Otto Meißer

Otto Meißer (* 19. Juni 1899 in Apolda; † 23. Juli 1966 in Freiberg) war ein deutscher Geophysiker.

Leben

Otto Meißer legte am Realgymnasium Weimar sein Abitur ab und studierte danach an der Universität Jena. 1923 promovierte er zu dem Thema „Dekrementbestimmung mittels Einfunkenmethode“ und erhielt das Prädikat „magna cum laude“. Von Oktober 1923 bis 1940 war er an der in Jena neu errichteten Reichsanstalt für Erdbebenforschung tätig, zunächst als Assistent, ab 1933 als Regierungsrat. 1928 habilitierte er sich mit der Arbeit "Beiträge zu einer experimentellen Seismik" an der Universität Jena für Geophysik und wurde 1935 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. Zum 1. Juni 1940 erfolgte seine Ernennung zum beamteten außerordentlichen Professor und Direktor des Instituts für Angewandte Geophysik an der Bergakademie Freiberg.[1] Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.083.127)[2]. Bereits seit April 1933 war er Mitglied der SA (1941 SA-Sturmführer).

Meißer war ein Pionier der Angewandten Geophysik schon vor dem Zweiten Weltkrieg.

Meißer war seit 1951 ordentlicher Professor für Angewandte Geophysik an der Bergakademie Freiberg, er leitete das Institut für Geodynamik in Jena. Auffällig war seine große Fähigkeit, neue Schwerpunkte angewandter geophysikalischer Verfahren zu erkennen und gezielt seine jungen Wissenschaftler mit diesen zu betrauen. Auf diese Weise wurden neue geophysikalische Erkundungsmethoden entwickelt und qualifiziert (z. B. die Tellurik oder die Magnetotellurik).

Von 1955 bis 1957 war er Rektor der Bergakademie Freiberg. In die Zeit seines Rektorates fällt ein großer Teil des Aufbaus des Campus der Bergakademie Freiberg. 1966 wurde er zum Ehrensenator der Bergakademie ernannt. Das Gebäude des geophysikalischen Institutes trägt heute seinen Namen: „Otto-Meißer-Bau“.

Schriften

Mitgliedschaften

Quellen

  • Festschrift zur 175-Jahrfeier der Bergakademie Freiberg. Freiberg 1965

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv Berlin, R 4901/13271.
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28170510