Ottokar Weber

Ottokar (auch Ottocar) Weber (* 10. März 1860 in Prag; † 9. März 1927 in Zahrádky) war ein österreichisch-tschechoslowakischer Historiker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Ottokar Weber studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Prag von 1880 bis 1885 Geschichte an der Universität Wien (Institut für Österreichische Geschichtsforschung) und promovierte dort 1885 bei Theodor von Sickel. Nach Forschungsarbeiten in Paris, London und Berlin habilitierte er sich 1887 für Neuere Geschichte an der Deutschen Universität Prag. Dort lehrte er dann als Privatdozent, seit 1893 als außerordentlicher und seit 1900 als ordentlicher Professor für Allgemeine Geschichte. Im Amtsjahr 1916/17 bekleidete er das Amt des Rektors der Deutschen Universität Prag.

Ottokar Weber veröffentlichte vor allem Arbeiten zur deutschen Geschichte im 17., 18. und 19. Jahrhundert und hielte zahlreiche historische Vorträge in Prag.

Veröffentlichungen

  • Die Quadrupel-Allianz vom Jahre 1718. Ein Beitrag zur Geschichte der Diplomatie im achtzehnten Jahrhundert. Tempsky, Prag 1887 (= Habilitationsschrift Deutsche Universität Prag).
  • Der Friede von Utrecht. Verhandlungen zwischen England, Frankreich, dem Kaiser und den Generalstaaten 1710–1713. Perthes, Gotha 1891 (Volltext).
  • Der Friede von Rastatt 1714. In: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Bd. 8 (1892), S. 273–310.
  • Die Entstehung der Porcellan- und Steingutindustrie in Böhmen (= Beiträge zur Geschichte der deutschen Industrie in Böhmen, Bd. 3). Verl. d. Vereines f. Geschichte d. Deutschen in Böhmen, Prag 1894 (Volltext).
  • Die Occupation Prags durch die Franzosen und Baiern 1741–41. Calve, Prag 1896 (Volltext).
  • Eine Kaiserreise nach Böhmen im Jahre 1723. Calve, Prag 1898 (Volltext).
  • Wallenstein. Eine Studie. In: Deutsche Arbeit. Zeitschrift des Volksbunds für das Deutschtum im Ausland, Bd. 1 (1901), S. 765–793.
  • 1848. Sechs Vorträge (= Prager Hochschulvorträge, Bd. 1). Teubner, Leipzig 1904 (3. Aufl. 1918).
  • Von Luther zu Bismarck. Zwölf Charakterbilder aus deutscher Geschichte. Zwei Bände. Teubner, Leipzig 1906.
  • 1809. Bellmann, Prag 1909.
  • Deutsche Geschichte vom westfälischen Frieden bis zum Untergange des römisch-deutschen Reiches 1648/1806. Quelle & Meyer, Leipzig 1913.
  • Österreich und England (= Flugschriften für Österreich-Ungarns Erwachen, Bd. 2). Strache, Warmsdorf 1915.
  • Balkanprobleme. Verl. des dt. Vereins zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse in Prag, Prag 1916.
  • Koalitionskriege und Bündnisse in der Neuzeit. Rektoratsrede. Selbstverl. d. K. K. Dt. Karl-Ferdinands-Univ., Prag 1917.
Wikisource: Ottokar Weber – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Weber, Ottokar. In: Wolfgang Weber: Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Lehrstuhlinhaber für Geschichte von den Anfängen des Faches bis 1970. 2. Aufl. Lang, Frankfurt/M. 1987, S. 643f., ISBN 3-8204-1051-1