Paul Keitel
Paul August Friedrich Leuer Agathon Keitel (* 7. Dezember 1860 in Neustadt am Rübenberge; † 1934) war ein deutscher Mediziner und Sanitätsoffizier.
Leben
Paul Keitel stammte aus Neustadt am Rübenberge bei Hannover, wo er auch das Lyceum I besuchte. Er war ein Sohn des Amtsgerichtsrates Gustav Keitel und ein Großonkel des späteren Generalfeldmarschalls Wilhelm Keitel.[1]
Er war vom 29. März 1879 bis 15. Februar 1883 an der Kaiser-Wilhelm-Akademie in Berlin. Vom 1. April 1879 bis 30. September 1879 war er zur Erfüllung seiner militärischen Dienstpflicht im 2. Garde-Regiment zu Fuß und wurde am 15. Februar 1883 Unterarzt beim Grenadier-Regiment Nr. 110. Mit der Beförderung war er für ein Jahr das erste Mal an die Charité kommandiert. Am 26. Juli 1883 promovierte er mit dem Thema Ein Beitrag zu den Operationen am Pharynx und Oesophagus.
Am 31. August 1884 wurde er Assistenzarzt II. Klasse und kam zum Infanterie-Regiment Nr. 112, wo er am 21. April 1887 zum Assistenzarzt I. Klasse befördert wurde. Seine Versetzung in das Sanitätsamt des Gardekorps erfolgte am 27. April 1888. Mit der Beförderung zum Stabsarzt am 18. Februar 1890 wurde er in das Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 versetzt.
Zum 28. März 1891 kam er zurück an die Kaiser-Wilhelm-Akademie, wurde von hier vom 28. Februar 1892 bis 31. August 1893 an die Charité versetzt. Vom 23. Mai 1894 bis 27. Dezember 1897 war er als Hilfsreferent zur Medizinal-Abteilung des Kriegsministeriums kommandiert.
Am 28. Dezember 1897 wurde er zum Oberstabsarzt befördert, kam als Regimentsarzt erst zum Füsilier-Regiment Nr. 80 und dann ab 31. Mai 1899 zum Infanterie-Regiment Nr. 92.
Vom 1. Februar 1900 bis 1. Januar 1905 war er Leibarzt des Prinzen Albrecht von Preußen. Am 18. Oktober 1904 erhielt er die Beförderung zum Generaloberarzt und wurde Divisionsarzt der 7. Division. Am 10. September 1908 wurde er aus der Landwehr-Inspektion Berlin, wo er ab 15. September 1905 war, unter Beförderung zum Generalarzt zum Korpsarzt des IV. Armee-Korps.[2]
Ab 19. November 1909 war er als Nachfolger von Berthold Kern Subdirektor der Kaiser-Wilhelm-Akademie. 1910 erhielt er das Komturkreuz 2. Klasse des Friedrichs-Ordens.[3] In der Position als Subdirektor wurde er am 9. Januar 1918 zum Obergeneralarzt befördert.[4] Später wurde er Armeearzt des Armeeoberkommandos 5.[5]
1930 veröffentlichte er die Stammfolge der Familie Keitel.
Literatur
- Stammliste der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. Springer-Verlag, 1910, S. 14.
- Die Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen von 1895 bis 1910. Mittler, 1910, S. 73.
Weblinks
- Paul Keitel, Deutsche Biographie
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Keitel: Generalfeldmarschall Keitel, Verbrecher oder Offizier?: Erinnerungen, Briefe, Dokumente des Chefs OKW. Musterschmidt-Verlag, 1961, S. 40.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 112. E. S. Mittler, 1908, S. 2651.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 110. E. S. Mittler, 1910, S. 2559.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 83. E. S. Mittler, 1918, S. 2096.
- ↑ Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. 1933, S. 42.