Panzerjäger 90
| Panzerjäger 90 | |
|---|---|
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Panzerjäger 90 in Thun | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 5 (Fahrer, Kommandant, Gefechtsordonanz, Schütze, Ladeschütze/Ersatzschütze) |
| Länge | 6,23 m |
| Breite | 2,50 m |
| Höhe | 3,00 m |
| Masse | 11 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | Panzerstahl/Kevlarplatten |
| Hauptbewaffnung | Waffenturm mit 2 TOW-Panzerabwehrlenkwaffen |
| Sekundärbewaffnung | 8 × Nebelwerfer 7,6-cm-Nebelwerfer 87 |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | 6-Zylinder-Dieselmotor mit Abgasturboaufladung 284 PS |
| Geschwindigkeit | Zugelassen: 80 km/h; Maximal: 110 km/h (Strasse) |
| Leistung/Gewicht | 25,8 PS/t |
| Reichweite | ca. 540 km Strasse |
Der Panzerjäger 90 ist ein auf dem Radschützenpanzer Mowag Piranha aufgebauter Raketenjagdpanzer, der seit 1990 bei der Schweizer Armee im Einsatz ist und seit 2019 sukzessive ausser Dienst gestellt wird.
Er ersetzte die veralteten rückstossfreien Geschütze des Typs 10,6 cm rsf Pak 58 (US-Bezeichnung M40 BAT).
Mit 310 Fahrzeugen wurden 31 Panzerjägerkompanien gebildet.[1] Davon wurden 28 der Infanterie (davon drei in den Gebirgsdivisionen) und drei den Mechanisierten und Leichten Truppen (Radfahrerregimenter) zugewiesen.[2]
Beim Panzerjäger 90 handelt es sich um einen Mowag Piranha IB 6×6, auf dem ein drehbarer Ein-Mann-Waffenturm vom Typ ALT aus Norwegen installiert ist. Am Waffenturm sind zwei Startvorrichtungen für TOW-Panzerabwehrlenkwaffen montiert. Weiter sind am Waffenturm acht 7,6-cm-Nebelwerfer angebracht. Im Fahrzeuginneren sind 10 BGM-71D TOW-2 in jeweils 28,2 kg schweren Abschussbehältern gelagert, welche durch die Gefechtsordonanz und den Ladeschützen/Ersatzschützen manuel in den Waffenturm geladen werden.[3] Für die 310 Panzerjäger 90 beschaffte die Schweizer Armee 12'000 TOW-Lenkwaffen.[4]
Die fünfköpfige Besatzung besteht aus Fahrer, Kommandant, Schütze, Ladeschütze/Ersatzschütze und Gefechtsordonnanz.
Aufgrund seiner leichten Panzerung kann sich der Panzerjäger nicht auf Duelle mit Kampfpanzern einlassen. Sein einziger Vorteil ist die grosse Reichweite der Lenkwaffe, welche maximal 3,75 km beträgt. Die TOW-Lenkwaffe kann unabhängig von der Distanz 900 mm Panzerstahl durchschlagen. Die Kampfeinheit der TOW-Piranha Panzerjäger war der Panzerjägerzug, welcher aus drei Panzerjägern bestand. Den Panzerjägern wurde vom Bataillons Kommando ein Platz im Panzerabwehrdispositiv zugeteilt. Pro Panzerjäger wurde durch den Zugführer 2–3 Feuerstellungen zugeordnet, in welcher möglichst die überragende Reichweite der TOW-Lenkwaffe ausgenutzt werden konnte. Die Feuerstellungen wurden vorbereitet und gegen Sicht und Wärmebild getarnt. Jede Feuerstellung bekam ihren eigenen Code. Der Panzerjägerzug wartete danach verbunden durch Feldtelefon im getarnten Bereitschaftsraum, welcher sich gut ein bis zwei Kilometer hinter den Feuerstellungen lag.
Ein Panzerwarntrupp, ausgerüstet mit Funkgerät und Sicht in die nächste Geländekammer informierte den Zugführer mit einer verschlüsselten Meldung. Der Zugführer gab dann das Kommando per Feldtelefon zum Beziehen der Feuerstellung mit der Nennung des Stellungscodes an die Panzerjäger.
Auf Grund eines fehlenden Maschinengewehres ist er auch durch Infanterie leicht angreifbar. Sein einziger Schutz sind seine hohe Beschleunigung sowie seine Nebelwerfer. Ab 2006 wurden 160 Stück des Pzj 90 zu Kommandopanzern umgebaut.[1]
Mit dem Rüstungsprogramm von 2018 wurde die Ausserdienststellung der verbliebenen Panzerjäger beantragt.[5]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Mowag Piranha II, Pzj TOW 6×6 auf militaerfahrzeuge.ch.
- ↑ Das Ende der Panzerjäger ist nahe ( vom 21. Oktober 2014 im Internet Archive) auf aufklbat5.ch.
- ↑ Panzerjager 90 auf Military Today.
- ↑ Trade Register auf sipri.org, abgerufen am 3. Februar 2020.
- ↑ Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport – Ständerat nimmt Schutzwesten unter Beschuss, abgerufen am 7. Juni 2018.