Osmond Esmonde
Sir Osmond Thomas Grattan Esmonde, 12. Baronet (* 4. April 1896 in Gorey, County Wexford, Vereinigtes Königreich; † 22. Juli 1936) war ein irischer Politiker der Sinn Féin, der Cumann na nGaedheal und der Fine Gael. Von August 1923 bis Juni 1927 und von September 1927 bis zu seinem Tod im Juli 1936 war er Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem irischen Unterhaus.
Leben
Esmonde war der ältere Sohn von Sir Thomas Esmonde, 11. Baronet (1862–1935), aus dessen erster Ehe mit Alice Barbara Donovan. Nach seiner Schulzeit studierte er zwar am Balliol College der Universität Oxford und am University College Dublin. Er schloss jedoch kein Studium ab.[1] Nach dem Osteraufstand 1916 schloss er sich der Sinn Féin an. Er agierte als Diplomat. Nach einer kurzen Zeit in Großbritannien ging Esmonde zu Éamon de Valera in den USA und sollte ab 1920 die Staaten des britischen Commonwealth bereisen. Im Januar 1921 hielt er sich in Neuseeland auf. Von den Fidschi-Inseln wurde er verwiesen, sodass Esmonde nach Vancouver, Kanada, zurückkehrte. Er wurde dort zweimal angeklagt, erhielt aber keine Haftstrafe. Nach Abschluss des Anglo-Irischen Vertrages wurde er Gesandter in Paris. Dann ging er nach Spanien und kehrte 1923 nach Dublin zurück. Noch vor den Wahlen 1923, bei denen er im Wahlkreis Wexford antrat, verließ er Irland nach Genf in der Schweiz. Er wurde in den Dáil gewählt, konnte seinen Sitz jedoch wegen des Aufenthalts im Ausland zunächst nicht einnehmen. Er trat 1924 aus der Cumann na nGaedheal aus und in die National Party ein. Anders als die übrigen übergetretenen Mitglieder hielt er an seinem Sitz im Dáil fest. 1927 trat er wieder in die Cumann na nGaedheal ein. Bei den Wahlen im Juni 1927 trat er nicht an, konnte aber den Sitz bei den Wahlen im September 1927 wieder erringen und bei den Wahlen 1932 verteidigen und 1933 halten. Esmonde war Mitglied der Army Comrades Association (den sog. Blueshirts). Beim Zusammenschluss der Cumann na nGaelheal, der National Centre Party und der „Blueshirts“ trat auch er der neuen Fine Gael bei. Ab den Wahlen 1937 trat er nicht mehr an.[2] Esmonde soll gemeinsam mit Francis Stuart Mitglied der Irish Monarchist Society gewesen sein, die den Umsturz des irischen Freistaats zugunsten einer katholisch geprägten Monarchie plante.
Beim Tod seines Vaters erbte er 1935 dessen Adelstitel als Baronet, of Ballynastragh in the County of Wexford. Er war begeisterter Flieger und nutzte während des Wahlkampfes 1932 sein Flugzeug, um Flyer aus der Luft zu verteilen.
Osmond Esmonde blieb unverheiratet und kinderlos. Da sein jüngerer Bruder John Esmonde (1899–1916) kinderlos als Midshipman der Royal Navy in der Skagerrakschlacht gefallen war, fiel sein Adelstitel bei seinem Tod 1936 an seinen Onkel Laurence Esmonde (1863–1943).
Literatur
- Charles Mosley (Hrsg.): Burke’s Peerage, Baronetage & Knightage. Band 1, Burke's Peerage (Genealogical Books) Ltd, Wilmington (Delaware) 2003, S. 1345.
- Pauric J. Dempsey, Shaun Boylan: Esmonde, Sir Osmond Thomas Grattan. In: Dictionary of Irish Biography. Royal Irish Academy (Online-Ausgabe, Stand: Oktober 2009).
Weblinks
- Osmond Thomas Grattan Esmonde Eintrag auf der Seite des Oireachtas
- Sir Osmond Thomas Grattan Esmonde, 12th Bt. auf thepeerage.com
Einzelnachweise
- ↑ Nach anderen Angaben (Charles Mosley (Hrsg.): Burke’s Peerage, Baronetage & Knightage. Band 1, Burke's Peerage (Genealogical Books) Ltd, Wilmington (Delaware) 2003, S. 1345.) soll er einen Abschluss Master of Arts von der Universität Oxford haben.
- ↑ Electionsireland.org: Sir Osmond Esmonde
| Vorgänger | Titel | Nachfolger |
|---|---|---|
| Thomas Esmonde | Baronet, of Ballynastragh 1935–1936 | Laurence Esmonde |