Oswald Döpke
Oswald Döpke (* 26. Juni 1923 in Eldagsen, Region Hannover; † 5. Juli 2011 in München[1]) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.
Leben
Nach Besuch einer Realschule und Absolvierung einer Buchhandelslehre in Hannover begann Döpke 1940 eine Schauspielausbildung an der Staatsmusikschule in Braunschweig. Im Zweiten Weltkrieg, an dem er von 1942 bis 1945 als Wehrdienstleistender teilnahm, geriet er in Kriegsgefangenschaft.
Ab 1946 arbeitete Döpke in Hannover und Bielefeld als Schauspieler, bevor er 1949 eine Stellung als Dramaturg annahm und als Regisseur zahlreiche Hörspiele inszenierte. Von 1949 bis 1963 war Sprecher und Regisseur, 1953 wurde er Leiter der Hörspielabteilung und danach Leiter der Fernsehspielabteilung von Radio Bremen. 1961 gab er die Hörspiel-Anthologie Vier Hörspiele (= Bremer Beiträge. Band 3) bei Heyer heraus.
Von 1963 bis 1988 war er als leitender Regisseur beim ZDF tätig und inszenierte nebenbei Theateraufführungen. In dieser Zeit lebte er unter anderem in München und es entstanden unter seiner Regie rund 100 Filme und 450 Hörspiele.[1] Zu seinen Fernsehinszenierungen gehören unter anderem Werke von Federico García Lorca, Jean Giraudoux, Tennessee Williams, Henrik Ibsen, Paul Claudel, Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Maxim Gorki und Anton Pawlowitsch Tschechow, zu seinen Hörspielen Der Feind, Ein Brief aus Jerusalem und Der Hausverkauf. Er war zudem Gastdozent am Mozarteum in Salzburg. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.[2]
Oswald Döpke war evangelisch, verheiratet mit Rotraud Döpke, geborener Küster, und hatte zwei Kinder (Daniela und Manuel).
Filmografie
Regie
- 1965: Ein Volksfeind (TV-Film)
- 1965: Judith (TV-Film)
- 1965: Keine Angst vor der Hölle? (TV-Film)
- 1965: Yerma (TV-Film)
- 1966: Im Jahre Neun (TV-Film)
- 1966: Johannisnacht (TV-Film)
- 1967: Phädra (TV-Film)
- 1968: Der Richter von Zalamea (TV-Film)
- 1969: Ramon Yendias Flucht (TV-Film)
- 1970: Vor Sonnenuntergang (TV-Film)
- 1972: Im Namen der Freiheit (TV-Film)
- 1972: Frohe Ostern (TV-Film)
- 1973: Tod auf der Themse (TV-Film)
- 1973: Ein Fall für Goron (TV-Film)
- 1974: Neugierig wie ein Kind (TV-Film)
- 1975: Flirt von gestern (TV-Film)
- 1975: Wie starb Dag Hammerskjöld? (TV-Film)
- 1975: Sonderdezernat K1 – Sackgasse (TV-Serie)
- 1976: Sladek oder Die schwarze Armee (TV-Film)
- 1979: Nathan, der Weise (TV-Film)
- 1980: Der Thronfolger (TV-Film)
- 1981: Preußische Nacht (TV-Film)
- 1988: Die letzte Fahrt der San Diego (TV-Film)
Drehbuch
- 1968: Der Richter von Zalamea (Adaption)
- 1970: Vor Sonnenuntergang (Adaption)
Auszeichnungen
- 1957: Prix Italia für die Hörspielinszenierung Wovon wir leben und woran wir sterben
- 1965: Erster Preis beim 8. Internationalen Fernsehfestival in Monte Carlo für Verkündigung
- 1966: Hörspielpreis der Kriegsblinden für Miserere
- 1967: Preis beim Internationalen Hörspielfestival des Tschechoslowakischen Rundfunks für Miserere (in Tschechisch)
- 1970: Silberne Maske, Kritikerpreis für beste Inszenierung für König Johann (Thalia-Theater, Hamburg)
- 1978: DAG-Fernsehpreis in Gold für Ernst Niekisch
Literatur
- Oswald Döpke: Ich war Kamerad Pferd. Meine grotesken Kriegserlebnisse 1942–1945. Zeitgut-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-933336-67-8.
- Döpke, Oswald. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 230.
Weblinks
- Oswald Döpke bei IMDb
- Oswald Döpke bei filmportal.de
- Biographie Döpkes beim Deutschen Filmhaus
- Oswald-Döpke-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Einzelnachweise
- ↑ a b Deutscher Regisseur Oswald Döpke gestorben, derStandard.at, abgerufen am 11. Juli 2011.
- ↑ Oswald-Döpke-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.