Paul Meister (Politiker)

Paul Meister (* 23. Juli 1902 in Schwerte; † 9. Januar 1983 in Detmold) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Paul Meister besuchte nach der Mittleren Reife an der Realschule Plettenberg ein Konservatorium und begann nach einjähriger Tätigkeit in der Landwirtschaft eine dreijährige Ausbildung im Motorenbau. Er meldete sich freiwillig bei der Reichswehr und war später von 1926 bis 1934 selbständiger Musiklehrer. Meister engagierte sich politisch und war von 1921 bis 1924 Mitglied im Christlichen Metallarbeiterverband. Zum 16. August 1926 trat er in Werdohl der NSDAP (Mitgliedsnummer 42.652)[1] und der SA bei. Von Januar 1930 bis Juli 1931 war er Ortsgruppenleiter in Werdohl und im Anschluss bis zum Jahresende 1932 Propagandaleiter der Ortsgruppe. Zugleich war er Bezirkskulturwart im NSDAP-Bezirk Sauerland und ab Jahresende 1932 Kreisschulungsleiter. Ab Juni 1933 war er Kreiskulturwart im Kreis Altena und von Oktober 1934 an Beauftragter des Gauschulungsamtes für das Deutsche Volksbildungswerk. Ab Februar 1935 war er Kreiswalter der DAF in Olpe und ein Jahr später Kreisobmann im Kreis Soest. Von April 1938 bis Mai 1939 war er hauptamtlicher NSDAP-Kreisleiter im Kreis Arnsberg, als er aus der Partei ausgeschlossen wurde. Der Grund bestand darin, dass Meister sich illegal um 200 Reichsmark bereichert hatte, die er aus jüdischem Vermögen im Rahmen der Novemberpogrome 1938 entwendet hatte. Das Urteil des Gaugerichtes Westfalen-Süd vom 4. Mai 139 wurde vom Oberparteigericht am 15. Juni 1939 bestätigt. Er blieb fünf Monate ohne Arbeitseinkommen und überschuldete sich bei verschiedenen Kreditinstituten. Sein Mobilar wurde gepfändet. Meister fand bei einer münsterischen Lebensversicherung eine Anstellung als Bezirkleiter, wurde nach kurzer Zeit wegen Auftragsrückgang entlassen. Am 14. Dezember 1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen und war bis zum Kriegsende (zuletzt als Unteroffizier bei einer Nachschubeinheit) eingesetzt. Im Juni 1946 wurde er im Internierungslager Recklinghausen-Hillerheide interniert. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er vom Hauptausschuss Detmold am 12. Mai 1948 in die Kategorie III (Minderbelastet) eingestuft und das Verbot einer selbständigen Tätigkeit als Kunstgewerbler ausgesprochen. Seine Revision hatte keinen Erfolg, denn der Bezirksausschuss Detmold hat den Urteilsspruch am 6. März 1950 bestätigt.

Mitgliedschaften

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 252f.(Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-II/701161