Orsolya Friedrich
Orsolya Teréz[1] Friedrich (* 1977 in Budapest) ist eine ungarische Philosophin, Ärztin und Hochschullehrerin.
Leben
Friedrich studierte von 1996 bis 2006[2] an der Universität Regensburg und der Technischen Universität München Medizin und Philosophie.[3] 2004 erhielt sie die Approbation als Ärztin.[2] Von 2004 bis 2008 hatte sie ein Promotionsstipendium der DFG am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften[4] der Universität Tübingen. 2008 folgte bei Dan Rujescu die Promotion in Medizin an der Universität München.[5] Im selben Jahr wurde sie bis 2010 ebenda Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie I bei Thomas Buchheim.[2] 2010 promovierte sie an der Universität München in Philosophie bei Wilhelm Vossenkuhl.[6] Von 2009 bis 2011 war Friedrich wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institutsbereich Ethik in den Neurowissenschaften des Forschungszentrums Jülich.[2] Ab Mai 2011 war sie am Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der Universität München erst als wissenschaftliche Mitarbeiterin[2], später als akademische Rätin tätig.[7] 2019 erfolgte ebenda die Habilitation im Fach Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin.[8] Seit Mai 2019 lehrt sie erst als Juniorprofessorin, seit 2022[9] als Professorin für Philosophie der Medizin und der Technik an der Fernuniversität in Hagen. Zum 15. Januar 2026 wird sie eine W3-Professur für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität zu Köln antreten.[1]
Zu Friedrichs Forschungsschwerpunkten gehören die Philosophie der Person, Philosophie der Neurowissenschaften, (Medizin-)Ethik und Metaethik[10] sowie Technikphilosophie.[11]
Schriften (Auswahl)
- Die Bedeutung des Dopamin-D2-Rezeptorgens für das Krankheitsbild Schizophrenie. 2008, OCLC 244034271.
- Persönlichkeit im Zeitalter der Neurowissenschaften. Eine kritische Analyse neurowissenschaftlicher Eingriffe in die Persönlichkeit. Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2307-9.
- zus. mit Diana Aurenque Hrsg.: Medizinphilosophie oder philosophische Medizin? Philosophisch-ethische Beiträge zu Herausforderungen technisierter Medizin (=Medizin und Philosophie, Bd. 11). Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7728-3033-4.
- zus. mit Michael Zichy als Hrsg.: Persönlichkeit. Neurowissenschaftliche und neurophilosophische Fragestellungen. Münster 2014, ISBN 978-3-89785-656-1.
- zus. mit Diana Aurenque, Galia Assadi und Sebastian Schleidgen als Hrsg.: Nietzsche, Foucault und die Medizin. Philosophische Impulse für die Medizinethik. Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-2875-3.
- Autonomie - Neurotechnologien. Philosophisch-ethische Untersuchungen eines komplexen Verhältnisses. 2019.
- zus. mit Claudia Bozzaro als Hrsg.: Philosophie der Medizin. Paderborn 2021, ISBN 978-3-95743-224-7.
- zus. mit Johanna Seifert und Sebastian Schleidgen als Hrsg.: Mensch-Maschine-Interaktion. Konzeptionelle, soziale und ethische Implikationen neuer Mensch-Technik-Verhältnisse. Paderborn 2023, ISBN 978-3-95743-260-5.
- zus. mit Sebastian Schleidgen und Andreas Wolkenstein als Hrsg.: Bedeutung und Implikationen epistemischer Ungerechtigkeit. Baden-Baden 2023, ISBN 978-3-8288-4660-9.
- zus. mit Jan-Hendrik Heinrichs und Birgit Beck als Hrsg.: Neuro-prosthEthics. Ethical implications of applied situated cognition. Berlin 2024, ISBN 978-3-662-68361-3.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Berufungen. Abgerufen am 13. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e CV Dr. Dr. Friedrich. Abgerufen am 15. August 2025.
- ↑ Dr. Orsolya Friedrich | Universität Tübingen. Abgerufen am 15. August 2025.
- ↑ Newsletter | Universität Tübingen. Abgerufen am 15. Oktober 2025 (Umbenennung vom „Interfakultäres Zentrum …“ in das „Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften“).
- ↑ Orsolya Friedrich: Die Bedeutung des Dopamin-D2-Rezeptorgens für das Krankheitsbild Schizophrenie. (dnb.de [abgerufen am 15. August 2025]).
- ↑ Orsolya Friedrich: Gehirn und Persönlichkeit: Implikationen neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für das Verständnis von Persönlichkeit. (dnb.de [abgerufen am 15. August 2025]).
- ↑ Ein Solist kommt selten allein. In: Evangelische Akademie Tutzing. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Orsolya Friedrich: Autonomie - Neurotechnologien: Philosophisch-ethische Untersuchungen eines komplexen Verhältnisses. München 2019 (dnb.de [abgerufen am 15. August 2025] Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität).
- ↑ Brücke zwischen Medizin und Philosophie - FernUniversität in Hagen. Abgerufen am 15. August 2025.
- ↑ Orsolya Friedrich | frommann-holzboog. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Orsolya Friedrich - FernUniversität in Hagen. Abgerufen am 9. Dezember 2025.