Patric Standford

Patric Standford (John Gledhill; * 5. Februar 1939 in Barnsley/Yorkshire; † 23. April 2014 in Occold/Suffolk) war ein britischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge.

Leben

Standford verlor seine Mutter im Alter von vier Jahren und wurde, da sein Vater im Militärdienst abwesend war, adoptiert. Er besuchte die Ackworth School, eine Internatsschule der Quaker in Yorkshire. Seinen Militärdienst leistete er bei der Royal Air Force. Danach studierte er an der Guildhall School of Music and Drama Komposition und Dirigieren bei Edmund Rubbra und Raymond Jones. Als Gewinner eines Mendelssohn Travelling Scholarship vervollkommnete er 1964 seine Ausbildung bei Gian Francesco Malipiero in Venedig und Witold Lutosławski in Warschau. Den Mastergrad erwarb er an der University of London.

Von 1969 bis 1980 war Standford Professor für Komposition an der Guildhall School. Danach war er Leiter der Musikabteilung am Bretton Hall College der University of Leeds. Nach seiner Emeritierung unterrichtete er noch an der University of Huddersfield. Außerdem war er u. a. aktiv als Vorsitzender der Composers' Guild of Great Britain, des British Music Information Centre und der Hinrichson Foundation, Vorstandsmitglied beim Huddersfield Contemporary Music Festival und Mitglied des Rates des Musicians' Benevolent Fund. Als Juror wirkte er an Chorfestivals in Ungarn, Frankreich und Estland mit.

Seine Laufbahn als Komponist begann Standford nach dem Studium mit Kompositionen und Arrangements im kommerziellen Bereich für Film- und Fernsehproduktionen und West-End-Shows. Als Dirigent leitete er Aufnahmen leichter Musik. Daneben entstanden erste Werke klassischer Musik, darunter ein Streichquartett (1965). Internationaler Erfolg stellte sich Anfang der 1970er Jahre ein mit seinen 1971 in Zagreb aufgeführten Präludien für Fagott und Klavier und seiner Ersten Sinfonie, für die er 1972 den Premio Citta de Trieste erhielt. Für das Oratorium Christus Requiem erhielt er den Kunstpreis der jugoslawischen Regierung. Seine Dritte Sinfonie wurde 1986 vom Orchestre de la Suisse Romande unter Leitung von Richard Hickox uraufgeführt und erhielt den Ernest-Ansermet-Preis der Stadt Genf. Neben sechs Sinfonien, Kammermusik und Instrumentalsolowerken, Chor und Vokalwerken komponierte Standford nach einem eigenen Libretto die unvollendet gebliebene Oper Villon.

Werke

  • Ritornello für Orchester
  • String Quartet (nach einem Song von John Dowland), 1965
  • Gitanjali, Liedzyklus nach Gedichten von Rabindranath Tagore, 1965
  • Saracinesco, sinfonische Dichtung, 1966
  • Suite for Small Orchestra, 1966
  • Notte für Orchester, 1966
  • Symphony No. 1 (The Seasons), 1972
  • Symphony No. 2
  • Christus-Requiem, Oratorium, 1973
  • Cello Concerto, 1976
  • Psalm Dances, 1977
  • Fourth Symphony (Taikyoku) für zwei Klavier und sechs Perkussionisten, 1977
  • A Christmas Carol Symphony, 1979
  • Dialogues for cimbalom and orchestra (für Ágnes Szakály), 1981
  • Symphony No. 3 (Towards Paradise), 1983
  • Symphony No 5, 1986
  • The Prayer of Saint Francis, 1997
  • Clarinet Quintet, 1999

Quellen