Panama Open Air

Panama Open Air
Eingang zur Main Stage auf dem Panama Open Air 2019
Allgemeine Informationen
Ort Rheinaue, Bonn
Genre Techno, House, Electronic Dance, später Hip-Hop und Popmusik
Veranstalter Panama Open Air GmbH
Zeitraum 2013 bis 2024 (ausgefallen 2020 und 2021)
Website https://panamaopenair.com

Das Panama Open Air war ein Open-Air-Musikfestival im Bereich der elektronischen Musik (vorwiegend Techno und Tech-House) und später Hip-Hop und Popmusik, das jährlich im Bonner Naherholungsgebiet Rheinaue stattfand. Es wurde zunächst eintägig, von 2016 an zweitägig ausgerichtet und zählte mit einer Besucherzahl von bis zu 50.000 zu den größten Musikfestivals in Nordrhein-Westfalen. Der Name der Veranstaltung lehnte an Janoschs Geschichte Oh, wie schön ist Panama an.[1]

Geschichte

2011 fand ein illegaler Rave in der Rheinaue (Beueler Seite) mit 200 bis 250 Besuchern statt. Dieser gilt als Ausgangspunkt für das spätere Panama Open Air. 2012 folgte eine weitere, nicht genehmigte Veranstaltung mit rund 1.000 Besuchern. Veranstalter war jeweils die Lustig Wandern Music & Event UG.[2][3]

Ab dem Jahr 2013 wurde der Vortag der Bonner Großveranstaltung Rhein in Flammen für die Durchführung des Panama Open Airs genutzt. Mitveranstalter neben Lustig Wandern wurde die RheinEvents GmbH.[4]

Seit 2016 gab es das Panama Open Air als eigenständiges und zweitägiges Musikfestival, zeitweise mit Camping.[5] Im Jahr 2018 wurde die Panama Open Air GmbH zur Veranstaltung des Festivals gegründet.[6]

In den Jahren 2020 und 2021 musste das Festival wegen der anhaltenden Corona-Pandemie abgesagt werden.

Ab dem Festival 2022 übernahm der niederländische Eventveranstalter ALDA die Mehrheit am Panama Open Air.[7] Ab diesem Jahr kam es zu vermehrter Kritik an der Festivalorganisation. Besucher bemängelten 2023 laut eines Berichts des Faze Magazin unter anderem das ausfallanfällige bargeldlose Bezahlsystem, unzureichende Versorgung mit Trinkwasser, die geringe Anzahl sowie den Zustand der sanitären Anlagen sowie das Pfandsystem.[8] Ähnliche Berichte gab es für 2022 und 2024.[9]

Der Rapper Bonez MC war für das Festival 2024 angekündigt worden, sagte seinen Auftritt jedoch kurz vorher ab und begründete dies damit, dass seine Gage nicht bezahlt worden sei.[10] Die 2024-Ausgabe wurde noch wie geplant durchgeführt, jedoch kam es am zweiten Festivaltag wegen eines Unwetters während des Auftritts von Swedish House Mafia zu einem vorzeitigen Abbruch und einer Evakuierung des Geländes.[11] Am 2. August 2024 meldete die Panama Open Air GmbH Insolvenz an, am 1. Oktober 2024 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.[12] Am 12. Juni 2025 gab der Insolvenzverwalter bekannt, dass es aufgrund einer Finanzierungslücke keine Neuauflage des Festivals geben werde. Zahlreiche Insolvenzgläubiger wie Künstler und Gastronomen warteten zu diesem Zeitpunkt noch auf ausstehende Zahlungen aus dem Vorjahr.[13]

Line-ups und Besucherzahlen

Jahr Bühnen Datum Line-up (Auswahl) Besucher
2013 Einzelne Bühne bei Rhein in Flammen 03. Mai 7.000[2]
2014 Einzelne Bühne bei Rhein in Flammen 02. Mai[14] AKA AKA, Dayton & Leonard Bywa 13.000[15]
2015 Einzelne Bühne bei Rhein in Flammen 01. Mai[16] Booka Shade 20.000[15]
2016 Pacific Stage, Atlantic Stage, Techno Circus 29. und 30. Juli Maceo Plex, Uroš Umek, Oliver Koletzki, Stephan Bodzin, Tube & Berger, Dominik Eulberg, Laidback Luke, Lost Frequencies, SIGMA, Monika Kruse, Worakls 27.000[3]
2017 Panama Stage, Container Stage, Sparkassen Bretterbude, Techno Circus 28. und 29. Juli Fedde Le Grand, Rudimental, Ben Klock, Kölsch, Len Faki, AKA AKA feat. Thalstroem, Boris Brejcha, Extrawelt, Klaudia Gawlas, Pappenheimer 25.000[17]
2018 Panama Stage, Container Stage, Sparkassen Bretterbude 13. und 14. Juli Ben Klock, Len Faki, Lost Frequencies, Oliver Heldens, Pan-Pot, Bebetta, Charlotte de Witte, Claptone, Felix Kröcher, Lexer, Reinier Zonneveld
2019 Panama Stage, Container Stage, Sparkassen Bretterbude 12. und 13. Juli Boris Brejcha, Felix Jaehn, Kölsch, Nicky Romero, Stephan Bodzin, Andhim
2020 ausgefallen (Corona-Pandemie)
2021 ausgefallen (Corona-Pandemie)
2022 Mainstage, Container Stage, Techno Stage, Bretterbude Stage 01. und 02. Juli Bastille, Black Eyed Peas, DJ Snake, Da Baby, Alle Farben, David Puentez, Gestört aber geil, Acraze, Elderbrook, Salvatore Ganacci, Fritz Kalkbrenner, Boris Brejcha, Claptone, Richie Hawtin, Pappenheimer, Klaudia Gawlas, Marcel Dettmann 40.000[2]
2023 Mainstage, Techno Stage, Container Stage, Bretterbude Stage 30. Juni und 01. Juli Skrillex, Martin Garrix, Rüfüs Du Sol, Marteria, Gestört aber Geil, SSIO, Cascada, ClockClock, David Puentez, HBz, Klaudia Gawlas, Mike Williams, Younotus, Esther Graf, Franck, Felix Kröcher, Marika Rossa 50.000[18]
2024 Mainstage, 808, Heat, Bretterbude 28. und 29. Juni Swedish House Mafia, Rita Ora, Tyga, Cascada, David Puentez, Chase & Status, Meduza, Nura, Gryffin, HBz, James Hype 40.000[19]
Commons: Panama Open Air – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Panama Open Air Festival 2022. Festivals United Community, abgerufen am 18. Mai 2022.
  2. a b c Clara Karacic: Panama Open Air in Bonn: Vom illegalen Rave zum Festival. General-Anzeiger Bonn, 23. Mai 2023, abgerufen am 2. Januar 2026.
  3. a b Hagen Haas: 5. Ausgabe am 28. und 29. Juli: Panama Open Air Festival 2017 in der Bonner Rheinaue. General-Anzeiger Bonn, 24. Juli 2017, abgerufen am 2. Januar 2026.
  4. Panama Open Air 2022: Line-up, Tickets und Camping – alle Infos zum Festival in Bonn. tonightNews, abgerufen am 18. Mai 2022.
  5. Lukas vom Kolke: PANAMA–Festival wird erwachsen. StudioEins, 15. Juli 2016, abgerufen am 18. Mai 2022.
  6. Panama Open Air GmbH, Bonn. North Data, abgerufen am 18. Mai 2022.
  7. Nicolas Ottersbach: Hohe Kosten und weniger Ticketverkäufe: Zukunft des Panama Open Air in Bonn ist ungewiss. General-Anzeiger Bonn, 18. Juli 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.
  8. Faze-Redaktion: Panama Open Air erntet massive Kritik – Veranstalter äußert sich. Faze Magazin, 3. Juli 2023, abgerufen am 2. Januar 2026.
  9. Nicolas Ottersbach: Insolvenz von Panama Open Air: Pleiten, Pech und Panama. General-Anzeiger Bonn, 6. August 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.
  10. Franz Beschoner: Zukunft ungewiss: Panama Open Air meldet Insolvenz an. DJ Magazine, 7. August 2025, abgerufen am 2. Januar 2026.
  11. Franz Beschoner: Panama Open Air evakuiert: Swedish House Mafia-Auftritt abgebrochen. DJ Magazine, 29. Juni 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.
  12. Insolvenzbekanntmachung, Aktenzeichen 99 IN 184/24, Amtsgericht Bonn, 02.08.2024.
  13. Jan Voß: „Ist Geschichte“: Großes Festival in der Bonner Rheinaue wird es nicht mehr geben. Kölner Stadt-Anzeiger, 12. Juni 2025, abgerufen am 2. Januar 2026.
  14. Roman Ahrens: "Panama Open Air": Viele Besucher zum Elektro-Festival in der Rheinaue erwartet. General-Anzeiger Bonn, 29. April 2014, abgerufen am 2. Januar 2026.
  15. a b Maximilian Mühlens: „Panama-Open-Air“ in der Rheinaue: Ein neues Musikfestival für Bonn geht an den Start. General-Anzeiger Bonn, 27. Januar 2016, abgerufen am 2. Januar 2026.
  16. Maximilian Mühlens: Rhein in Flammen 2015": Kölsch-Rock, Techno und Discolicht-Raketen. General-Anzeiger Bonn, 26. März 2015, abgerufen am 2. Januar 2026.
  17. Leif Kubik: Positive Bilanz:25.000 Fans feiern Panama-Festival in der Rheinaue. General-Anzeiger Bonn, 30. Juli 2017, abgerufen am 2. Januar 2026.
  18. Nicolas Ottersbach: Festival in der Bonner Rheinaue: Weitere Bands für das Panama Open Air 2024 stehen fest. General-Anzeiger Bonn, 7. Februar 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.
  19. Chantal Dötsch: Festival in der Bonner Rheinaue: Panama Open Air endet wegen Unwetter vorzeitig. General-Anzeiger Bonn, 29. Juni 2024, abgerufen am 2. Januar 2026.