Papenstraße (Lüneburg)

Die Papenstraße ist eine Straße in Lüneburg.

Lage

Die Straße verläuft von Westen nach Osten. Sie beginnt im Westen an der Kreuzung der Straßen Am Berge, Glockenstraße und Am Sande und endet im Osten an der Kreuzung Wandfärberstraße, Scherenschleiferstraße und Bei der St. Johanniskirche. Die Länge beträgt etwa 130 Meter. Die Hausnummerierung beginnt an der südlichen Seite im Westen und läuft in Hufeisenform zurück auf der nördlichen Seite. Die ersten Häuser im Westen gehören zu den Straßen Am Sande und Am Berge. Als Fußgängerzone ausgeschildert.

Geschichte

Der Name leitet sich von Vikar ab, diese wohnten hier. Der Name Papenstraße setzte sich aber erst nach der Reformation durch. Hier wohnten aber auch Bürger wie 1498 der Ratmann Schele.

Baudenkmale

Lage Bezeichnung Beschreibung

ID

Bild
Papenstraße
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 43″ O
Straßenpflaster Straßenpflaster in der Papenstraße wurde 1875 gelegt und auch bei neueren Sanierungen weitgehend bewahrt. Erhaltung liegt aus städtebaulichen Gründen wegen des straßenbildprägenden Zeugniswerts und als Schauwert für das räumliche Gefüge der schmalen Papenstraße und als Teil der Altstadt von Lüneburg im öffentlichen Interesse. 30682996
 
Papenstraße 1
53° 14′ 54″ N, 10° 24′ 41″ O
Wohnhaus Traufständige, eingeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinausfachung unter Satteldach in Ziegeldeckung. Über Backsteinsockel, Fachwerkkonstruktion von neun Gefach Länge mit zwei Riegelketten, mit mittigem Eingang, darüber Aufzugserker mit Kranbalken. Errichtet 1594 (i) für die bereits 1499 von der Witwe Hylleke Blickershusen gestifteten Freiwohnungen; bis 1811 in dieser Funktion bestehend. 30658188
 
Papenstraße 2
53° 14′ 54″ N, 10° 24′ 42″ O
Wohnhaus Giebelständiger zweigeschossiger schmaler Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung. Öffnungen segmentbogenförmig. Erbaut im Kern um 1600. 30652782
 
Papenstraße 3
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 42″ O
Wohnhaus Giebelständiger, dreigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung. Durch Tausteinreihen gegliederte Fassade hat ein nach Westen aus der Mittelachse verschobenes Spitzbogenportal mit dreifach gestuftem und im Schichtenwechsel mit glasierten Steinen gemauertem Gewände, dessen Archivolten aus dreifacher Kehle zwischen Fasensteinen bestehen. Darüber Ladeluke, im zweiten OGs nach Osten versetzt eine weitere. Erbaut im Kern im 14. Jh., bereits im 16. Jh. überformt und später großflächig durchfenstert, 1634 (a) aus dem Besitz von zwei Brüdern Elver an Heinrich von Stern verkauft. 30658214
 
Papenstraße 4
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 42″ O
Wohnhaus Traufständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung. Smmetrischer Fassadenaufbau mit mittigem Eingang und darüber Ladegaube im Dach. Im Kern ein Bau mindestens des 17. Jh., seitdem zum Kirchenkasten von St. Johannis gehörend und bis 1839 als Wohnhaus für den Konrektor des Johanneums dienend. Fassade im späten 18. Jh. mit gleichförmiger Reihung von sieben Fensterachsen unter scheitrechten Stürzen und Karniesprofil entlang der Traufe überarbeitet. 30652805
 
Papenstraße 5
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 43″ O
Wohnhaus Giebelständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung. Straßenseitige Fassade überformt und verputzt, im Kern jedoch ein Bau des 16. Jh., wie im OG der Südseite an den dort überkommenen Segmentbogenöffnungen erkennbar. 30664506
 
Papenstraße 6
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 43″ O
Wohnhaus Traufständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit steilem Satteldach in Ziegeldeckung. Erbaut in der ersten Hälfte des 16. Jh. Straßenseitig in der Mitte der Fassade zwei nebeneinanderliegende Spitzbogenportale mit dreifachem Wulst der Laibung. Über den beiden östlichen und den drei westlichen Erdgeschossfenstern dokumentieren Holzstürze frühere, größere Fensteröffnungen. Um 1800 überformt und v.a. im Inneren neu gestaltet. 30664524
 
Papenstraße 13
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 45″ O
Wohnhaus Traufständiger, zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung, im östlichen Teil des OG Teil einer Fachwerkkonstruktion erhalten. Erbaut wohl Ende des 16. Jh., die straßenseitige Fassade um 1800 überarbeitet und durch unregelmäßig angeordnete Fensteröffnungen variierender Breite mit geraden Stürzen strukturiert; im EG Backsteinmauerwerk überwiegend neu verblendet. Von 1698 bis zu seinem Tod im Jahr 1733 wohnte der Organist der St.-Johannis-Kirche Georg Böhm im Haus. 30664311
 
Papenstraße 14
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 44″ O
Wohnhaus Zweiteiliges Gebäude mit östlichen giebelständigen Teil unter Halbwalmdach in Ziegeldeckung und traufständigen Teil mit ziegelgedecktem Pultdach. Giebelständiger Teil komplett in Fachwerk mit Backsteinausfachung, vierachsig, erbaut vermutlich mindestens im 17. Jh. Traufständiger Teil im EG massiv in Backstein, im OG Fachwerk mit Backsteinausfachung, errichtet 1894. 30664241
 
Papenstraße 14
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 44″ O
Nebengebäude Dreigeschossiger Massivbaubau mit flachem Dach, Fassaden verputzt, gleichmäßige Durchfensterung mit Segmentbogenöffnungen. 1905 von Maurermeister Otto Püschel für den Produktenhändler Adolf Kupferstein nach Abbruch einer Remise in nördlichem Anschluss an das Wohnhaus aufgeführt. Unter dem nördlichen Gebäudeabschnitt ein zweischiffiger und zweijochiger Keller, der vermutlich zu einem der abgebrochenen Gebäuden des Klosters Heiligental gehört und somit das einzige Relikt der Baulichkeiten des Klosterareals darstellt. 30645732
 
Papenstraße 14
53° 14′ 55″ N, 10° 24′ 43″ O
Schule Freistehender eingeschossiger Backsteinbau mit ziegelgedecktem Mansarddach. Eingeschossiger, formal schlicht gehaltene Bau mit verputztem Sockel erhebt sich über rechteckigem Grundriss, den nach Norden ein niedriger Ausbau unregelmäßig erweitert. Zur Papenstraße der Südgiebel in drei Stichbogenfenstern, denen im ausgebauten Mansarddach vier Rechteckfenster, die beiden mittleren innerhalb runder Hochblenden, mit abschließendem Ovalfenster, zugeordnet sind. 1911 nach Entwurf des Lüneburger Architekten Franz Krüger erbaut, anstelle eines bereits in gleicher Funktion genutzten Wohnhauses für die 1840 gegründete Kinderwarteschule. 30664221
 

Literatur

  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen Band 22.1, Doris Böker, Hansestadt Lüneburg mit Kloster Lüne, Michael Imhof Verlag, Petersburg, 2010, ISBN 978-3-86568-563-6, Seite 503–505