Oskar Weise
Friedrich Oskar (auch Oscar) Weise (* 31. Januar 1851 in Schmölln; † 5. Mai 1933 in Eisenberg) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Sprachwissenschaftler und Heimatforscher.[1]
Leben und Wirken
Von 1864 bis 1870 besuchte Oskar Weise das Gymnasium in Altenburg. Anschließend studierte er von 1870 bis 1872 Klassische Philologie und Sanskrit an der Universität Jena und von 1872 bis 1873 an der Universität Göttingen. In Göttingen legte er 1873 das Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab und promovierte im gleichen Jahr bei Theodor Benfey auf dem Gebiet der Vergleichenden Sprachwissenschaft und Alten Geschichte. Von 1873 bis 1919 war er dann im Schuldienst tätig und zwar am Gymnasium in Eisenberg. 1888 wurde er zum Gymnasialprofessor ernannt. Zu seinen Unterrichtsfächern gehörten Deutsch, Latein und Griechisch. 1893 unternahm er eine Studienreise nach Italien; 1899 nahm er an einem archäologischen Lehrgang teil, ebenfalls an verschiedenen archäologischen Stätten in Italien. In den Ruhestand ging er 1919 mit dem Titel "Geheimer Studienrat".
Oskar Weise veröffentlichte zahlreiche Bücher zur deutschen und lateinischen Sprache und ihrer Stilbildung, die mehrmals neu aufgelegt wurden. Außerdem beschäftigte er sich mit Mundarten, vor allem der Gegend um Altenburg. In Eisenberg galt er auch als Heimathistoriker. Von 1899 bis 1924 hatte er den Vorsitz im „Geschichts- und Altertumsforschenden Vereins zu Eisenberg“. Geehrt wurde er durch die Verleihung des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Ritter 1. u. 2. Klasse). In Eisenberg wurde eine Straße nach ihm benannt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die griechischen Wörter im Latein. Hirzel, Leipzig 1882 (Reprint: Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1964).
- Charakteristik der lateinischen Sprache. Teubner, Leipzig 1891 (4. Aufl. 1909).
- Unsere Muttersprache, ihr Werden und Wesen. Teubner, Leipzig 1895 (9. Aufl. 1919).
- Der Orientalist Dr. Reinhold Rost, sein Leben und sein Streben. Teubner, Leipzig 1897.
- Schrift- und Buchwesen in alter und neuer Zeit (= Aus Natur und Geisteswelt, Bd. 4). Teubner, Leipzig 1899 (4. Aufl. 1919).
- Syntax der Altenburger Mundart (= Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten, Bd. 6). Breitkopf & Härtel, Leipzig 1900 (Neudruck: Sändig, Wiesbaden 1969).
- Die deutschen Volksstämme und Landschaften (= Aus Natur und Geisteswelt, Bd. 16). Teubner, Leipzig 1900 (5. Aufl. 1917).
- Deutsche Sprach- und Stillehre. Eine Anleitung zum richtigen Verständnis und Gebrauch unserer Muttersprache. Teubner, Leipzig 1901 (4. Aufl. 1917) (Volltext).
- Ästhetik der deutschen Sprache. Teubner, Leipzig 1903 (5. Aufl. 1923) (Volltext).
- Unsere Mundarten. Ihr Werden und Wesen. Teubner, Leipzig 1910 (Nachdruck der 2. Aufl. Sändig, Niederwalluf 1971).
- Praktische Anleitung zum Anfertigen deutscher Aufsätze. 9. Aufl. Teubner, Leipzig 1911.
- Musterstücke deutscher Prosa zur Stilbildung und Belehrung. 4. Aufl. Teubner, Leipzig 1912.
- Wie lernt man einen guten deutschen Stil schreiben? Brandstetter, Leipzig 1914.
- Deutsche Heimat und Stammesart im Unterricht an höheren Schulen (= Deutschunterricht und Deutschkunde, Bd. 3). Salle, Berlin 1919.
- Blicke in das Leben und das Wesen unserer deutschen Sprache. Frommann, Jena 1923.
- Die deutsche Sprache als Spiegel deutscher Kultur. Kulturgeschichtliche Erörterungen auf sprachlicher Grundlage. Frommann, Jena 1923.
- Wanderungen auf dem Gebiete der deutschen Sprachgeschichte und Wortbedeutung. Frommann, Jena 1925.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Weise, Friedrich Oscar (auch Oskar). In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 2001–2003, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).