Paul-Friedrich Düwel
Paul-Friedrich Wilhelm Ernst August Richard Düwel (* 5. Juli 1904 in Vogtshagen bei Poppendorf; † 13 März 1973 in Rostock) war ein deutscher Ingenieur und Hochschullehrer, der sich mit dem landwirtschaftlichen Maschinenbau und der Zootechnik beschäftigte.
Leben
Frühe Jahre und Ausbildung
Paul-Friedrich Düwel war der Sohn des Landwirts und Erbpächters Paul Düwel[1] (1869–1934) und dessen Ehefrau Pauline, geb. Röpcke (1875–1928). Er wuchs in einer ländlichen Umgebung auf, was sein Interesse an landwirtschaftlichen Themen früh prägte.
Nach dem Abitur im Jahr 1925 in Wismar begann er ein Volontariat bei der Neptun-Werft in Rostock, bevor er von 1925 bis 1931 landwirtschaftlichen Maschinenbau an der Technischen Hochschule Hannover (TH Hannover) studierte. Seit 1925 gehörte er der Hannoverschen Burschenschaft Germania an.[2] 1931 schloss er sein Studium mit dem Diplom als Ingenieur ab und arbeitete anschließend als Assistent am Lehrstuhl für landwirtschaftlichen Maschinenbau an der TH Hannover. Hier begann er mit der Abfassung seiner Dissertation über das Verhalten von Stroh beim Pressvorgang, musste jedoch aufgrund finanzieller Hürden auf die Prüfung verzichten. Bereits zum 1. Mai 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.094.774).[3]
Er veröffentlichte später verschiedene Artikel in Fachzeitschriften, die sich mit der Pflege von Landmaschinen, dem Einsatz von Traktoren in der Landwirtschaft und der Anwendung von Maschinen im Siedlerbetrieb beschäftigten.
Beruflicher Werdegang
In den Jahren von 1934 bis 1945 war Düwel als Referent für landwirtschaftliche Maschinen bei der NS-Landesbauernschaft Mecklenburg tätig. Während des Zweiten Weltkriegs diente er von 1944 bis 1945 in der Wehrmacht, bevor er von 1945 bis 1946 als Traktorist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Güstrow arbeitete. Anschließend übernahm er von 1946 bis 1953 die Leitung des Referats Pflanzenschutz beim Rat des Kreises Güstrow.
1953 wurde Düwel zum Dozenten und Fachgruppenleiter für Mechanisierung am Institut für Zootechnik in Güstrow-Schabernack berufen.
Ab 1959 war er Professor und Hochschuldozent an der Universität Rostock, wo er Vorlesungen im Bereich der Landtechnik hielt und praktische Übungen mit Studierenden durchführte. Seine Forschungsarbeiten umfassten unter anderem die Desinfektion von Melkzeugen und die Entwicklung moderner Rinderkombinate, die in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt wurden.
1969 erfolgte seine Emeritierung.
Wissenschaftliche Leistungen und Beiträge
Düwels wissenschaftliche Arbeiten waren geprägt von einem starken Fokus auf die praktische Anwendung seiner Erkenntnisse. Er führte umfassende Studien über die Leistungen und Kosten landwirtschaftlicher Maschinen durch und war maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung von Forschungsvorhaben zur Grünfuttertrocknung beteiligt. Seine methodisch präzisen Untersuchungen lieferten detaillierte Analysen des Maschinenparks und trugen dazu bei, die Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe zu steigern.
Mitgliedschaften
Seit Anfang der 1960er Jahre war Düwel Mitglied des Präsidiums der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft[4] und engagierte sich auch im Bezirkslandwirtschaftsrat des Bezirks Rostock. Er trat nach dem Krieg der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) bei.
Schriften (Auswahl)
- Das Verhalten des Strohs beim Preßvorgang. 1931.
Weblinks
- Literatur über Paul Friedrich Düwel in der Landesbibliographie MV
- Eintrag zu Paul-Friedrich Düwel im Catalogus Professorum Rostochiensium
Einzelnachweise
- ↑ "Die Geschichte des Dorfes Vogtshagen" von H. Peek, Rostock, Pastor i. R. 1936 – Ortschroniken. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 94.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7031130
- ↑ Deutsch-Afrikanische Gesellschaft. In: Kommunismusgeschichte. Abgerufen am 22. September 2025.