PK Porthcurno
Wegweiser zum Museum (2016) | |
| Daten | |
|---|---|
| Ort | Porthcurno |
| Art |
Technikmuseum
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| Eröffnung | 1998 |
| Website | |
PK Porthcurno, auch genannt Porthcurno Museum of Global Communications (deutsch „Porthcurno Museum für globale Kommunikation“), ist ein Technikmuseum im Vereinigten Königreich.
Lage
Es steht an geografisch exponiertem Ort weit im Südwesten Englands nahe Land’s End in Porthcurno, einer kleinen Siedlung in der Gemeinde St Levan der südenglischen Grafschaft Cornwall.
Name
Der Name PK Porthcurno leitet sich vom alten Rufzeichen „PK“ ab, den die ehemalige Telegrafenstation hatte, in dessen Gebäude sich das heutige Museum befindet, und das von Telegrafisten von anderen Stationen für die Telekommunikation mit Porthcurno als Stationsname verwendet wurde.
Geschichte
19. Jahrhundert
Der Standort des Museums ist nicht nur geografisch exponiert, sondern auch geschichtlich bedeutsam. Nachdem in der Zeit zwischen 1857 und 1866 die ersten transatlantischen Telegrafenkabel zwischen Amerika und Europa verlegt worden waren, genauer zwischen der Heart’s Content Cable Station auf Neufundland und ihrem Pendant auf Valentia Island an der westirischen Foilhommerum Bay, suchte man nach einem geeigneten Ort, um weitere Seekabel direkt in England anzulanden. Man fand ihn hier am Sandstrand von Porthcurno (Bild).
Unter der Regie des schottischen Unternehmers Sir John Pender (1816–1896), bekannt als der „Kabelkönig“, wurde am 7. Juni 1870 hier das erste Seekabel angelandet. Während zuvor die Übermittlung von Nachrichten von oder nach Britisch-Indien sechs Wochen oder länger gedauert hatte, ging es nun mithilfe der elektrischen Telegrafie in weniger als zehn Minuten. Im Jahr 1872 gründete Pender die Eastern Telegraph Company, die zum größten Kabelunternehmen der Welt aufstieg, wobei Porthcurno der zentrale Knotenpunkt des Telegrafennetzes des Britischen Weltreichs wurde.[1]
20. Jahrhundert
Als im Jahr 1901 Guglielmo Marconi (1874–1934) im nahen Poldhu damit begann, Nachrichten mithilfe der revolutionär neuen „kabellosen“ Funktechnik über den Atlantik zu übertragen, erkannte man die kommerzielle Bedrohung durch diese konkurrierende Technologie. Schnell wurde durch Nevil Maskelyne (1863–1924) auf der Klippe über Porthcurno ein 50 m hoher Holzmast mit Antenne errichtet, der es den PK‑Mitarbeitern ermöglichte, die Funksignale von Marconis Sender, der keine 30 km weiter östlich stand, zu empfangen und abzuhören. Einige der vermeintlich privaten Funktelegramme wurden in Zeitschriften veröffentlicht. Maskelyne ging sogar noch weiter und störte Marconis Aussendungen vorsätzlich. Er wollte damit aufzeigen, dass der ungeliebte Konkurrent weder in der Lage war private noch ungestörte Kommunikation anzubieten. Auch wies er darauf hin, dass die drahtlose Technik langsamer sei als die nun seit Jahrzehnten bewährte kabelgebundene Telegrafie.
Am 4. August 1914, unmittelbar mit Eintritt in den Ersten Weltkrieg, kappte die Royal Navy fünf deutsche Telegrafenkabel, während sie die britischen Kabel schützen konnte und diese intakt blieben. Zwischen den beiden Weltkriegen liefen in Porthcurno 14 Seekabel an Land und es wurde zur größten Telegrafenstation der Welt. Im Jahr 1938 wurden über die Station PK etwa 231 Millionen Wörter übertragen, im Jahr 1944 waren es mehr als 700 Millionen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erkannte man die Gefahr, die diesem wichtigen und exponierten Ort und seiner kritischen Infrastruktur drohte. In die Klippen wurde ein umfangreiches unterirdisches Bunkersystem getrieben, das die technischen Anlagen vor deutschen Luftangriffen schützen sollte.[2] Nach dem Krieg, im Jahr 1950, gründete Cable & Wireless hier ein College für Nachrichtentechnik, das der Ausbildung neuer Techniker diente und bis 1993 betrieben wurde. Im Jahr 1970, genau hundert Jahre nach Anlandung des ersten Seekabels, wurden die letzten Telegrafenkabel außer Betrieb genommen.
21. Jahrhundert
Noch heute läuft der Großteil der internationalen Telekommunikation nicht über Satelliten, sondern über Kabel – allerdings sind es heute Glasfaserkabel. Und Porthcurno ist nach wie vor ein wichtiger Teil davon.
Museum
Im Mai 1998 wurde das heutige Museum am historischen Ort eröffnet. Es gliedert sich in mehrere Hauptteile:[3]
- Das Eastern House, im Jahr 1904 errichtet, war einst das Herzstück der Telegrafenstation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es renoviert, erweitert und als Ausbildungsstätte genutzt. Heute beherbergt es den zentralen Teil der Museumsausstellung mit interaktiven Exponaten und teilweise originalen Artefakten, die die Geschichte der Kommunikationstechnik illustrieren.
- Der einst hochgeheime World War II Bunker ist nun öffentlich zugänglich. Hier verbarg sich während des Zweiten Weltkriegs die Telegrafenstation Porthcurno. Es gab spezielle „Regeneratoren“ (abgekürzt englisch Regen), die 1925 eingeführt worden waren. Dabei handelte es sich um Telegrafenrelaissysteme, um ankommende Signale automatisch aufzubereiten und verstärkt weiterzusenden (zu „regenerieren“). Ferner befand sich hier auch eine unterirdische militärische Funkstelle.
- Die Cable Hut ist ein denkmalgeschütztes Gebäude direkt oberhalb des Sandstrands von Porthcurno, das 1929 errichtet wurde, um Unterseetelegrafenkabel aus aller Welt miteinander zu verbinden. Hier sind Originalteile zu sehen inklusive der weltweit größten Sammlung historischer Telegrafenkabel und Anschlusskästen.
- Ergänzt wird das Museum durch einen Shop (Museumsladen), ein Café und einen sehenswerten subtropischen Garten mit zahlreichen Skulpturen.
Die Öffnungszeiten des Museums wechseln je nach Jahreszeit. Während es im Sommer (Juli–September) täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist, beschränkt sich der Zugang im Winter (November–März) auf die Tage Samstag bis Montag und 10:30 bis 16 Uhr.[4]
Weblinks
- PK Porthcurno – Museum of Global Communications. In: Radio Society of Great Britain. 2025 (englisch).
- Lucy Coyne: Citizen Curators present – Once Upon a Time, by Lucy Coyne. PK Porthcurno – Museum of Global Communications. In: YouTube-Video. 16. Juli 2020 (englisch, 14′43″).
Einzelnachweise
- ↑ PKPorthcurno. Our History. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ PKPorthcurno. Going Underground. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ PKPorthcurno. Explore the Museum. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ PKPorthcurno. Plan Your Visit. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).