Otto Kleschies
Otto Kleschies (* 14. Dezember 1887 in Schillewethen im Landkreis Elchniederung in der Provinz Ostpreußen; † 10. Dezember 1965 in Bochum) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Nach seinem Schulbesuch in seinem Heimatdorf siedelte seine Familie in das Ruhrgebiet über, wo er als Bergmann (Gesteinshauer bei der Zeche Hannover) in Wattenscheid tätig wurde. Zum 1. Dezember 1928 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 108.040),[1] wo er bis Oktober 1932 Ortsgruppenleiter war, als er das Amt des NSDAP-Kreisleiters Wattenscheid übernahm. Dieses Amt (ab 1934 hauptamtlich) übte er bis zum 5. März 1938 aus. Mit dieser Tätigkeit verbunden war die Mitgliedschaft in der Wattenscheider Stadtvertretung sowie im Provinziallandtag der Provinz Westfalen. Außerdem kandidierte er für den Preußischen Landtag. Er wurde beurlaubt, weil ein Parteigerichtsverfahren gegen ihn anhängig war. Ihm wurde Betrug zum Nachteil der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt vorgeworfen, weil er einen Antrag auf Unterstützung gestellt hatte, ohne dass hierfür ein Bedarf gegeben war.
Im Oktober 1933 kam er als Aufseher im Straßenreinigungsamt in ein Arbeitsverhältnis bei der Stadtverwaltung Wattenscheid. Später wurde er dort Abteilungsleiter. 1939 versuchte die Gauleitung Westfalen-Süd, Kleschies zum Gaubeauftragten für Altmaterialverwertung zu machen. Obwohl im Stellenplan keine Position frei war, erhielt er diesen Posten, den er bis August 1940 innehatte.
Er wechselte seinen Arbeitsplatz und kam Mitte August als Lagerführer des Fremdarbeiterlagers zur Zeche Robert Müser, die von der Harpener Bergbau AG betrieben wurde.
Am 16. Mai 1945 wurde er im Internierungslager Recklinghausen-Hillerheide und später im Internierungslager Staumühle bis zum 3. Juli 1947 interniert. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er vom Hauptausschuss Bochum am 5. Mai 1948 in die Kategorie III (Minderbelastet) eingestuft.
Kleschies lebte nach seiner Entlassung in einer Wohnkolonie der Harpener AG in Bochum-Werne, war zunächst arbeitslos und wurde später wegen seines Gesundheitszustandes Invalide.
Literatur
Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 243f. (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/20800549