Otto R. Croÿ

Otto Roman Croÿ, auch Otto R. Croÿ und Otto Croy (* 1. Januar 1902 in Prag; † 18. Mai 1977 in München), war ein tschechisch-österreichischer Autor, Fotograf, Journalist und Pionier der modernen Fototechnik.

Leben

Otto R. Croÿ wurde am 1. Januar 1902 in Prag als Sohn des Staatsbahnrates der K.K. Österreichischen Staatsbahnen Ing. Gustav Croÿ, auch Maler und Karikaturist, und seiner Frau Rudolfine, geboren. Nach seinem Studium der Physik und Chemie an der Karlsuniversität in Prag, das er als Dr. rer. nat. abschloss, war er Assistent und Lektor am Institut für wissenschaftliche und angewandte Photographie an der Technischen Hochschule in Berlin. Er betätigte sich als Fachschriftsteller für die Belange Fototechnik und Fotografie sowie als Bildjournalist im eigenen Büro in Berlin und abwechselnd in Wien und gründete das "Bildarchiv Croÿ". Er arbeitete als fotografischer Mitarbeiter an der Mehrzahl der führenden Zeitschriften der Welt. Er erhielt einen Lehrauftrag an der Schule "Kunst und Werk" (Reimann Schule) in Berlin. 1936 war er als Chefredakteur der "Photographischen Rundschau", "Kleinbild" und "Farbenphotographie" Verlag Wilhelm Knapp in Halle tätig. Es kam zu ersten Buchveröffentlichungen im gleichen Verlag. In den Kriegsjahren war er für wissenschaftliche Arbeit freigestellt. Bis 1945 entstanden 11 Fotobücher. Als freier Mitarbeiter war er Fotokorrespondent für verschiedene Zeitschriften, z.B: Kölner Photo-Rundschau, Berliner Illustrierte und Wiener Illustrierte. Er war auch naturwissenschaftlicher Mitarbeiter der Zeitschrift Signal (Illustrierte Beiträge über das Leben der Insekten, Bienen, Ameisenvölker etc.). Nach 1945 war er Bildberichterstatter für die Zeitung der Österreichischen Radio-Verkehrs AG (RAVAG). Während dieser Zeit entstand seine bedeutende Fotoserie über die Nachkriegszeit in Wien. Das Historische Museum der Stadt Wien zeigte dazu 1993 die Sonderausstellung „Leben in der Asche. Photographien von Otto R. Croÿ 1945 bis 1948“. Ab 1950 arbeitete er als Chefredakteur des Photo-Magazins und der Fotozeitschrift Klick beim Heering-Verlag in München. Als Pionier der modernen Fototechnik verfasste er eine Reihe von facheinschlägigen Publikationen. Er starb 1977 in München.[1][2][3]

Werke (Auswahl)

  • Perfekte Fototechnik. Heering, Seebruck am Chiemsee 1973, ISBN 978-3-7763-1041-2.
  • Smimanje iz blizine. Tehnička Knjiga, Beograd 1974.
  • Praxis der Foto-Grafik. Heering, Seebruck am Chiemsee 1977, ISBN 978-3-7763-1132-7.
  • Faustregeln für Farbfotos. Heering, Seebruck am Chiemsee 1977, ISBN 978-3-7763-4182-9.
  • Vergrössern mit allen Finessen. Heering, Seebruck am Chiemsee 1975, ISBN 3-7763-1141-X.
  • mit Josef Haslinger: Leben in der Asche. Trümmerjahre in Wien 1945–1948. Kremayr und Scheriau, Wien 1993, ISBN 978-3-218-00566-1.

Einzelnachweise

  1. Otto R. Croÿ, Josef Haslinger: Leben in der Asche. Trümmerjahre in Wien 1945–1948. Kremayr und Scheriau, Wien 1993, ISBN 978-3-218-00566-1, Klappentext.
  2. Plakat zur Ausstellung Leben in der Asche. Photographien von Otto R. Croÿ 1945–1948 auf wienmuseum.at
  3. Otto Croy: Woher stammt die fränkische Familie Croy? In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde, 21. Jg., Nr. 1, 1958, S. 30–34, hier S. 33 (pdf).