Otto Herweg

Otto Herweg (* 9. Dezember 1849 in Gladbach; † 14. November 1921 in Danzig) war ein deutscher Pädagoge und Botaniker. Er verbrachte sein gesamtes Berufsleben in der preußischen Provinz Westpreußen.

Leben

Herkunft, Ausbildung und Privatleben

Er wurde in eine Familie römisch-katholischen Glaubens[1] geboren und kam 1849 in Gladbach zur Welt, das zu jenem Zeitpunkt etwa 5000 Einwohner hatte und innerhalb des Königreiches Preußen zur Rheinprovinz gehörte. Seine Eltern waren der damals amtierende, erste hauptamtliche Bürgermeister der Bürgermeisterei Gladbach Jakob Herweg (1811–1891) und dessen Ehefrau Pauline Rosenthal († 1875).[2] Otto Herweg besuchte sieben Jahre lang das Gymnasium in Koblenz und erhielt dort im August 1869 sein Reifezeugnis mit Auszeichnung.[2]

Anschließend studierte er an der Königlichen Theologischen und Philosophischen Akademie in Münster Mathematik und Naturwissenschaften. Am 4. Juni 1873 legte er das Examen zur Lehrbefähigung ab[1] und absolvierte daraufhin zwischen Oktober 1873 und Oktober 1874 sein Probejahr an den Gymnasien in Konitz und Neustadt (beide Provinz Westpreußen).[1]

Berufliche Karriere

Seinen Einstieg ins Berufsleben fand Herweg im Oktober 1874, als man ihn nach dem Probejahr in Neustadt übernahm und er dort zunächst „kommissarischer Verwalter einer ordentlichen Lehrerstelle“[1] wurde, ehe er im Juli 1875 eine Festanstellung erhielt. Zum 1. Oktober 1879 wechselte er innerhalb Westpreußens an das Kulmer Gymnasium, wo er sechs Jahre unterrichtete. Als Oberlehrer kehrte er im Oktober 1885 nach Neustadt zurück. Im März 1893 wurde er zum Professor ernannt und am 28. April 1898 durch kaiserlichen Erlass zum Rat IV. Klasse befördert. Schließlich ging er 1913 in den Ruhestand.

Als Pensionär lebte er zwischen 1913 und 1916 in Rosenberg, dann in Oliva und starb 1921 im Alter von 71 Jahren in Danzig.

Naturforschung

Herweg war ein sehr aktives Mitglied des Westpreußischen Botanisch-Zoologischen Vereins. Innerhalb der Botanik beschäftigte er sich vor allem mit floristischen Fragestellungen und gab zwischen 1880 und 1915 drei umfassende Florenverzeichnisse zu den westpreußischen Landkreisen Neustadt, Putzig und Rosenberg heraus. In seinem Nachruf auf Herweg lobte Konrad Lakowitz dessen „planmäßige Bemühungen und Studien“,[2] beschrieb ihn als „kenntnisreich [und sorgfältig]“[2] und hob hervor, dass insbesondere die 1915 erschienene Veröffentlichung über die Kreise Neustadt und Putzig dank der „zuverlässigen Bestimmungstabellen“[2] ein „ausgezeichnetes, viel benutztes Vademekum für jeden [sei], der sich mit der heimischen Flora hier beschäftig[e]“.[2]

Publikationen (Auswahl)

  • Herweg: Flora von Neustadt in Westpr. Selbstverlag, 1880.
  • Herweg: Flora der Kreise Neustadt und Putzig in Westpr. Auf Grund zahlreicher Auszeichnungen und Mitteilungen berufener Botaniker und eigener Beobachtungen zum Schulgebrauch und zum Selbstunterricht mit Angabe der Fundstellen. In: Bericht des Westpreußischen Botanisch-Zoologischen Vereins. Band 37, 1915, Seiten 85–331 (auch als separater Sonderabdruck erschienen).
  • Herweg: Bericht über die bisherige Durchforschung des Kreises Rosenberg, insbes. über die in der nächsten Umgebung von Rosenberg selbst gemachten Beobachtungen. In: Bericht des Westpreußischen Botanisch-Zoologischen Vereins. Band 37, 1915, Seiten 372–379.

Einzelnachweise

  1. a b c d Walter Vollberg: Der Lehrkörper von Michaelis 1882 bis Michaelis 1907 mit kurzer Übersicht über die ersten 25 Jahre. In: Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Königlichen Gymnasiums zu Neustadt Westpr. Verlag von H. Brandenburg, 1907, Seite 11.
  2. a b c d e f Konrad Lakowitz: Unsere Toten – Otto Herweg. In: Bericht des Westpreußischen Botanisch-Zoologischen Vereins. Band 50, 1928, Seiten 15–49.