Paul Krause (Historiker)

Paul Krause (* 4. Oktober 1901 in Mainz; † Sommer 1944 (vermisst)) war ein deutscher Historiker und Archivar. Er war ab April 1934 Stadtarchivar von Magdeburg.

Leben und Wirken

Krause stammte aus Mainz, wo er von 1909 bis 1920 das Neue Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte und Geographie an der Universität Frankfurt am Main und promovierte 1926 zum Dr. phil. Er gehörte der Frankfurter Burschenschaft Arminia an.[1] Als Nachfolger von Peter von Gebhardt (1888–1947) war er ab April 1934 als Stadtarchivar in Magdeburg tätig. In dieser Funktion war er für die Erschließung, Verwaltung und Sicherung der historischen Bestände des Stadtarchivs Magdeburg zuständig. Daneben war er auch als Archivpfleger für den Stadtkreis Magdeburg zuständig.

1937 initiierte Krause im Auftrag des Magdeburger Oberbürgermeisters eine Sammlung der Magdeburger Schöffensprüche, einer bedeutenden Quellengruppe des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt- und Rechtslebens. Daneben befasste er sich intensiv mit den Magdeburger Stadtbüchern, dem Magdeburger Recht und dem Burger Landrecht.

Während des Zweiten Weltkriegs war Krause für die Auslagerung von Archivgut des Stadtarchivs verantwortlich. Ein Teil der Bestände wurde in ein Kalibergwerk bei Staßfurt verbracht. Trotz dieser Maßnahmen gingen Teile des Archivs infolge des Krieges verloren.

Krause wurde ab 1944 als vermisst gemeldet und 1958 für tot erklärt. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.

Schriften (Auswahl)

  • Die Stadt Oppenheim unter der Verwaltung des Reichs. 1926.
  • Von Magdeburger Schützen in alter und neuer Zeit. Magdeburg 1937.
  • Fritz Markmann und Paul Krause (Hg.): Das Burger Landrecht. Text und Übersetzung nebst Faksimile-Wiedergabe nach dem Kodex des Stadtarchivs zu Burg b. Magdeburg. Stuttgart/Berlin 1938.
  • Magdeburger Stadtbücher. In: Zur Geschichte und Kultur des Elbe-Saale-Raumes. Burg b. Magdeburg 1939, S. 136–151.
  • Magdeburg. In: Deutsches Städtebuch. Bd. 2: Mitteldeutschland, 1941, S. 592 ff.
  • Forschungen zum Magdeburger Recht im Generalgouvernement. In: Sachsen und Anhalt. Band 17, Magdeburg 1943, S. 278–359.

Nachlass

Krauses Nachlass befindet sich unter der Signatur Rep. 12 G im Stadtarchiv Magdeburg. Er umfasst:

  • genealogische Studien,
  • Materialien zu historischen Persönlichkeiten,
  • Vereinsgeschichte (u. a. Turnvereine),
  • Zeitungsausschnitte.

Literatur

  • Mareen Ballerstedt: Das Stadtarchiv Magdeburg - Gedächtnis der Stadt. In: Der Archivar. Heft 3/2014, S. 241–243.
  • Otto-von-Guericke-Gesellschaft: Monumenta Guerikiana – Namens- und Ortsindex, Magdeburg.

Einzelnachweise

  1. Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 267.