Ottostraße (München)
| Ottostraße | |
|---|---|
| Straße in München | |
| Die Ottostraße | |
| Basisdaten | |
| Landeshauptstadt | München |
| Stadtbezirk | Maxvorstadt |
| Hist. Namen | Mariengasse |
| Name erhalten | unklar, siehe Namensgeber |
| Anschlussstraßen | Lenbachplatz, Brienner Straße |
| Querstraßen | Barer Straße, Karlstraße, Max-Joseph-Straße |
| Nummernsystem | Orientierungsnummerierung |
| Nutzung | |
| Nutzergruppen | Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr |
| Technische Daten | |
| Straßenlänge | nicht nachgewiesen |
Die Ottostraße ist eine Innerortsstraße im Stadtbezirk Maxvorstadt (Nr. 3) von München.
Verlauf
Die Straße beginnt am Lenbachplatz und geht von diesem westlich der Alten Börse nach Nordosten ab. Hier folgt die Münchner Straßenbahn der Ottostraße. Nach rund 100 m verzweigt sich die Straße im spitzen Winkel; der linke Zweig wird von der Barer Straße gebildet, dem die Straßenbahn über die Haltestelle Ottostraße zum Karolinenplatz folgt, den östlichen Zweig bildet die Fortsetzung der Ottostraße. In dem durch die Verzweigung gebildeten spitzwinkligen Dreieck liegt eine kleine Grünfläche mit einem hier 1890 aufgestellten Denkmal für den Stenographen Franz Xaver Gabelsberger, auf deren Westseite die Arcostraße in die Barer Straße mündet. Den sich östlich der Ottostraße bis zum Lenbachplatz erstreckenden Bernheimer-Block mit dem monumentalen neubarocken Bernheimer-Palais auf der Seite zum Lenbachplatz über rund 150 Meter entlang schließt nach Nordosten ein Seitenzweig der Ottostraße ab, der zum Übergang vom Lenbachplatz zum Maximiliansplatz führt und über einen Grünraum den Übergang zum Haus Regina bildet. Die Ottostraße führt rund 50 Meter weiter geradlinig, bis sie mit der von Nordwesten kommenden Karlstraße zusammentrifft und deren Verlauf folgend für rund 30 Meter nach Südosten abknickt. Sie ändert dann ihre Richtung nach Ostnordosten und führt parallel westlich zum Maximiliansplatz geradlinig am Regina-Haus entlang zur Max-Joseph-Straße, die sie im rechtwinklig kreuzt. Weiter liegt links der Gebäudekomplex der Handwerkskammer für München und Oberbayern mit der Galerie Handwerk,[1] während die rechte Straßenseite vom Gebäudekomplex der Industrie- und Handelskammer begrenzt wird. Rechts schließt sich weiter eine zum Maximiliansplatz überleitende Eschenanlage an, in dem der 1965 hier wieder aufgestellte Nornenbrunnen (ursprünglich seit 1907 auf dem Stachus) steht. Dort befindet sich auch ein „der Pfalz und ihren im Weltkrieg gefallenen Soehnen“ gewidmeter Gedenkstein. Die Ottostraße endet an der Brienner Straße neben dem nunmehr nach Neuanlage 2024 so genannten Platanenplatz,[2] an den der Platz der Opfer des Nationalsozialismus östlich anschließt.
Geschichte
Die Straße bildet einen Teil des Ensembles Maxvorstadt I (Ensemble Nr. E-1-62-000-34). Die Hausnummerierung wurde (wohl in den 1980er Jahren) geändert.[3]
Namensgeber und Benennung
Der Straßenname wird dem Wittelsbacher Prinz Otto von Bayern (1815–1867), dem ersten König des neu geschaffenen Königreichs Griechenland von 1832 bis 1862, zugeordnet. Otto war der zweite Sohn des späteren Königs Ludwig I. von Bayern und der Therese von Sachsen-Hildburghausen, seit 1825 Königin von Bayern. Hiergegen sprechen jedoch Frühnennungen in den 1810er Jahren.
Wann die Straße ihren bestehenden Namen erhalten hat, ist unklar. Hans Dollinger[4] gibt „um 1880“ an, dies übernimmt Stadtgeschichte München. Dagegen ist im München Wiki zutreffend vermerkt, dass Gustav Wenngs Atlas von München aus den Jahren 1849–1851[5] die Otto-Straße bereits kenne. Im Plan der Königlichen Residenzstadt München von 1826 sei die Otto-Straße bereits genannt. Im Büchlein Reisen durch das Königreich Baiern von Ignaz Joseph von Obernberg aus dem Jahr 1817 (4. Band, II. Heft) heißt es auf Seite 283, „... die Baierstraße nach Landsberg einerseits, die Fürstenstraße nach Schwabing gegen Osten schließen die Maximilians Vorstadt ein; zwischen ihnen liegen die Otto- und Löwenstraße“.[6]
Gebäude unter Denkmalschutz
- Nr. 4/6/8: Erweiterungsbau des Bernheimer-Hauses, stuckierte Neubarockfassade, 1909–1910 von Friedrich von Thiersch; mit Innenräumen, u. a. Gobelinsaal (Denkmalliste D-1-62-000-3820), Nr. 4 vormals Englisches Kaufhaus, Nr. 6 Erstbebauung 1827, später Hotel Russischer Hof und Hotel Eden
- Nr. 10: Bayerische Notarkasse, repräsentatives Verwaltungs-, Geschäfts- und Wohngebäude, dreiteiliger, sechs- bis achtgeschossiger Baukomplex in städtebaulich wichtiger Ecklage, Stahlbetonskelettbau mit Werksteinverkleidung (Marchinger Kalkstein), 1951 nach Entwurf von Emil Freymuth; Hauptblock hervorgehoben durch Balkone und auf zarten Stützen vorkragendes Flachdach; Fassadenrelief von Robert Lippl (Denkmalliste D-1-62-000-7916)
- Nr. 17: freistehender kubischer Bau, im Kern klassizistisch, 1812–1813 von Karl Friedrich Klumpp, 1889 in klassischen Renaissanceformen umgestaltet (Denkmalliste D-1-62-000-5083)
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Erweiterungsbau des Bernheimer-Hauses
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Haus der Bayerischen Notarkasse
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Ottostraße 17
Abgegangene Gebäude
- Nr. 3/5: ehemaliger Steinberg-Block
- Nr. 19: ehemalige Villa Cramer-Klett, auch als „Palais Schönborn“ bekannt, 1843, 1884/85 durch Albert Schmidt umgebaut, nach starker Beschädigung 1944 im Jahr 1956 abgebrochen
- Nr. 21: Villa Axter, Erstbebauung 1810, nach Zerstörung 1945 abgebrochen
Gebäude in der Nähe
- Max-Joseph-Straße/Ottostraße (Anschrift: Maximiliansplatz 5): Regina-Palast-Hotel, bis 1975, danach als Haus Regina genutzt.
Denkmäler
- Denkmal für den Stenographen Franz Xaver Gabelsberger, Bronze-Sitzbild, 1890 von Syrius Eberle; auf platzartiger Erweiterung (Denkmalliste D-1-62-000-5084)
- Mädchen mit Krug, 1956, Ottostraße 8, von Rolf Nida-Rümelin
- Denkstein, „der Pfalz und ihren im Weltkrieg gefallenen Soehnen“ gewidmet
Brunnen
- Nornenbrunnen, 1907 von Hubert Netzer (ursprünglich am Stachus)
Literatur
- Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 236.
Weblinks
- Ottostraße im München Wiki
- Die Ottostraße auf der Website von Stadtgeschichte München
Einzelnachweise
- ↑ Galerie Handwerk München. 2. September 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ muenchen.de: Radschnellverbindung in Münchner Norden: 1. Abschnitt fertiggestellt. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Zuvor ersichtlich linksseitig beginnende Hufeisennummerierung, vgl. Stadtkarte München, Zusammendruck Innenstadt, Städt. Vermessungsamt, Beilage zu Erwin Schleich: Die zweite Zerstörung Münchens, J. F. Steinkopf Verlag, Stuttgart, 2. Aufl. 1981, ISBN 3-7984-0530-1; Heinrich Habel/Klaus Merten/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils, Prestel-Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 307, geben noch die früheren Hausnummern an; frühere Nummerierung auch noch im Münchner Stadtadreßbuch 1969, Adreßbuchverlagsgesellschaft Ruf, München, S. 618/619; Nummernkonkordanz teilweise im München Wiki
- ↑ Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 236
- ↑ Wenng, Gustav, 1814-1880:Topographischer Atlas Von München In Seinem Ganzen Burgfrieden ( 1849-1851) - Digitalisiertes Buch aus dem urheberrechtsfreien Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München [Deutschland] 2007-2025 Bildähnlichkeitssuche. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Reisen durch das Königreich Baiern: Topographie der königl. Haupt- und Residenzstadt München. 4,2. 1817 (google.de [abgerufen am 16. Dezember 2025]).
Koordinaten: 48° 8′ 36″ N, 11° 34′ 20″ O