Osława-Dąbrowa

Osława-Dąbrowa
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Osława-Dąbrowa
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Studzienice
Geographische Lage: 54° 6′ N, 17° 37′ O
Einwohner:

Osława-Dąbrowa (deutsch Rudolfswalde, bis 25. April 1932 Oslawdamerow) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Studzienice im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa zwölf Kilometer südöstlich von Bytów, fünf Kilometer südsüdwestlich des Dorfs Półczno, sechs Kilometer ostsüdöstlich des Kirchdorfs Ugoszcz und sieben Kilometer nördlich des Kirchdorfs Sominy.

Östlich grenzt der Dorfkern an den Langen See; in südwestlicher Nachbarschaft des Dorfkerns befindet sich der Kranzne-See.

Geschichte

In einem Grenzbrief vom 9. Oktober 1313, den Markgraf Waldemar von Brandenburg dem Deutschen Orden aushändigte, nachdem er ihm durch Vertrag zu Słupsk vom 10. Juni 1310 einen Teil Pommerns verkauft hatte, wird das Dorf unter dem Namen wamyzlai dambrow erwähnt.[1] Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf unter dem Namen Wuſtlaffs Damerow verzeichnet. Um 1628, als Woitzlaff Damerou zum fürstlichen Domänenamt Butow gehörte, wurde seine Flächengröße mit zwölf Hufen beziffert.[2] 1662, vier Jahre nach der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658, wurde der Ort unter dem Namen Oslow-Damerow erwähnt.[3]

Laut Vasallen-Tabelle besaßen um 1756 Johan von Czarnowski, Johan und Paul von Czyrson-Studzienski, Christoph von Goncz-Dombrowski, Johan, Jacob und Andreas von Klopotek sowie Balthasar von Sikorski Anteile von Oslawdamerow.[4] Um 1782 bestand Oslaw-Damerow aus einem königlichen Anteil mit acht Feuerstellen (Haushaltungen), der zum Domänenamt Bütow gehörte, und aus einem Anteil mit fünf Vorwerken und zwölf Feuerstellen, den fünf adlige Familien in Besitz hatten. Die Besitzer der fünf Vorwerke waren Johann von Sikorski, Adam von Palubicki, Matthias von Klopotek und Paul von Czirſon-Stüdzienski.[5] In der Vasallen-Tabelle von 1804 werden die Geschwister Johann Michael und Agnes von Czürson als Mitbesitzer von Oslawdamerow A, der 79 Jahre alte Paul von Czürson als Besitzer von Oslawdamerow E, Andreas von Klopothek als Mitbesitzer von Oslawdamerow A, Paul von Klopothec-D. als Besitzer von Oslawdamerow B, der 48 Jahre alte Martin von Klopothec als Besitzer von Oslawdamerow C, der 51 Jahre alte Paul von Klopotheck als Besitzer von Oslawdamerow D und eine Frau von Pobloka geb.von Görlich als Mitbesitzerin von Oslawdamerow A angegeben.[6]

Nachdem im 19. Jahrhundert bis über den Zeitpunkt der Gemeinheitsteilung hinaus eine Reihe von Besitzerwechseln stattgefunden hatte,[7] verlor Adlig Oslawdamerow am 13. Dezember 1873 seine Eigenschaft als Gutsbezirk.[8]

Für den Bau der Eisenbahnstrecke Bütow – Berent wurde am Ende des 19. Jahrhunderts in Oslawdamerow ein Grundstück des Eigentümers Robert von Czyrson enteignet.[9] Am 1. Oktober 2001 wurde in Oslawdamerow an der Eisenbahnstrecke Bütow – Hohenstein (Westpr.) eine Bedarfshaltestelle für den Personenverkehr eröffnet.[10]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1166,0 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Oslawdamerow 59 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 36 Pferde, 154 Stück Rindvieh, 113 Schafe und 122 Stück Borstenvieh hielten.[11]

Am 25. April 1932 wurde die Gemeinde Oslawdamerow in Rudolfswalde umbenannt.[8]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Rudolfswalde eine Flächengröße von 11,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 34 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnplätzen:[12]

  1. Forsthaus Stüdnitz Ost
  2. Forstsekretärgehöft Rudolfswalde
  3. Rudolfswalde

Bis 1945 bildete Rudolfswalde eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Rudolfswalde war dem Amtsbezirk Kniprode zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Kniprode.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Ende der Kampfhandlungen wurde Rudolfswalde zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und ein Großteil der einheimischen Dorfbewohner wurde von der polnischen Administration aus Rudolfswalde vertrieben. Der Ortsname Rudolfswalde wurde zu „Osława-Dąbrowa“ polonisiert.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 Dorf, in zwei Anteilen: mit einem königlichen Anteil, bestehend aus einem Freischulzen-Hof, drei Freileuten einschließlich des Schmieds, einem Krüger, zwei Ketnern (Kesselflicker) und acht Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Bernsdorf, sowie einem adligen Anteil, bestehend aus fünf Vorwerken von der Größe eines Bauernhofs und zwölf Feuerstellen[5]
1818 72 Dorf, in zwei Anteilen, königlicher Anteil mit 42 Einwohnern und adeliger Anteil mit 30 Einwohnern, zum Kirchspiel Bernsdorf gehörig[13][14]
1846 200 Dorf, davon 101 in Königlich Oslawdamerow und 99 in Adelig Oslawdamerow[15]
1852 252 Dorf[16]
1855 263 am Jahresende, davon 125 in Königlich Oslawdamerow (zwölf Evangelische, 113 Katholiken) und 138 in Adlig Oslawdamerow (fünf Evangelische, 133 Katoliken)[17]
1864 296 am 3. Dezember, davon 146 im Gemeindebezirk Königlich Oslawdamerow und 150 im Gutsbezirk Adlig Oslawdamerow[18]
1867 328 am 3. Dezember, davon 148 in der Landgemeinde und 180 im Gutbezirk[19]
1871 346 am 1. Dezember, 145 in Landgemeinde (sechs Evangelische, 139 Katholiken) und 201 im Gutsbezirk (196 Evangelische, fünf Katholiken)[19]
1885 333 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 26 Evangelische und 307 Katholiken[20]
1895 347 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 15 Evangelische und 332 Katholiken[21]
1905 394 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 37 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 357 Katholiken (vier mit deutscher und 353 mit polnischer Muttersprache)[22]
1910 428 am 1. Dezember[23]
1925 361 Landgemeinde, in 52 Haushaltungen, davon 26 Evangelische und 335 Katholiken[12]
1933 266 [24]
1939 268 [24]

Kirche

Kirchspiel bis 1945

In Rudolfswalde waren die Einwohner mehrheitlich katholischer Konfession. Das katholische Kirchspiel war in Bernsdorf.

Das evangelische Kirchspiel war in Sommin.

Polnisches Kirchspiel seit 1945

Die seit 1945 und Vertreibung einheimischer Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur

  • Oslawdamerow, Dorf, Kreis Bütow, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Oslawdamerow (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1057, Nr. (22) (Google Books), und S. 1088, Nr. (10) (Google Books)
  • Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 108–109 (Google Books).
    • Anhang: Die Besitz- u. Eigenthumsverhältnisse der der Gemeinheitstheilung unterworfenen Ortschaften im Bütower Kreise zur Zeit der Gemeinheitstheilung. Dazu Beilage 1: Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften im Bütower Kreise, nebst Angabe Anzahl der Gebäude, der Seelenzahl, des Viehstandes, der Abgaben und des Flächeninhaltes Ende 1855, incl. 18 Ortschaften des südlichen Theiles Bütower Kreises, S. 8–11 (Google Books).
Commons: Osława-Dąbrowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 6–8, Nr. 10 (Google Books).
  2. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 259, Nr. 146 (Google Books).
  3. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 35 (Google Books).
  4. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 383, Nr. 34–36 (Google Books), S. 385, Nr. 60 (Google Books), S. 387, Nr. 89–91 (Google Books), und S. 395, Nr. 187 (Google Books).
  5. a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1057, Nr. (22) (Google Books), und S. 1088, Nr. (10) (Google Books) .
  6. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 487, Nr. 27–28 (Google Books), S. 490, Nr. 67–70 (Google Books), und S. 493, Nr. 112 (Google Books),
  7. Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 108–109 (Google Books).
  8. a b Amtsbezirk Kniprode (Territorial.de)
  9. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Köslin, Stück 8, Köslin, 23. Februar 1899, S. 43, Bekanntmachung 80 (Google Books).
  10. Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen, 41. Jahrgang, Nr. 77, Berlin, 2. Oktober 1901, S. 1184, dritte Spalte (Google Books).
  11. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 138–139, Ziffer 33 (Google Books).
  12. a b Die Gemeinde Rudolfswalde im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  13. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 323, Ziffer 786 (Google Books).
  14. Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 287, Ziffer 20 (Google Books), und S. 291, Ziffer 9 (Google Books).
  15. Bütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 33–34 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF)
  16. Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 445 (Google Books).
  17. Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 6–7 (Google Books).
  18. Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 38–39 (Google Books).
  19. a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 25 (Google Books), und S. 176–177, Ziffer 54 (Google Books).
  20. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 192–193, Ziffer 33 (Google Books).
  21. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 33 (Google Books).
  22. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 33 (pbc.gda.pl).
  23. Oslawdamerow, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Oslawdamerow (meyersgaz.org).
  24. a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.