Ortfried Kotzian
Ortfried Kotzian (* 19. April 1948 in Fellheim, Landkreis Unterallgäu) ist ein deutscher Pädagoge und Sozialwissenschaftler und ehemaliger deutscher Hochschullehrer an der Universität Augsburg. Von dessen Gründung 1988 bis 2002 hatte er die Leitung des Bukowina-Institut an der Universität Augsburg inne, danach wurde er Direktor des Hauses des deutschen Ostens in München.
Leben
Ortfried Kotzian wurde 1948 als Sohn des Webers Oskar Kotzian und dessen Ehefrau Gerlinde geboren.[1] Die Eltern stammten aus dem Riesengebirge und waren nach Vertreibung beziehungsweise Kriegsgefangenschaft 1946 und 1947 nach Illertissen gekommen.[1] Kotzian besuchte die Volksschule und die Oberrealschule des Kollegs der Schulbrüder und erwarb im Juli 1967 das Abitur. Nach dem Wehrdienst studierte er Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Augsburg der Universität München.[1]
Nach fünf Jahren Erfahrung als Lehrer kehrte Kotzian an die Universität Augsburg zurück und absolvierte ein Aufbaustudium, das er 1980 mit dem Magister abschloss.[1] In den folgenden Jahren widmete er sich dem Schulwesen der Deutschen in Rumänien im Spannungsfeld zwischen Volksgruppe und Staat und wurde 1983 an der Universität Augsburg promoviert. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Augsburg.[1]
Ab 1989 war Kotzian mit dem Aufbau des neu gegründeten Bukowina-Instituts in Augsburg beschäftigt und übernahm die Leitung. Im Jahr 2002 wurde er zum Direktor des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) in München berufen.[1]
Als Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung in München war er am Aufbau des Sudetendeutschen Museums München beteiligt.[2]
Auszeichnungen
- 2014: Großer Sudetendeutscher Kulturpreis[3]
- 2023: Bundesverdienstkreuz am Bande[2]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Sudetendeutschen: eine Volksgruppe im Herzen Europas. Bund d. Vertriebenen, Bonn 1989, ISBN 978-3-925103-16-2
- Die Aussiedler und ihre Kinder: eine Forschungsdokumentation über die Deutschen im Osten der Akademie für Lehrerfortbildung und des Bukowina-Instituts Augsburg. Akademie für Lehrerfortbildung, Augsburg 1991, ISBN 978-3-910077-00-3
- Die Umsiedler: Die Deutschen aus West-Wolhynien, Galizien, der Bukowina, Bessarabien, der Dobrudscha und in der Karpatenukraine. Langen Müller, München 2005, ISBN 978-3-7844-2860-4
- Wer sind die Russlanddeutschen? Leben, Schicksal und Kultur einer deutschen Volksgruppe im Osten Europs und in Mittelasien. Förderverein der Deutschen aus Russland in Augsburg e. V., Augsburg 2015, ISBN 978-3-00-050942-1
- Sudetendeutsches Museum . Hirmer, München 2022, ISBN 978-3-7774-4052-1
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Wolf-Dieter Hamperl: Ortfried Kotzian, Sudetendeutsche Zeitung, 6. Juni 2014, abgerufen am 11. Dezember 2025 (Digitalisat)
- ↑ a b Bundesverdienstkreuz am Bande für Dr. Ortfried Kotzian, Siebenbürgische Zeitung, 12. Juli 2023, abgerufen am 11. Dezember 2025
- ↑ Kulturpreise. In: sudeten.de. Abgerufen am 4. Januar 2026.