Paul Kolbany
Paul Kolbany oder Pál Kolbány (auch Paul Kolbány; * 23. Januar 1758 in Ozdín; † 16. April 1816 in Preßburg) war ein slowakischer Mediziner und Toxikologe.
Leben
Kolbany war Sohn eines evangelischen Predigers. Er besuchte zunächst das evangelische Lyzeum von Leutschau, dann jenes von Preßburg. Zum Studium der Medizin und Naturwissenschaften immatrikulierte er sich 1782 an der Universität Halle, bevor er 1786 an die Universität Wien wechselte. 1787 erfolgte seine Promotion zum Doktor der Medizin.
Kolbany wirkte bis zu seinem Tod als Stadtarzt von Preßburg. Er machte sich insbesondere um die Kuhpockenimpfung verdient sowie um die Hydrotherapie. Er genoss sowohl als praktischer Arzt als auch als medizinischer Schriftsteller großes Ansehen. Daneben trat er durch seine toxikologischen Studien in Erscheinung.
Werke (Auswahl)
- Ungarische Giftpflanzen zur Verhütung tragischer Vorfälle in Haushaltungen, Mahler, Preßburg 1791.
- Abhandlungen über die herrschenden Gifte in der Küche, Doll, Wien 1793.
- Giftgeschichte des Thier- Pflanzen- und Mineralreichs, nebst den Gegengiften und der medizinischen Anwendung der Gifte, Doll, Wien 1798 (2. Auflage Wien 1807).
- Einleitung zu einer vollständigen Abhandlung über die Kuhpocken, das wahre Schutzmittel gegen Blattern-Ansteckung, Preßburg 1802.
- Versuche und Beobachtungen über die Wirksamkeit der thierischen Gelatina zur Heilung intermittirender Fieber, Preßburg 1805.
- Beobachtungen über den Nutzen des lauen und kalten Wassers im Scharlachfieber, 2 Bände, Belnay, Preßburg 1808.
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Kolbány, Paul. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 12. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1864, S. 312 (Digitalisat).
- August Hirsch: Kolbany, Paul. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 461.
- Maria Bokesová-Úherová: Kolbany, Paul. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 75.