Oskar Blödner

Oskar Blödner (* 24. Mai 1853 in Gotha; † 25. September 1916 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und Unternehmer, der auch als Mäzen der Stadt Gotha wirkte.

Leben

Oskar Blödner wurde als Sohn des Seifensieders Louis Blödner geboren und verbrachte seine Schulzeit am Realgymnasium seiner Geburtsstadt. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Kaufmannslehre verbrachte Blödner einige Jahre in Bremerhaven, Düsseldorf und Offenbach am Main. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt im Jahr 1877 arbeitete er als Gehilfe in der Hanfschlauchweberei Gebr. Burbach & Co. Bereits 1878 gründeten er und sein 12 Jahre älterer, bei Burbach kennengelernter Kaufmannskollege Hermann Vierschrodt (1841–1904) das Unternehmen Blödner & Vierschrodt, das Gothaer Industriegeschichte schrieb. Anfangs befand sich die Produktion von Hanfschläuchen für Feuerwehren in bescheidenen Mietsräumen an der Schlichtenstraße, wo die Schläuche mit wenigen Webstühlen hergestellt wurden. Stetige Verbesserungen der Erzeugnisse durch die Entwicklung von Spezialmaschinen verschafften dem Unternehmen eine ständige Aufwärtsentwicklung. 1882 wurde die Innengummierung der Schläuche eingeführt, wodurch sie eine hohe Dichtheit erlangten. Eine bessere Druckfestigkeit bekamen die Schläuche durch Textileinlagen. Durch die Sortimentserweiterung auf Gummiartikel wurde aus der kleinen Schlauchweberei eine bedeutende Gummifabrik, die 1914 bereits über 750 Mitarbeiter zählte. Nach dem Tod von Vierschrodt im Jahr 1904 übernahm zunächst Blödner die Leitung des Unternehmens, musste sie jedoch schon im gleichen Jahr aus gesundheitlichen Gründen dem Sohn Vierschrodts, Herrmann Vierschrodt, übergeben. In diesem Jahr wurde nach Plänen von Richard Klepzig seine Villa an der Ecke Gotthardstraße / Friedrichstraße erbaut.

Soziales Engagement

Im Jahr 1903 gründete Blödner eine Arbeiterunterstützungskasse, 1909 eine für Angestellte. Blödner war großzügiger Spender für den Armenrat, das Rote Kreuz, die Feuerwehr, die Jugendpflege, das Blindenheim und 1910 das Pflegeheim Pestalozzistraße 4. Der unverheiratete und kinderlose Blödner schenkte der Stadt Gotha noch zu Lebzeiten größere Geldbeträge, die die Stadt zu wohltätigen Zwecken und zur Durchführung von Gemeinwohlaufgaben verwenden sollte. Für sein wohltätiges Wirken wurde ihm der Ehrentitel eines (herzoglich-sächsischen) Geheimen Kommerzienrats verliehen.

Ehrungen

An den Kaufmann, Unternehmer und „Wohltäter der Stadt“ erinnern eine Straße im Süden Gothas sowie das Pflegeheim „Oskar Blödner“ an der Pestalozzistraße.

Quellen

  • Website der Stadt Gotha
  • Blödner, Oskar. In: Helmut Roob, Günter Scheffler: Gothaer Persönlichkeiten. Taschenlexikon. RhinoVerlag, Arnstadt / Weimar 2000 (2. Auflage 2006), ISBN 3-932081-37-4, S. 20.