Pöttinger Landtechnik
| PÖTTINGER Landtechnik GmbH
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1871 |
| Sitz | Grieskirchen, Österreich |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 2.100[1] |
| Umsatz | 461 Mio. Euro[2] |
| Branche | Landtechnik |
| Website | www.poettinger.at |
| Stand: 31. Juli 2025 | |
Die Pöttinger Landtechnik GmbH ist ein seit 1871 in der Landtechnik tätiges Familienunternehmen aus Grieskirchen in Oberösterreich mit Fokus auf Ackerbau, Grünland und Digitaler Landtechnik. Aktuell wird das Unternehmen von einem fünfköpfigen Geschäftsführungs-Team geleitet: Jörg Lechner (Produktion & Materialwirtschaft), Wolfgang Moser (Finanzen, Unternehmensqualität), Herbert Wagner (Human Resources & IT), Markus Baldinger (Forschung und Entwicklung) und Gregor Dietachmayr (Vertrieb, Marketing, Sprecher der Geschäftsführung).
Geschichte
Seit der Firmengründung im Jahr 1871 hat sich das Familienunternehmen zu einem der führenden Landtechnikhersteller Europas entwickelt. Das Unternehmen wurde von 1991 bis 2016 in vierter Generation von Heinz Pöttinger und Klaus Pöttinger geleitet. Klaus Pöttinger zog sich im Jahr 2016 aus der operativen Geschäftsführung zurück. Anfang 2018 wechselte Heinz Pöttinger in den Aufsichtsrat des Unternehmens.[3]
In der Gründerzeit des Unternehmens erleichterte die Futterschneidemaschine die Arbeit in der Landwirtschaft. Danach folgten eine Reihe von neuen Geräten, wie Mühlen, Pressen, Häcksler, Heuauflader und Mähmaschinen. In den 1960er-Jahren wurde im Rahmen einer Großserienproduktion die Pöttinger Heuraupe, ein Meilenstein in der Hangmechanisierung hergestellt. 1963 kam der Ladewagen als heute obligatorisches Heuerntegerät hinzu. Pöttinger wurde zum größten Ladewagenhersteller. Die bayerische Pflugfabrik wurde 1975 von den Gebrüder Stumm im oberbayerischen Landsberg am Lech übernommen. Diese waren kurz vor ihrer Insolvenz. Weitere Zweigwerke bestehen in Bernburg, wo 2001 das Sätechnikwerk der Firma Rabe Agri übernommen wurde und Vodňany in der Tschechischen Republik.
Zur Jahrtausendwende vervollständigten Futtererntemaschinen, Aufsattelpflüge, Wickelmaschinen und Rundballenpressen das Sortiment. Das System Ladewagen kann sich im rationellen Vergleich gegen die Philosophie des Selbstfahrhäckslers behaupten.
Ab August 2021 erweitert das Traditionsunternehmen sein Portfolio im Ackerbau um verschiedene Geräte für die Kulturpflege. Das bestehende Sortiment an Sämaschinen wird durch die Übernahme des italienischen Herstellers Matermacc S.r.l. mit Einzelkornsätechnik erweitert. Der Kauf wurde am 7. November 2022 abgeschlossen.
Die Exportquote lag 2024/2025 bei 90 % der hergestellten Produkte. Der österreichische Markt hatte somit einen Umsatzanteil von 10 %. Die Sparte Bodenbearbeitung trug 1/3, der Bereich Grünland mit 2/3 zum Umsatz der Firma von 491 Millionen Euro bei.[4] Im Sommer 2024 kündigte das Unternehmen an, aufgrund von Umsatzrückgängen 200 von 1200 Mitarbeitern für drei bis vier Wochen arbeitslos zu melden. Zudem würden 450 Angestellte aus Solidarität mit den betroffenen Arbeitern eine Woche unbezahlten Urlaub nehmen. Mit diesen Maßnahmen könnten Kündigungen vermieden werden, so Geschäftsführer Gregor Dietachmayr.[5] Bereits 2009 hatte das Unternehmen Mitarbeiter aufgrund eines Auftragsrückgangs aufgefordert, für ein Jahr auf 5,5 Prozent ihres Einkommens zu verzichten bzw. einen dreiwöchigen unbezahlten Urlaub zu akzeptieren.[6] Pöttinger wird regelmäßig als „Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnet.[7] Pöttinger nimmt regelmäßig beim Girls' Day teil, eine Aktion, die langfristig für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgt.[8]
Kontroversen
Geschäftstätigkeit in Russland
Laut der Leave Russia-Datenbank bleibt Pöttinger auf dem russischen Markt aktiv.[9] Die Leave Russia Datenbank bezieht sich dabei auf Quellen, die wiederum auf die Leave Russia Datenbank verweisen.[10]
Am 11. Juli 2025 eröffnete Pöttinger in der russischen Region Rjasan ein Service- und Logistikzentrum, das laut Unternehmensangaben die Betreuung landwirtschaftlicher Betriebe verbessern und die Präsenz am russischen Markt stärken soll. Die Eröffnung, fand zum 15-jährigen Jubiläum der Pöttinger-Aktivitäten in Russland stattfand.[11] Alle Aktivitäten am russischen Markt entsprechen vollständig den Vorgaben der EU und der Intention der Maßnahmen, keine Waren zu liefern, die das Potenzial haben, Russland militärisch, technologisch oder finanziell zu stärken, oder einen Beitrag zur Entwicklung des Verteidigungs- und Sicherheitssektors zu leisten.[12]
Produkte
| Grünland | Ackerbau | Digitale Landtechnik |
|---|---|---|
| Mähwerke | Pflüge | Software |
| Schwadtechnik | Kreiseleggen | Datenmanagement |
| Zettkreisel | Grubber | Bedienung |
| Schwadkreisel | Sätechnik | Assistenzsysteme |
| Ladewagen | Scheibeneggen | |
| Rundballenpressen | Kulturpflegemaschinen | |
| Kurzkombinationen |
Produktionsstandorte
In Österreich
- Grieskirchen, OÖ – Grünlandtechnik
- St. Georgen bei Grieskirchen, OÖ – Schwadtechnik, Rundballenpressen
Im Ausland
- Deutschland:
- Bernburg – Sätechnik
- Tschechien:
- Vodňany – Bodenbearbeitung
- Italien:
- San Vito al Tagliamento – Einzelkornsätechnik
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ https://www.meinbezirk.at/grieskirchen-eferding/c-wirtschaft/poettinger-landtechnik-erreichte-geplantes-umsatzniveau_a7629349
- ↑ https://www.meinbezirk.at/grieskirchen-eferding/c-wirtschaft/poettinger-landtechnik-erreichte-geplantes-umsatzniveau_a7629349
- ↑ https://www.meinbezirk.at/grieskirchen-eferding/c-wirtschaft/klaus-poettinger-zieht-sich-aus-der-geschaeftsfuehrung-zurueck_a1724986
- ↑ Wirtschaftszeit | Pöttinger erzielt einen Umsatz von knapp 500 Millionen Euro
- ↑ Pöttinger meldet 200 Arbeiter vorübergehend arbeitslos. In: derstandard.at. Abgerufen am 25. Juni 2024.
- ↑ Pöttinger will Entgelt der Mitarbeiter kürzen. In: nachrichten.at. Abgerufen am 25. Juni 2024.
- ↑ PÖTTINGER Landtechnik GmbH erneut als feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet. 10. August 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ [1]
- ↑ Pottinger. Abgerufen am 4. August 2025 (englisch).
- ↑ [2]
- ↑ Pöttinger expands its operations in Russia. In: AgroNews. 4. August 2025, abgerufen am 4. August 2025 (ukrainisch).
- ↑ [3]