Paul Helmut Becker

Paul Helmut Becker (* 12. Februar 1913 in Barmen; † 1. Februar 1998 in Leipzig) war ein deutscher Gebrauchsgrafiker, Lithograf und Kalligraf.

Leben und Werk

Becker absolvierte eine Lehre als Lithograf und besuchte bis 1936 die Handwerksschule Wuppertal. Danach war er als freier Mitarbeiter Schriftgestalter für die Bayer AG in Leverkusen. Von 1937 bis 1942 arbeitete er als Gebrauchsgrafiker bei der Großdruckerei Carl Werner in Reichenbach im Vogtland. Das Unternehmen war eine der größten Druckereien Deutschlands und produzierte u. a. für die NS-Propaganda.[1] Von 1942 bis 1945 war Becker technischer Zeichner und ab 1943 außerdem Werksfotograf in der Metallwarenfabrik Mylau.

Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete er freiberuflich als Gebrauchsgrafiker, Lithograf und Kalligraf in Reichenbach. 1952 gründete er dort mit Walter Eifrig (1904–2001) und Alfred Hoppe (1906–1985) ein Atelier, mit dem er 1954 nach Leipzig übersiedelte und das bis 1973 existierte. Hauptauftraggeber waren Industriebetriebe, für die Becker insbesondere Werbematerial, Verpackungen, Signete, Markenzeichen und Etiketten entwarf. Zu diesen Betrieben gehörten u. a. die volkseigenen Betriebe Mechanische Spielwaren Brandenburg[2], Optima Büromaschinenwerk Erfurt und Burger-Knäcke-Werke.

Becker war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK). Aus seinem Nachlass befinden sich im Museum für Angewandte Kunst Gera weit über 3.000 Objekte.

Weitere Werkbeispiele

Gebrauchsgrafische Werke

  • Signet des VEB Sachsendruck Plauen
  • Signet des VEB Burger Knäckewerke (Mitte der 1960er Jahre)
  • Verpackung System-Steckbaukasten (1980; auf der und IX. Kunstausstellung der DDR)[3]

Fachpublikationen

  • Kalligraphie. Eigenverlag, 1995
  • Marken, Signete, Schriftzüge. Eigenverlag, 1995

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

  • 1957: Leipzig (Werbegrafik, Ausstellung der Sektion Gebrauchsgrafik des VBK)
  • 1961, 1965 und 1974: Leipzig, Bezirkskunstausstellungen
  • 1977/1978 und 1982/1983: Dresden, VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR

Literatur

  • Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975, S. 326
  • Rita Jorek: Wurzener Keks und Burger Knäcke. Der Gebrauchsgrafiker Paul Helmut Becker. In: Leipziger Blätter; (1998), 33, S. 48–50
  • Simone Tippach-Schneider: Das große Lexikon der DDR-Werbung. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2002, S. 33
  • Wolfgang Richter: Paul Helmut Becker. Zum 90. Geburtstag des Litographen, Gebrauchsgrafikers und Kalligraphen. In: Reichenbacher Kalender 2003, S. 61/62
  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 55

Einzelnachweise

  1. Carl Werner Offset Printer, Reichenbach [Germany] | Poster Plakat. Abgerufen am 3. November 2025.
  2. Atelier Paul Helmut Becker [Beziehungen zu Personen etc.] :: museum-digital:brandenburg
  3. Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 3/1983, S. 129