Otto Monsheimer

Otto Monsheimer (* 13. Dezember 1897 in Frankfurt am Main; † 14. Oktober 1985 in Johannisberg/Taunus) war ein deutscher Pädagoge und Erwachsenenbildner.[1]

Leben und Wirken

Otto Monsheimer absolvierte nach dem Schulbesuch in Frankfurt am Main die Ausbildung zum Volksschullehrer und war von 1920 bis 1930 dort im Schuldienst tätig. Daneben studierte er an der Universität Frankfurt/M. u. a. Geschichte, Kirchengeschichte und Volkswirtschaftslehre und promovierte 1930 zum Dr. phil. über Kirchenbegriff und Sozialethik bei Martin Luther. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung einer Berufsschule in Magdeburg und unterrichtet an der dortigen Volkshochschule. Während des Dritten Reiches wurde Monsheimer, der sich zum religiösen Sozialismus bekannte, oftmals verhaftet und strafversetzt, zuletzt unterrichtete er als Berufsschullehrer in Berlin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Monsheimer Kreisschuldirektor im Kreis Herzogtum Lauenburg und 1946 Direktor der Volkshochschule in Lübeck. Zugleich war er seit 1947 Vorsitzender des von ihm mitbegründeten Landesverband der Volkshochschulen in Schleswig-Holstein. Sein berufliches Leben setzte er 1951 in Frankfurt am Main als Magistrats-Oberschulrat (Berufs- und Fachschulen) fort und wechselte 1955 in das Hessische Kultusministerium (Referat Berufliches Schulwesen). Seit 1955 hatte er außerdem einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt/M., die ihn 1957 zum Honorarprofessor für Politische Bildung, Berufserziehung und Erwachsenenbildung. Zugleich hatte er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1967 eine Professur am Berufspädagogischen Institut der Stadt Frankfurt am Main inne. Maßgebend wirkte Monsheimer in den Verbänden des deutschen Volkshochschulwesens.

In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Otto Monsheimer vor allem mit dem Gebiet der Berufspädagogik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Kirchenbegriff und die Sozialethik Luthers in den Streitschriften und Predigten 1537/40. Kalbfleisch, Gelnhausen 1930 (= Dissertation Universität Frankfurt am Main.).
  • Gewerbliche Berufsschulen (= Drei Generationen Berufsschularbeit. Bd. 1). Beltz, Weinheim 1955.
  • mit Hans Türpitz: Rechenbegabung, Rechenleistung, Rechenfehler (= Studien zur Berufspädagogik. Bd. 3). Beltz, Weinheim 1960.
  • Erziehung zur beruflichen Tüchtigkeit. In: Fritz Blättner u. a. (Hrsg.): Handbuch des Berufsschulwesens. Quelle & Meyer, Heidelberg 1960, S. 303–320.
  • Erziehung zur Verantwortung und Kulturfähigkeit. In: Fritz Blättner u. a. (Hrsg.): Handbuch des Berufsschulwesens. Quelle & Meyer, Heidelberg 1960, S. 321–335.
  • mit Wolfgang Hilligen: Fragen, urteilen, handeln. Orientierungshilfen zur politischen Bildung für Berufs- und Fachschüler. Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main 1962.
  • mit Karl Bauer: Soldat sein – wie, warum, wofür? Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main 1965.
  • Erziehung für Übermorgen. Erziehung für die technisierte Arbeitswelt in der amerikanischen Leistungsgesellschaft. Beltz, Weinheim 1968.
  • Aktionsfeld Politik. Orientierungshilfen zur politischen Bildung. 6. Auflage. Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-454-11790-9.
  • Erziehungsziele der amerikanischen Mittelschichten. In: Gerd Kadelbach (Hrsg.): Bildungsfragen der Gegenwart. Athenäum-Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-8072-3001-7, S. 75–84.
  • In Zeiten der Wende. Ausgewählte Aufsätze 1932–1974. Hrsg. von Rolf Berke. Beltz, Weinheim 1986, ISBN 3-407-54171-8 (Bibliographie Otto Monsheimer S. 277–284).

Festschrift

  • Otto Monsheimer zum 13. Dezember 1957. Beltz, Weinheim 1957.

Literatur

  • Ludwig Kiehn: Weite Welt und breites Leben im berufspädagogischen Wirken Otto Monsheimers. Parzeller, Fulda 1972.

Einzelnachweise

  1. Gerd Kadelbach, Gümther Wolgast: Otto Monsheimer. In: Günther Wolgast, Joachim H. Knoll (Hrsg.): Biographisches Handwörterbuch der Erwachsenenbildung. Erwachsenenbildner des 19. und 20. Jahrhunderts. Burg Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-922801-84-6, S. 279f. (mit allen biografischen Daten).