Ospedalicchio

Ospedalicchio
Ansicht von Ospedalicchio
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Gemeinde Bastia Umbra
Koordinaten 43° 5′ N, 12° 30′ O
Höhe 199 m s.l.m.
Einwohner 1.405 (2011)
Patron San Cristoforo, San Vitale, Madonna della Pietà[1]
Telefonvorwahl 075 CAP 06083

Ospedalicchio ist eine Fraktion (italienisch frazione) der italienischen Gemeinde Bastia Umbra in der Provinz Perugia, Region Umbrien. Der Name bedeutet kleines Hospital.

Geografie

Der Ort liegt etwa 4 km westlich des Hauptortes Bastia Umbra und etwa 15 km südöstlich der Provinz- und Regionalhauptstadt Perugia. Der Ort liegt bei 199 m s.l.m.[2][3] und hatte 2001 1139 Einwohner.[2] 2011 waren es 1405 Einwohner[3]. Nächstgelegene Orte neben dem Hauptort Bastia Umbra sind die direkt angrenzenden Städte Assisi und Perugia. Ospedalicchio liegt zwischen den Flüssen Chiascio (etwa 3 km östlich) und Tiber (etwa 3 km westlich).

Geschichte

Der Ort entstand als Hospital und Pilgerherberge entlang der Straße nach Assisi und gehörte zunächst als Zweigstelle zum Lazarett von Collestrada, einem heutigen Ortsteil von Perugia, etwa 2 km westlich gelegen. Im Jahr 1379 begann die Signoria von Perugia ein Kastell im Ort zu bauen, welches heute nur noch in Teilen vorhanden ist. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte der Ort zum Kirchenstaat und war ab dem 17. Jahrhundert der Peruginer Familie Eugeni unterstellt.[1] Seit 1928 gehört Ospedalicchio als Ortsteil zu Bastia Umbra.[4][1]

Söhne und Töchter des Ortes

  • Vitalis von Assisi, ein italienischer Einsiedler, Benediktiner (heute lateinisch Ordo Sancti Benedicti, OSB) und Heiliger, wurde 1295 im Ospedalicchio geboren.[5] Hier erinnern noch Hinweistafeln an sein Geburtshaus.[4] Er starb am 31. Mai 1370 in Assisi (Ortsteil Viole, heute San Vitale). Die heutige Grabstätte liegt in der dortigen Kirche San Vitale.[5]
  • Gualtiero Sigismondi (* 1961), italienischer Geistlicher und römisch-katholischer Bischof von Orvieto-Todi.

Sehenswürdigkeiten

  • San Cristoforo, Kirche im Ortskern, die zum Erzbistum Perugia-Città della Pieve gehört.[4][6] Sie liegt mit der Fassade und dem Campanile an der Piazza Bruno Buozzi und gehört als einzige Kirche der Gemeinde Bastia Umbra nicht zum Bistum Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino. Die Kirche entstand nach dem Abriss der 1488 entstandenen Kirche San Leonardo,[7] die seit dem 26. Mai 1623 den Titel einer Pfarrei trug,[1] an gleicher Stelle und wurde 1901 geweiht.[7] Der 27 m hohe Campanile entstand 1955.[1] Im Innenraum finden sich Werke von Giulio Cesare Angeli (San Michele Arcangelo, um 1600)[7] und Francesco Appiani (Madonna con Bambino tra i Santi Silvestro e Carlo Borromeo, Leinwandgemälde aus dem 18. Jahrhundert).[1] Das Weihwasserbecken aus den Steinbrüchen des Monte Subasio stammt wahrscheinlich noch aus der alten Kirche und entstand im 18. Jahrhundert.[7]
  • Lapide ai Caduti an der Piazza Bruno Buozzi / Via Emilio Donati, Kriegerdenkmal von 1921 für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit zwei Zusatztafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.[8]

Verkehr

  • Der Bahnhof Ospedalicchio, etwa 400 m nordöstlich des Ortskerns gelegen, bediente die Linie Terontola-Foligno von 1939 bis 1994.[9] Heute ist der nächstgelegene Bahnhof der des Hauptortes Bastia Umbra.
  • Nächstgelegene Fernstraße ist die Strada statale 75 Centrale Umbra, hier hat der Ort die Anschlussstellen Ospedalicchio nord und Ospedalicchio sud.
Commons: Ospedalicchio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f I luoghi del silenzio: Castello di Ospedalicchio.
  2. a b Offizielle Website des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Perugia, abgerufen am 17. Oktober 2025 (italienisch)
  3. a b Italia in dettaglio
  4. a b c Comune di Bastia Umbra: Ospedalicchio
  5. a b I luoghi del silenzio: Chiesa di San Vitale – Viole di Assisi (PG).
  6. Erzbistum Perugia-Città della Pieve: Ospedalicchio San Cristoforo, abgerufen am 17. Oktober 2025 (italienisch)
  7. a b c d Comune di Bastia Umbra: Chiesa di San Cristoforo. Chiesa del Comune di Bastia Umbra
  8. Pietre della memoria: 2792 - Lapide ai Caduti di Ospedalicchio, abgerufen am 17. Oktober 2025 (italienisch)
  9. Antonio Mencarelli: La fermata per l’aeroporto? C’era già nel 1939 a Ospedalicchio. In: bastia.it vom 26. April 2024, abgerufen am 17. Oktober 2025 (italienisch)