Paul Möbius (Pädagoge)
Paul Heinrich August Möbius (* 31. Mai 1825 in Leipzig; † 8. Juni 1889 in Friedrichroda) war ein deutscher Schriftsteller und Pädagoge.
Leben
Paul Möbius wurde 1825 als Sohn des Astronomen und Mathematikers August Ferdinand Möbius in Leipzig geboren. Sein älterer Bruder war der Germanist Theodor Möbius. Er lernte an der Ersten Bürgerschule und der Nikolaischule in Leipzig. Von 1844 bis 1848 studierte er Theologie, Philosophie und Philologie an der Universität Leipzig und Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Er promovierte 1847 zum Dr. phil.
Von 1848 bis 1865 wirkte er als Lehrer an der Thomasschule zu Leipzig.[1] 1849 wurde er Universitätsvesperprediger. 1853 wurde er Direktor der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig und 1865 der Ersten Bürgerschule. Am 24. Mai 1869 wurde er als Seminardirektor und Generalschulinspekteur des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha nach Gotha versetzt; 1880 wurde er Oberschulrat. Am 30. April 1889 wurde er in den Ruhestand entlassen; in tiefer Depression beendete er am 8. Juni sein Leben.
Möbius wurde 1874 Ritter II. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens und 1889 Ritter I. Klasse.
Familie
Möbius verehelichte sich im April 1850 mit Juliane („Julie“) Caroline Marezoll (* 8. Juli 1823; † 9. September 1890),[2] einer Tochter des Professors der Rechte Theodor Marezoll in Leipzig. Von den fünf Kindern, die aus dieser Ehe hervorgingen, überlebten den Vater nur zwei Söhne: der Arzt Paul Julius Möbius (1853–1907) und der Botaniker Martin Möbius (1859–1946).
Literatur
- Paul Möbius. In: E. Kneschke, M. Moltke: Deutsche Lyriker seit 1850. Mit literar-historischer Einleitung und biographisch-kritischen Notizen. 4., vermehrte Auflage, Leipzig 1874, S. 451–454.
- George Morin: Dr. Paul Möbius †. In: Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt. [Band 37], Jg. 1889, S. 514.
- Berbig: Oberschulrat Dr. Paul Möbius. Ein Nekrolog. In: Die Neue Deutsche Schule I. Jg., 1889, S. 169–172.
- Max Berbig: Möbius, Paul. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 52, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 429 f.
- Möbius, Paul Heinrich August. In: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bearbeitet von Franz Brümmer. 6., völlig neu bearbeitete Auflage, 5. Band, Leipzig [1913], S. 10.
Einzelnachweise
- ↑ Richard Sachse, Karl Ramshorn, Reinhart Herz: Die Lehrer der Thomasschule zu Leipzig 1832–1912. Die Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1845–1912. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1912, S. 10.
- ↑ Heiratsangabe in Dresdner Journal und Anzeiger vom 19. April 1850, S. 874, Familien-Nachrichten.