Otto Weinberger (Wirtschaftswissenschaftler)

Otto Weinberger (* 20. Februar 1882 in Brünn; † 8. Juli 1958 in Wien) war ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler, Soziologe, Theologe und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung am Gymnasium in Brünn studierte Otto Weinberger an der Universität Wien Rechts- und Staatswissenschaft sowie Volkswirtschaftslehre. Nach seiner Promotion sowohl in der Rechtswissenschaft (1905) war er als Richter im österreichischen Justizwesen tätig. 1923 promovierte er zum Dr. rer. pol. Im Jahre 1938 wurde er aus dem Justizdienst entlassen. Nachdem er sich 1945 an der Universität Wien habilitiert hatte, lehrte er dort seit 1945 als Dozent (ab 1951 als außerordentlicher Professor) für Nationalökonomie und Soziologie. Einen weiteren Doktorgrad erwarb er 1946 auf dem Gebiet der Theologie.[2]

Weinberger legte zahlreiche Veröffentlichungen insbesondere aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaft und Soziologie vor und gehörte mehreren wissenschaftlichen Akademien an. Außerdem übersetzte er zwei Werke zur politischen Ökonomie bzw. Geldtheorie in die deutsche Sprache.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Prozeßrechtliche Beiträge zum Österreichischen Seerechte. Moser, Graz 1910.
  • (Übers.): William Stanley Jevons / Die Theorie der politischen Ökonomie (= Sammlung sozialwissenschaftlicher Meister, Bd. 23). Fischer, Jena 1924.
  • Die Grenznutzenschule. Meyer, Halberstadt 1926.
  • Mathematische Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung. Teubner, Leipzig 1930.
  • (Übers.): Gustavo Del Vecchio / Grundlinien der Geldtheorie (= Beiträge zur politischen Ökonomie, Bd. 1). Mohr, Tübingen 1930.
  • Die Wirtschaftsphilosophie des Alten Testamentes. Springer, Wien 1948.
  • Grundriß der Volkswirtschaftslehre (= Grundrisse der Sozialwissenschaften, Bd. 2). Sexl, Wien 1949.
  • Grundriß der Allgemeinen Wirtschaftsphilosophie. Duncker & Humblot, Berlin 1958.

Aufsätze

  • Eugen von Böhm-Bawerk. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 53 (1924/25), S. 491–508.
  • Karl Ernst Jarcke. Ein Beitrag zu seiner Würdigung nebst unveröffentlichten Briefen und Aktenstücken. In: Historisches Jahrbuch, Bd. 46 (1926), S. 563–593.
  • Knut Wicksell (1851–1926). In: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 24 (1926), S. 131–140.
  • Romantik und Gesellschaftslehre. In: Kölner Vierteljahreshefte für Soziologie, Bd. 5 (1926), H. 3, S. 288–300.
  • Hermann Heinrich Gossen. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft, Bd. 51 (1927), S. 11–28.
  • Zur Würdigung Karl Mengers. In: Swiss journal of economics and statistics, Bd. 84 (1948), S. 164–177.
  • Die Marx-Kritik Vilfredo Paretos. In: Kyklos, Bd. 3 (1949), S. 219–234.
  • Pareto und die materialistische Geschichtsauffassung. In: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Bd. 106 (1950), S. 460–472.
  • Die reine Rechtslehre und ihre Bedeutung für die Staats- und Völkerrechtswissenschaft. In: Österreichische Zeitschrift für öffentliches Recht und Völkerrecht, Bd. 3 (1950/51), S. 102–113.
  • Karl Renner als Soziologe. In: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Bd. 109 (1953), S. 726–736.
  • Pareto und die Finanzwissenschaft. In: Finanzarchiv, Bd. 14 (1953), S. 217–229.
  • Das "Kapital" von Karl Marx und seine Beurteilung durch Vilfredo Pareto. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft, Bd. 76 (1956), S. 565–580.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Weinberger, Otto. In: Brünner Köpfe. Lebensbilder bedeutender Frauen und Männer unserer Heimatstadt. Bundesverband der "Bruna", Stuttgart 1988, S. 136f.; Otto Weinberger. In: Munzinger Online (abgerufen am 30. November 2025).
  2. Thomas Olechowski u. a.: Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918-1938. V & R Unipress, Göttingen 2014, S. 213, ISBN 978-3-89971-985-7.