mitglied des Provinzial-Ausschusses.

1891 heiratete er Anna Friedrich (* 1863), geb. Hegenscheidt, Witwe des Hauptmanns Paul Friedrich. Anna, sie stammte aus Gleiwitz, und Paul von Schroeter hatten zwei Töchter. Irma (* 1892) heiratete Max von Rupert, Regierungspräsident a. D. und Oberleutnant d. R. a. D. Irma und Max von Rupert waren Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft (D. A. G.). Tochter Wilma (* 1894) heiratete 1917 den Rittmeister Herbert Ruediger, Vorstand der Ostdeutschen Holzverwertungs AG mit Sitz im schlesischen Beuthen.

Schroeter war Besitzer der Fideikommisse Schyglowitz und Nieborowitzer Hammer im Kreis Rybnik.[7]

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 700 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1915. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 857 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1939. Einunddreißigster Jahrgang, Jahrgang Justus Perthes, Gotha 1938, S. 548–549. Siehe: FamilySearch.
  • Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1972. Band X, Band 52 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 413 f.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B. 1972. Band X. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 415.
  2. a b Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 129, 298.
  3. Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 29 (Corps), 503 (Lfd. Nr. dort). PDF
  4. Siehe Literatur: Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B. 1972. Band X. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 161.
  5. Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Landkreis Tost-Gleiwitz Verwaltungsgeschichte und Landräte, In: Territorial.de.
  6. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Bestand I. HA Rep. 77 (Personalakten Nr. 2520)
  7. Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 78, 581.