Otto Jüdell

Otto Baruch Jüdell[1] (geboren 25. August 1839 in Celle; gestorben 4. Mai 1913 in Meran) war ein deutscher Rechtsanwalt, Notar und Geheimer Justizrat.[2]

Leben

Jüdell wurde zur Zeit des Königreichs Hannover geboren als der älteste Sohn des Celler Rechtsanwalts Moritz Jüdell. Nach seinem Schulbesuch begann er im April seine Studien der Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg[1] und anderen Universitäten und wurde 1861 zum Auditor in Celle ernannt. Nach seinem großen Staatsexamen 1865[2] ließ er sich zu Beginn 1866 als Advokat anfangs in seiner Geburtsstadt Celle nieder. Als engagierter Anhänger der Welfen spendeten er und sein Vater bald darauf die Hinterbliebenen der Gefallenen der Schlacht bei Langensalza.[1]

Ab dem 1. Oktober 1879 wirkte Otto Jüdell als einer von zehn Rechtsanwälten am Oberlandesgericht Celle, erhielt 1880 seine Zulassung als Notar und 1881 den Titel als Justizrat verliehen. Nach der Auflösung des Celler Obergerichts siedelte er 1882 nach Hannover über, wo er als Rechtsanwalt beim Landgericht Hannover geführt wurde[1] und später zum Geheimrat ernannt wurde.[2]

Jüdell trat zwar kaum öffentlich politisch in Erscheinung, wirkte jedoch als stellvertretender Vorsitzender im Rechtsanwaltsverein Hannover. Der Geheime Justizrat starb am 5. Mai 1913 im Alter von knapp 71 Jahren in Meran. Im Hannoverschen Courier wurde die Überführung seiner Leiche nach Hannover angekündigt.[2]

Commons: Otto Jüdell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Sibylle Obenaus: Moritz Jüdell. In: Werner Meiners, Herbert Obenaus (Hrsg.): Juden in Niedersachsen auf dem Weg in die bürgerliche Gesellschaft. Vorträge des Arbeitskreises Geschichte der Juden in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen ( = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 275), Göttingen: Wallstein-Verlag, ISBN 978-3-8353-1533-4 und ISBN 3-8353-1533-1, S. 71–73; hier: S. 73
  2. a b c d o. V.s. Geheimer Justizrat Otto Jüdell, Hannover, †. In: Hannoverscher Courier vom 6. Mai 1913, Morgenausgabe, S. 9; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek