Oskar Krancher

Paul Oskar Krancher (* 11. April 1857 in Schneeberg; † 18. August 1936 in Leipzig) war ein deutscher Realschullehrer und Naturwissenschaftler.

Leben

Oskar Krancher war der Sohn des Lehrers und Apidologen Ludwig Krancher und dessen Ehefrau Pauline geb. Polster. Er besuchte die Realschule in Crimmitschau und das Realgymnasium in Zwickau. 1876 immatrikulierte er sich an der Universität Leipzig für die Fächer Chemie und Naturwissenschaften. Er war ein Schüler von Rudolf Leuckart. 1881 veröffentlichte er seine Dissertation zum Thema Der Bau der Stigmen bei den Insekten.

Nach dem Abschluss seines Studiums schlug er die Lehrerlaufbahn ein. Von 1895 bis zu seinem Ruhestand 1922 war er Fachlehrer für Naturkunde und Biologie an der II. städtischen Realschule zu Leipzig-Reudnitz, an der er im Laufe seiner Amtszeit zum Professor und Oberstudiendirektor ernannt wurde.

Bekanntheit erlangte Krancher durch seine wissenschaftlichen Publikationen zur Bienenzucht und als Begründer des Periodikums Entomologisches Jahrbuch, das er von 1891 bis zu seinem Tode herausgab.

Die Universität Leipzig berief Krancher 1910 an ihr Landwirtschaftliches Institut als Leiter der Abteilung Bienenzucht. In dieser Funktion hielt er regelmäßig apidologische Vorlesungen, unter anderem über die Bedeutung die Bienen für Landwirtschaft und Gartenbau. Zudem bot er dort praktische Übungen zur Bienenzucht für Anfänger und Fortgeschrittene an.[1] 1935 beendete Krancher als Altersgründen seine Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig.[2]

Sein Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Ehrungen

Die Entomologischen Gesellschaft ernannte Oskar Krancher 1926 zu ihrem Ehrenmitglied.

Schriften

  • als Herausgeber: Entomologisches Jahrbuch: Kalender für alle Insekten-Sammler für das Jahr … Druck und Verlag von Frankenstein & Wagner, Leipzig 1892–1938 (digitalisierte Jahrgänge des Entomologischen Jahrbuches in der Zoologisch-Botanischen Datenbank (ZOBODAT) des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz).
  • mit Traugott Ludwig Krancher: Kleines Lexikon der Bienenzucht und Bienenkunde. Leipzig 1908.
  • Soll ich Bienenzucht treiben? Dresden 1917.
  • Leben und Zucht der Honigbiene. 2. Auflage. Magdeburg 1922.
  • Erlebtes und Erprobtes aus dem Gebiete der praktischen Entomologie. Stuttgart 1922.
  • mit Ernst Uhmann: Die Käfer, ihr Bau und ihre Lebensweise. Wiesbaden 1924.
  • Biene und Bienenzucht. Leipzig 1927.

Literatur

  • Karl A. Dorn: Oskar Krancher †. In: Entomologische Blätter. Zeitschrift für Biologie und Systematik der Käfer, Band 33, Jahrgang 35 (1937), S. 7–8 (Digitalisat der Zoologisch-Botanischen Datenbank).

Fußnoten

  1. Karl A. Dorn: Oskar Krancher †. In: Entomologische Blätter. Zeitschrift für Biologie und Systematik der Käfer, Band 33, Jahrgang 35 (1937), S. 7–8, hier S. 7.
  2. Karl A. Dorn: Oskar Krancher †. In: Entomologische Blätter. Zeitschrift für Biologie und Systematik der Käfer, Band 33, Jahrgang 35 (1937), S. 7–8, hier S. 8.