Othmar Zschaler

Othmar Zschaler (* 2. Oktober 1930 in Chur; † 16. April 2023 in Bern) war ein Schweizer Goldschmied und Schmuckdesigner.

Biografie

Othmar Zschaler war der Sohn von Hans Zschaler und Marie Zschaler-Fischer. Von 1946 bis 1950 absolvierte er beim Churer Goldschmied Disam eine Lehre. 1952 kam Zschaler nach Bern, wo er ab 1960 ein eigenes Atelier führte, zunächst in einem Dachgeschoss an der Brunngasse, dann ab 1965 an der Herrengasse 8 und ab 1985 zusätzlich an der Kramgasse 82. Nach der Übergabe seines Ateliers und Ladens an den Nachfolger 1997 arbeitete Zschaler weiter an eigenen Projekten, Objekten und Reliefs in seinem Atelier an der Junkerngasse. Er war seit 1955 mit der Modeschöpferin und Damenschneiderin Margrit Furter verheiratet gewesen.

Wirken

Der Bündner Zschaler war ein Vertreter der modernen Schmuckgestaltung. Ab den 1960er Jahren bewegte er sich an der Grenze zwischen Handwerk und freier Kunst, indem er abstrakte Kompositionen als eigenständige Schmuckunikate schuf. Merkmal von Zschalers Schmuckobjekten waren aufgebrochene Oberflächen[1]. Seine Unikate sind mittlerweile in namhaften Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Zschaler ist auch der Schöpfer des Berner Universitätssiegels. Zudem gestaltete er auch Objekte für Kirchen wie Thomaskirche (Liebefeld), Marienkirche (Bern) und das Johanneszentrum (Bremgarten bei Bern).

Bei seinen Schmuckobjekten verwendete Zschaler neben Gold auch Materialien wie Holz, Elfenbein und Horn. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er beispielsweise zwischen 1957 und 1959 dreimal das Eidgenössische Stipendium für angewandte Kunst, 1967 den Bayerischen Staatspreis und 2010 den Berner Design Preis. Zschaler konnte seine Werke in verschiedenen nationalen und internationalen Gruppenausstellungen sowie auch in Einzelausstellungen wie jener 1999 im Kornhaus Bern präsentieren.

Literatur

  • André Kamber: Der Goldschmied Othmar Zschaler. In: Das Werk. Architektur und Kunst / L’œuvre. Architecture et art. Band 54, 1967, S. 806–810, doi:10.5169/seals-42121.
  • Eugen Gomringer, André Kamber, Othmar Zschaler: Der Goldschmied Othmar Zschaler. Stämpfli, Bern 1969.
  • Urs Dickerhof, Bernhard Giger: Tatort Bern. Zytglogge Verlag, Bern 1976, ISBN 3-7296-0059-1, S. 141–143, 149.
  • Othmar Zschaler: Der Goldschmied Othmar Zschaler / Othmar Zschaler, the goldsmith. P. Haupt, Bern / Stuttgart 1984, ISBN 3-258-03389-7.
  • Othmar Zschaler: Othmar Zschaler - Goldschmied. Bern 1999.

Nachweise

  1. Daniel Leutenegger: Der Schweizer Goldschmied Othmar Zschaler ist gestorben. In: ch-cultura.ch. Abgerufen am 16. Dezember 2025.