Pabbay (Sound of Harris)

Pabbay

Pabbay
Gewässer Nordatlantik, Sound of Harris
Inselgruppe Äußere Hebriden
Geographische Lage 57° 46′ N, 7° 14′ W
Länge 4,1dep1
Breite 3,1dep1
Fläche 8,2dep1
Höchste Erhebung Beinn a’ Charnain
196 m ASL
Einwohner unbewohnt

Pabbay ist eine Insel der Äußeren Hebriden in Schottland.[1] Sie ist eine von drei Hebrideninseln dieses Namens.

Geschichte

Die Bezeichnung Pabbay leitet sich, wie zahlreiche andere Ortsnamen, von altnordisch „papar“ für Priester oder Mönch ab und bezeichnet häufig frühmonastische Standorte mit fruchtbaren Böden.[2] Tatsächlich finden sich auf Pabbay mehrere Kapellenreste, die ohne weitere Eingrenzung als mittelalterlich beschrieben werden.[3]

Es existieren jedoch noch frühere Siedlungsspuren auf Pabbay, darunter der eisenzeitliche Dun Seana Chaisteal.[4] Die fruchtbaren Böden des Insel begünstigten deren historische Besiedlung. Die MacLeods von Harris besiedelten Pabbay bis ins frühe 16. Jahrhundert. Die Insel galt als die „Kornkammer“ Harris’. Später lebten dort die Verwalter von St Kilda. 1680 wurden auf Pabbay vier Ortschaften beschrieben, von denen Baile Meadhanach einer verheerenden Flut im Jahre 1697 zum Opfer fiel. Im 19. Jahrhundert war die Inselbevölkerung wieder auf über 300 Personen angewachsen. Zur Schaffung von Weideland für Schafe wurde die Bevölkerung Pabbays im Zuge der Highland Clearances in den 1840er Jahren vertrieben. Zuvor war Pabbay auch bekannt für seine Schwarzbrennereien. Als die königlichen Steuerbeamten die Schwarzbrennerei schließlich belegen konnten, zogen sie den Landbesitzer zur Rechenschaft, was dieser als Vorwand für die Vertreibung der Inselbevölkerung nutzte. 1858 lebte nur noch ein einzelner Schafhirte mit seiner Familie auf Pabbay. Seit 1974 war Pabbay in Privatbesitz.[1][5]

Beschreibung

Pabbay liegt am Nordwestrand des Sound of Harris, welcher die Hauptinseln Harris und North Uist voneinander trennt.[1] Nach Berneray ist Pabbay die größte der zahlreichen Inseln der Meeresstraße. Ihre Randlage an der westlichen Einfahrt in den Sound of Harris begründete ihre Abgeschiedenheit. Pabbay ist weitgehend ungeschützt der Witterung des Atlantik ausgesetzt und aus diesem Grund häufig nur schwierig zugänglich.[6] Nur die kleine, unbewohnte Insel Shillay ist vorgelagert. Berneray liegt drei Kilometer südwestlich, während die Halbinsel Toe Head auf Harris sieben Kilometer nordöstlich gelegen ist.[7]

Die weitgehend regelmäßig geformte Insel ist 4,1 Kilometer lang und höchstens 3,1 Kilometer breit[7], woraus eine Fläche von 820 Hektar resultiert. Höchster Punkt ist der 196 Meter hohe, konische Beinn a’ Charnain. Der saisonal bewohnte, ehemalige Hauptort Bailenacille befindet sich an der Südküste Pabbays.[8] Pabbay ist Teil der National Scenic Area South Lewis, Harris and North Uist.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c Pabbay im Gazetteer for Scotland
  2. Ian A. Simpson, Barbara Crawford, Beverley Ballin-Smith: Papar place-names in the Northern and Western Isles of Scotland: a preliminary assessment of their association with agricultural land potential.
  3. Eintrag zu Pabbay, Teampull Beag auf trove.scot, der Datenbank von Historic Environment Scotland (englisch)
  4. Eintrag zu Pabbay, Seana Caisteal auf trove.scot, der Datenbank von Historic Environment Scotland (englisch)
  5. Eintrag zu Pabbay General auf trove.scot, der Datenbank von Historic Environment Scotland (englisch)
  6. Eintrag zu Pabbay, Teampull Mhoire auf trove.scot, der Datenbank von Historic Environment Scotland (englisch)
  7. a b Karte der Ordnance Survey
  8. Bailenacille im Gazetteer for Scotland
  9. NatureScot: South Lewis, Harris and North Uist NSA
Commons: Pabbay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien