Packwagen C/1887
| Packwagen C/1887 Packwagen C/87 Packwagen 87 | |
|---|---|
| Der Packwagen C/87 | |
| Technische Daten | |
| Eigengewicht | 0,55 t |
| Nutzlast | 0,61 t |
| Gesamtgewicht | 1,16 t |
| Länge | 3,12 m (Wagenkasten) |
| Breite | 1,05 m (Wagenkasten) |
| Höhe | 1,07 m (Wagenkasten) |
| Spurweite | 1,53 m |
| Bereifung | Eisen |
Der Packwagen C/1887 (später umbenannt in Packwagen C/87 und Packwagen 87) war ein zweiachsiges und zweispännig gezogenes Pferdefuhrwerk und wurde bis zum Ende des Ersten Weltkrieges eingesetzt.[1]
Entwicklung
Der leicht gebaute und vielseitig verwendete Wagen wurde nach und nach durch den leichten Proviantwagen 95, bzw. 95 n/K ersetzt. Dennoch blieb er bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Einsatz.[1]
Produktion
Die Hauptbestandteile in der Produktion waren Stahl, Eisen, Bronze, Leder, Holz und imprägnierter Stoff.[1]
Technische Daten
Der Packwagen C/1887 war ein zweispännig gefahrener Wagen. Er bestand aus einem Vorder- und Hinterwagengestell mit Wagenkasten und wurde mit dem Protznagelsystem zusammengehalten. Das Vorderwagengestell bestand aus einer drehbaren Achse 87 und hatte große Holzspeichenräder mit Holznaben. Weiterhin gab es eine Deichsel, den Lenkkranz und die Brackenstange mit Ortscheiten. Das Hinterwagengestell hatte eine starre Achse mit Achsfutter und die gleichen Räder mit einer Nabe aus Holz, wie die das Vorderwagengestell.[2]
Der Packwagen C/1887 hatte ein Leergewicht von 550 kg und konnte eine Nutzlast von 580 kg mitführen. Im vollbeladenen Zustand hatte der Wagen damit ein Gesamtgewicht von 1134 kg. Die Deichsel konnte nach oben um 15 und nach unten um 24 Winkelgrad gebogen werden. Zu jeder Seite konnte die Deichsel um bis zu 47 Winkelgrad eingelenkt werden. Die Achsen des Wagens bestanden aus Gusseisen. Auf den Deichselarmen der Vorderachse lag der Lenkkranz, welcher mit einem Bolzen darauf befestigt war.[3]
Der Wagenkasten bestand aus Bodenbrettern, Seitenwänden und einer vorderen und hinteren Kopfwand. Die Bodenbretter lagen auf zwei Unterbäumen und wurden durch Mittelriegel gestützt. Die beiden Seitenwände, welche durch eine vordere und hintere Ecksäule begrenzt wurden, bestanden aus langen Füllbrettern. Zusätzlich gab es auf dem obersten Füllbrett fünf Ösen zum Festzurren von Material.[3] Der Wagenkasten wurde durch fünf Rungen mit Rungenstützen und Bügeln in seiner Lage gehalten. Im Inneren des Wagenkasten befand sich eine Spannkette mit Schließhaken. Die vordere Kopfwand war fest verbaut, die hintere konnte zum Beladen entfernt werden. Um das transportierte Material vor der Witterung zu schützen, gab es ein Plane aus feldgrünem Segeltuch, welche über die Rungen gelegt und befestigt wurde.[4] Der Wagenkasten hatte ein Laderaumvolumen von 2,1 Kubikmeter.[2]
Vor der vorderen Kopfwand des Wagenkastens befand sich ein Sitzkasten, welcher mit einem Eisenblech überzogen war. Dieser diente dem Kutscher als Bocksitz, wodurch die vordere Kopfwand zeitgleich die Rückenlehne war. Die Oberbäume des Wagens dienten neben dem Sitzkasten als Armlehnen und erhöhten den Fahrkomfort. Zum leichteren Auf- und Absteigen auf den Sitzkasten befand sich auf der Sattelseite ein Handgriff. Der Sitzkasten verfügte vorn über eine Klapptür. Darin wurde Wagenzubehör, Vorratssachen, das Gepäck des Kutschers und das Futter für die Zugtiere mitgeführt. An der Rückwand des Sitzkastens, auf der Sattelseite, befand sich eine Halterung für eine Laterne. Auf der Handseite gab es Halterung für die Peitsche. Vor dem Sitzkasten befand sich ein Fußbrett, welches mit drei Löchern zum Abfluss von Regenwasser ausgestattet war.[4]
Einsatz
Der Packwagen C/1887 fand Verwendung als Lebensmittel-, Stabspack- und Kompaniepackwagen bei der Infanterie. Bei den Trainabteilungen wurde er als Eskadronpackwagen und Reservewagen verwendet. Dabei transportierte man in dem Wagen immer Gepäck, Vorratssachen, Lebensmittel und Futter für die Tiere. In den Ausrüstungsnachweisungen vom 14. Mai 1901 wird dieser Wagen auch als Registraturwagen 87 angegeben. Dabei gehörte zur weiteren Ausstattung des Wagens, neben Hufeisen und Hufnägel für die Zugtiere, auch ein Registraturkasten mit Schreibmaterial, Siegeln und Stempeln. Auch gab es einen Feldtisch, zwei Feldstühle und eine Dezimalwaage.
Lackierung
Der Packwagen C/1887 wurden in Khakigrau (RAL 7008) oder Basaltgrau (RAL 7012) lackiert.[1]
Siehe auch
Literatur
- Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform; Wagen, Karren, Schlitten und Ausrüstungen bis 1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2022.
- Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. August Hischwald, Berlin 1913.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform. S. 49.
- ↑ a b Wolfgang Fleischer: Feldwagen in Uniform. S. 48.
- ↑ a b Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 224.
- ↑ a b Oberstabsarzt Dr. W. Niehues: Die Sanitätsausrüstung des Heeres im Kriege. 1913, S. 225.