Paolovit

Paolovit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1972-025[1]

IMA-Symbol

Plv[2]

Chemische Formel Pd2Sn
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente – Metalle und intermetallische Legierungen
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

I/A.17-010

1.AG.20
01.02.06.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m
Raumgruppe Pbnm (Nr. 62, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/62.3[3]
Gitterparameter a = 8,11 Å; b = 5,66 Å; c = 4,32 Å[3]
Formeleinheiten Z = 4[3]
Zwillingsbildung polysynthetisch
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5 (VHN10 = 329 bis 378[4])
Dichte (g/cm3) 11,08
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe lila-rosa
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz opak
Glanz metallisch

Paolovit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd2Sn und bildet irregulär geformte Körner, die in andere Minerale eingebettet sind.

Etymologie und Geschichte

Paolovit wurde erstmals 1970 von A.D. Genkin, T.L. Jewstignejewa, L.N. Wjalsow, I.P. Laputina und N.V. Gronewa in der Typlokalität auf der Taimyrhalbinsel in Nordsibirien (Russland) gefunden. Es ist nach der chemischen Zusammensetzung aus Palladium (Pa) und Zinn (russisch olowo) benannt.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Paolovit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.17-010. Dies entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Paolovit zusammen mit Cabriit, Taimyrit und Tatyanait eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.17 bildet.[5]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Paolovit in die Klasse der „Elemente“ und dort in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „PGE-Metall-Legierungen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 1.AG.20 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Paolovit die System- und Mineralnummer 01.02.06.01. Das entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Platingruppenmetalle und -legierungen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 01.02.06.

Kristallstruktur

Paolovit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pbnm (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/62.3 mit den Gitterparametern a = 8,11 Å, b = 5,66 Å und c = 4,324 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Bildung und Fundorte

Paolovit bildet sich in sulfidischen Kupfer-Nickel-Erzen. Es ist vergesellschaftet mit Cubanit, Chalkopyrit, Galenit, Talnakhit, Mooihoekit, Magnetit, Sperrylit, Sobolevskit, Taimyrit, Polarit, Maslovit, Atokit–Rustenbergit, Froodit, Silber, Palladium und Bismut.

Neben seiner Typlokalität sind weitere Funde vor allem aus anderen Gegenden Russlands bekannt. Dazu zählen das Sajangebirge, die Kola-Halbinsel, der Fluss Oulankajoki und die Gegend des Baikalsees. Außerhalb Russlands sind Funde aus Midu in China, dem Merensky Reef in Südafrika und Albany im US-Bundesstaat Wyoming bekannt.

Siehe auch

Literatur

  • A. D. Genkin, T. L. Evstigneeva, L. N. Vyalsov, I. P. Laputina, N. V. Groneva: Paolovite, Pd2Sn, a new mineral from copper-nickel sulfide ores. In: Geologiya Rudnykh Mestorozhdenii. Band 16 (1974), 98–103 (in Russisch)
  • Michael Fleischer: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 59 (1974), S. 1330–1332 (PDF 336,6 kB; S. 2)
  • Paolovite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 61,6 kB)

Einzelnachweise

  1. Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (englisch).
  2. Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
  3. a b c Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 44.
  4. Paolovite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 61,6 kB)
  5. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
  6. Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).