Paul Heinrich Joseph Schelling

Paul Heinrich Joseph Schelling (* 17. Dezember 1813 in München; † 13. Juni 1889 in Erlangen) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Erlangen.[1]

Leben und Wirken

Paul Heinrich Joseph Schelling, ein Sohn des Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, besuchte die Lateinschulen in Nürtingen und Urach und legte seine Reifeprüfung 1831 in München ab. Vom Wintersemester 1831/32 bis zum Sommersemester 1835 studierte er Philosophie und Rechtswissenschaft an der Universität München. Dort promovierte er 1835 zum Doktor beider Rechte und legte die erste juristische Staatsprüfung ab. Den juristischen Vorbereitungsdienst absolvierte er anschließend an Gerichten in Erlangen und bei einem Rechtsanwalt in Nürnberg ab. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 1837 und seiner Habilitation an der Universität München 1838 hatte er zunächst eine außerordentliche Professur für Zivilrecht und Zivilprozeß an der Universität Erlangen inne. Seit 1840 war er ordentlicher Professor für Zivilprozeß und Rechtsphilosophie. 1845 wurde sein Lehrauftrag erweitert. Im Amtsjahr 1880/81 war Schelling Prorektor der Universität Erlangen. 1888 wurde er emeritiert.

Paul Heinrich Joseph Schelling war von 1876 bis 1882 Mitglied des Landrats von Mittelfranken. Er wurde mit dem Verdienstorden vom Hl. Michael (Ritter 1. Klasse) und 1888 mit dem Ehrenkreuz des Ludwigsordens ausgezeichnet.

Er heiratete 1841 Regina Emilie Viktoria Handschuh und wurde Vater von drei Kindern, darunter der bayerische Verwaltungsbeamte Karl von Schelling.

Schriften

  • Die Lehre von der unvordenklichen Zeit nach rein römischem Rechte, ihrer spätern Ausbildung und gegenwärtige Gestalt im gemeinen Civilrecht. Gekrönte Preisschrift. Jaquet, München 1835 (Volltext).
  • De Litis Consortibus. Wolf, München 1838 (Volltext).
  • De iudicii civilis natura. Kunstmann, Erlangen 1841 (Volltext).
  • Die zehn Gebote in ältester Gestalt. Zur Reform der Katechismen und Reform der Kirche durch den Staat von Marheineke. Vereins-Buchhandlung, Berlin 1844 (Volltext).
  • Zur Geschichte der akademischen Grade. Junge, Erlangen 1880 (Volltext).
  • Lehrbuch des Deutschen Civilprozesses. Deichert, Erlangen 1880 (Volltext).

Einzelnachweise

  1. Schelling, Paul Heinrich Joseph. In: Renate Witten (Hrsg.): Die Professoren und Dozenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen 1743-1960. Teil 1: Theologische Fakultät, Juristische Fakultät (= Erlanger Forschungen / Sonderreihe, Bd. 5). Universitäts-Bibliothek Erlangen 1993, S. 159f., ISBN 3-922135-92-7.