Patricia Evangelista
Patricia Evangelista (* 1985) ist eine philippinische Journalistin und Dokumentarfilmerin, deren Arbeit sich auf Konflikt, Katastrophen und Menschenrechte konzentriert.[1] Sie wurde durch ihre jahrelange Berichterstattung über Rodrigo Dutertes Krieg gegen die Drogen und ihr 2023 erschienenes Buch Some People Need Killing: A Memoir of Murder in My Country bekannt.[2] Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Helen Bernstein Book Award for Excellence in Journalism 2024; das Buch stand zudem auf der Liste der zehn besten Bücher des Jahres 2023 der New York Times.[3][4]
Leben
Evangelista arbeitet in Manila und wird in Porträts als Trauma-Journalistin beschrieben.[5] Sie war sieben Jahre lang Investigativreporterin bei Rappler, produzierte Dokumentationen sowie lange Multimedia-Reportagen und leitete das Team hinter der Serie Impunity zum Drogenkrieg.[6] Für ihre Berichterstattung über bewaffnete Konflikte und den Taifun Haiyan wurde ihr 2014 der Kate Webb Prize der Nachrichtenagentur Agence France-Presse verliehen.[7] Im Jahr 2018 verließ sie nach anhaltenden Bedrohungen zeitweise die Philippinen.[8] Sie tritt zudem als Sprecherin auf, etwa beim PEN World Voices Festival.[9] 2025 war sie mit mehreren Veranstaltungen am Centre de Cultura Contemporània de Barcelona vertreten.[1]
Wirken
Evangelistas Reportagen dokumentieren systematische Tötungen und die Sprache der Gewalt unter Rodrigo Duterte; sie beschreibt ihre Arbeit als Nacht- und Tatortjournalismus, welche den Blickwinkel der Hinterbliebenen in den Mittelpunkt stellt.[5] Ihr 2023 erschienenes Debüt Some People Need Killing bündelt diese Recherchen und setzt sich mit den Traumafolgen auseinander.[2] Das Werk wurde im New Yorker als „journalistisches Meisterwerk“ gewürdigt.[5] Es stand in der TIME-Liste der 100 Must-Read Books of 2023.[2] Die New York Times wählte es zudem zu den zehn besten Büchern des Jahres 2023.[4] Im Jahr 2024 erreichte das Buch die Longlist des Women’s Prize for Non-Fiction.[10] Im selben Jahr erhielt Evangelista für Some People Need Killing den Helen Bernstein Book Award for Excellence in Journalism der New York Public Library.[3] In der deutschsprachigen Debatte fand das Buch unter dem Titel Some People Need Killing – Eine Geschichte der Morde in meinem Land Resonanz; Evangelista sprach auf der Frankfurter Buchmesse 2025 über ihre Recherchen.[8]
Veröffentlichung
- Some People Need Killing. Random House, 2023, ISBN 978-0-593-13313-2.
- „Some People Need Killing. Eine Geschichte der Morde in meinem Land“. Aus dem philippinischen Englisch von Zoë Beck, CulturBooks, Berlin 2025, ISBN 978-3-95988-247-7.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Patricia Evangelista. In: CCCB. 6. Mai 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c Some People Need Killing. In: TIME. 14. November 2023, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Patricia Evangelista Wins NYPL’s Bernstein Award for Excellence in Journalism. In: Library Journal. 2. Mai 2024, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b 'Some People Need Killing' in New York Times' 10 Best Books of 2023. In: ABS-CBN News. 29. November 2023, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c A Journalist Exposes the Philippines’ Extralegal Killings. In: The New Yorker. 17. Oktober 2023, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Patricia Evangelista. In: New America. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Philippine journalist receives AFP Kate Webb Prize. In: AFP. 17. Oktober 2014, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Rodrigo Dutertes Krieg gegen Drogen: Wenn das Töten normal wird. In: taz.de. 18. Oktober 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025.
- ↑ Patricia Evangelista. In: PEN World Voices Festival. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Announcing the 2024 Women’s Prize for Non-Fiction longlist! In: Women's Prize. Abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).