Otto Teetzmann
Otto Alfred Wilhelm Teetzmann, zumeist Otto A. Teetzmann, (* 30. Juli 1899 in Treptow[1]; † 1947) war ein nationalsozialistischer Funktionsträger und SS-Führer.
Leben
Teetzmann war Sohn eines Fabrikdirektors, über die Mutter liegen keine genealogischen Erkenntnisse vor. Teetzmann ging 1917 zur Armee. 1918 gehörte er der neugebildeten Garde-Kavallerie-Schützen-Division an. Er war zuletzt Leutnant im Deutschen Heer. Dann arbeitete er bei einer Bank, wurde Mitglied des Bundes der Frontsoldaten-Stahlhelm.
Teetzmann trat zum 1. Juni 1930 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 271.567) und die SS (SS-Nummer 3.901) ein. Seine Karriere begann bei der 6. SS-Standarte in Berlin. Schon 1931 wurde Teetzmann SS-Sturmbannführer (Major). Von Juli 1932 bis August 1934 war er Führer der SS-Standarte 44, zuerst im Schloss Harnekop der Familie von Schoenermarck beheimatet, ff. mit Sitz in Eberswalde bei Berlin. Aus dieser Zeit ist vom Generalinspektor der SA und SS, Curt von Ulrich, aus dem vormaligen Bestand des Berlin Document Center, ein Gesamtbericht über die SS-Führer von Berlin und Brandenburg erhalten geblieben, enthalten auch eine Personenbeschreibung Teetzmanns.[2] Er war hier bereits SS-Standartenführer (Oberst). Seine Einheit unterstand der SS-Gruppe-Ost (Berlin-Brandenburg), also zunächst Kurt Daluege, dann Sepp Dietrich, vertreten durch Max Schneller. Teetzmann übte dann später weiterhin mehrere mittlere SS-Funktionen in verschiedenen anderen deutschen Regionen aus.
Am 25. August 1934 wurde er zum SS-Oberführer befördert.[3] Mit diesem Dienstgrad war er kurz Abschnittsleiter, übergeordneter Standortleiter für mehrere SS-Standarten, der SS-Regimenter im Raum Altona. Ab 1. September 1934 übernahm Teetzmann von Emil Mazuw die selbige Funktion in Regensburg, SS-Abschnitt XXVIII, mit den Standarten 3 (Nürnberg), 41 (Oberfranken-Kulmbach) und 68 (Oberpfalz-Amberg). In dieser Aufgabe stand er bis zum 1. Februar 1935.
Ebenfalls 1934/1935 wurde Otto Teetzmann Abteilungschef im Reichsministerium für Luftfahrt in Berlin, war im Präsidium für die Schrift Die Sirene zuständig.[4] Bis 1940 trat er dort als Publizist in Erscheinung.
In der Dienstaltersliste der SS vom Stand Dezember 1938, mit Berichtigungen Juni 1939, ist Otto Teetzmann nicht mehr veröffentlicht. Aus seiner Familie ist lediglich unter der laufenden Nummerierung 1364 ein 1907 geborener Joachim Teetzmann mit der SS-Nummer 3692 als Leiter des Sturmbann I der Berliner SS-Standarte 6 aufgeführt.[5]
1946 findet sich sein Name als Häftling des NKWD-Gefängnis Lindenstraße in Potsdam,[6] welches dann nachfolgend vom MGB geführt wurde; zuvor einst als Gefängnis der Gestapo diente.
Veröffentlichungen
- Ein Jahr Reichsluftschutzbund. In: Die Sirene. Heft 13, Mai 1934, S. 2–3.
- Das Problem des Luftschutzes, In: Luftschutz, 1935.[7] Geleitwort Hugo Grimme.
- Soldaten überall!, In: Kyffhäuser-Kalender. Berlin 1937.
- Der Luftschutz-Leitfaden für alle. Mehrere Auflagen ab 1935, Berlin 1940.
Archivalien (Auszug)
- Archivportal-D / Deutsche Digitale Bibliothek (Hrsg.):
- Untersuchungssache gegen den SS-Oberführer Otto Teetzmann in Berlin-Charlottenburg wegen Misshandlung des amerikanischen Staatsangehörigen cand. med. Samuel W. Rosenstein, In: I. HA Rep 84a, Justizministerium, Nr. 54765. GStA.
- Portrait vom 1. Januar 1934. Fotograf: Paul Mai:
- Lizenz Ullstein-Bild-Archiv: 00316860 (Dort weitere Gruppen-Aufnahme: 00319685).:
- Redaktionell-Getty Images #: 543896885 | Objektname: 1809007.
Literatur
- Vita (engl.), In: Mark C. Yerger: Allgemeine-SS. The Commands, Units and Leaders of the General SS. Schiffer Military History, Atglen 1997. ISBN 0-7643-0145-4, S. 146, 161, 193.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Geburtsregister Standesamt Treptow, Nr. 107/1899.
- ↑ Heute Bundesarchiv (BArch): General-Inspektion. Br.-B.-No. 156/32 v. 23.12.32. Anlage 1, S. 2. Zitat: SS-Standartenführer 44: Standartenführer Te(e)tzmann, Lt. a. D., Bankbeamter: gutes Auftreten vor der Front. Noch etwas jugendlich. Eindruck: gut. Kritik befriedigend. Füllt seine Stellung anscheinend aus. Zitatende.
- ↑ DWS-Xip.pl.: Dienstaltersliste der SS der NSDAP. Stand, München vom 1. Oktober 1934.
- ↑ Kerstin Thieler: ›Volksgemeinschaft‹ unter Vorbehalt. Gesinnungskontrolle und politische Mobilisierung in der Herrschaftspraxis der NSDAP-Kreisleitung Göttingen. In: Veröffentlichungen des Zeitgeschichtlichen Arbeitskreises Niedersachsen. Band 29, Wallstein, Göttingen 2014, S. 276.
- ↑ Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP. Stand vom 1. Dezember 1938, mit Berichtigungsheft Stand 15. Juni 1939. Reprint: Biblio Verlag, Osnabrück 1996, ISBN 3-7648-2487-5, S. 68 f.
- ↑ Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam (Hrsg.): Teetzmann, Otto. Geboren 1899 Berlin. (Stand) 27. August 1946.
- ↑ Siehe: Süddeutsche Monatshefte. 3. Jahrgang, Heft 1-Oktober,J. F. Lehmanns Verlag, München Oktober 1935, S. 518.