Paul Martin Leonhardt

Paul Martin Leonhardt (* 16. November 1883 in Buchholz; † 31. Januar 1971 in Radebeul) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben

Paul Martin Leonhardt absolvierte eine Lehre als Lithograf und begab sich anschließend auf Wanderschaft, die ihn zunächst nach Dresden führte. Dort besuchte er Kurse an der Kunstgewerbeschule sowie an der Kunstakademie.[1] Es folgte ein Aufenthalt in Innsbruck, der durch ein Stipendium ermöglicht wurde. Später arbeitete er als Zeichner in einer Kunstdruckerei in Berlin.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlegte Leonhardt seinen Wohnsitz 1918 nach Rostock, war dort freiberuflich tätig und Mitglied der Vereinigung Rostocker Künstler.[2] Während der Luftangriffe auf Rostock verlor er 1942 bei einem Bombenangriff den Großteil seines bisherigen künstlerischen Bestands. Danach kam er bei Verwandten in Radebeul bei Dresden unter. Später verbrachte er die Sommermonate weiterhin regelmäßig in Rostock.

In der Nachkriegszeit entstanden vor allem Ölgemälde, Aquarelle und Kohlezeichnungen. Thematisch dominierten Landschaften, Schiffe sowie Hafen- und Stadtansichten; als Motive wählte er insbesondere die Ostseeküste und Rostock, außerdem Dresden und das heimatliche Erzgebirge. Leonhardt war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

„[…] Obwohl 1945 entstanden, sind sie im Gefühl, in der Aussage und Darstellung bei tiefdurchdringender farbiger Nuancierung mehr den zwanziger und dreißiger Jahren verhaftet und nachempfunden. Die kleinen Naturausschnitte, im Aquarell oder in der Kohlezeichnung festgehalten, gehören zu seinen besten Arbeiten.“

Katalogtext[3]

Leonhardt war unverheiratet. Als Sterbeadresse ist die damalige Ernst-Thälmann-Straße 8 (heute: Hauptstraße 8) in Radebeul belegt.[4] Das Gebäude steht am Bahnhof Radebeul Ost und ist heute denkmalgeschützt.

Werkbeispiele

  • Alte Dorfmühle, Aquarell (1933)
  • Mecklenburgisches Dorf, (1939)
  • Rostock im Winter, Öl/Leinwand (1941)
  • Rostocker Holzhafen, Öl/Leinwand (1942)
  • Bootswerft im Winter, Öl/Sperrholz (1945)
  • Die Elbe bei Gohlis (Dresden), Aquarell (1951)
  • Demonstration (1951, Öl)[5][6]
  • Liebespaar (1952, Öl?)[7][5]
  • Oberer Hafen der Seestadt Wismar (Öl, 70 × 96 cm, 1962/1963 auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung)[8]
  • Neptunwerft Rostock (1952, Öl)[5]
  • Norddeutscher Hafen / Einfahrt (Öl, 79 × 109 cm, 1956; Kunstfonds des Freistaats Sachsen)

Ausstellungen (unvollständig)

Ausstellungsbeteiligungen

Postume Einzelausstellung

Literatur

  • Leonhardt, Paul Martin. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S. 213 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  • Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 5837.

Einzelnachweise

  1. Paul Martin Leonhardt. bei Bildatlas Kunst in der DDR (abgerufen am 18. Dezember 2025).
  2. Vereinigung Rostocker Künstler: Paul Martin Leonhardt (1883–1971) (abgerufen am 18. Dezember 2025).
  3. Gedächtnisausstellung im Schiffbaumuseum Rostock 1972 (siehe Abschnitt „Ausstellungen“).
  4. Sterberegister Radebeul Nr. 78/1971, nach Angaben des Stadtarchivs Radebeul.
  5. a b c Der Bildindex der Kunst und Architektur nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Laut Katalog war Leonhardt auf dieser Ausstellung nicht vertreten. Es ist zu vermuten, dass er das Bild eingereicht hatte, er aber nicht berücksichtigt wurde.
  6. Paul Martin Leonhardt: Demonstration. Deutsche Fotothek, 1951, abgerufen am 16. Januar 2026.
  7. Paul Martin Leonhardt: Liebespaar. Deutsche Fotothek, 1952, abgerufen am 16. Januar 2026.
  8. Paul Martin Leonhardt: Oberer Hafen der Seestadt Wismar. Deutsche Fotothek, 1962, abgerufen am 16. Januar 2026.