Orpheusbülbül

Orpheusbülbül

Orpheusbülbül (Hypsipetes amaurotis)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Bülbüls (Pycnonotidae)
Unterfamilie: Pycnonotinae
Gattung: Hypsipetes
Art: Orpheusbülbül
Wissenschaftlicher Name
Hypsipetes amaurotis
(Temminck, 1830)

Der Orpheusbülbül (Hypsipetes amaurotis, Syn.: Ixos amaurotis) ist ein ostasiatischer Singvogel. In Japan wird er Hiyodori genannt.[1] Es gibt bis zu 14 Unterarten.[2]

Merkmale

Der 26 bis 29 Zentimeter große (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) Orpheusbülbül wiegt zwischen 60 und 90,6 Gramm.[2] Sowohl Männchen als auch Weibchen sind oliv-braun mit grauer Schattierung und haben Federn mit weißen Spitzen an der Brust.[1][3] Das Gefieder ist generell heller bei Vögeln in nördlichen Regionen und dunkler bei Vögeln in südlicheren Regionen.[3] Das beste Identifizierungsmerkmal ist der braune Halbmond am Kopf; er zieht sich von hinter dem Auge halbmondförmig zur Wange. Im Englischen ist dieser auch Namensgebend: Brown-eared bulbul. Die Augen sind dunkelbraun, der schlanke gerade Schnabel schwarz.[1]

Stimme

Die Stimme des Orpheusbülbüls ist sehr laut und schrill. Man hört ihn ganzjährig und seine Lautäußerungen können als lautes „shreep“ oder „weesp“ beschrieben werden.[2][4]

Vorkommen und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Nordosten Chinas südlich über Taiwan bis in den Norden der Philippinen und Richtung Nord-Osten über Korea nach Japan. Sein nördlichstes Brutgebiet liegt auf der japanischen Insel Hokkaido.[2]

Während er primär ein Bewohner des Waldes ist (bis auf 2.100 Meter über Meereshöhe), nutzt er ländliche und städtische Umgebungen und ist ein häufiger Besucher von Parks und Gärten.[1][2]

Nahrung

Der Orpheusbülbül ernährt sich sowohl von Früchten, Samen, Nektar, Blütenblätter, Blättern und Sprossen als auch Reptilien, Insekten, Spinnen und Landschnecken. Vor allem im Sommer nimmt er mehr tierische Nahrung zu sich und verfüttert vor allem Insekten an die Jungtiere.[3]

Fortpflanzung

Die Brutsaison geht von Mai bis September und es finden oft mehrere Bruten pro Saison statt (2–3), wobei oft nicht alle erfolgreich sind.[3] Es werden 3 bis 5 Eier in ein stabiles becherförmiges Nest in einem Baum oder Strauch gelegt und 13 bis 14 Tage bebrütet. Nach 10 bis 11 Tagen sind die Jungtiere flügge. Die Familie bleibt noch länger zusammen im Revier.[2]

Commons: Orpheusbülbül – Album mit Bildern
Commons: Orpheusbülbül (Hypsipetes amaurotis) – Sammlung von Bildern und Videos
Wikispecies: Orpheusbülbül – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. a b c d Mark Brazil: Japan: The Natural History of an Asian Archipelago (= Wildlife Explorer Guides). 1. Auflage. Princeton University Press, Princeton 2022, ISBN 978-0-691-17506-5 (englisch).
  2. a b c d e f Lincoln Fishpool, Joseph A. Tobias: Brown-eared Bulbul (Hypsipetes amaurotis), version 1.1. In: Birds of the World. 2024, ISSN 2771-3105, doi:10.2173/bow.brebul1.01.1 (englisch, birdsoftheworld.org [abgerufen am 15. November 2025]).
  3. a b c d Yasuhiro Yamaguchi: Brown-eared Bulbul. In: Bird Research News. Band 2, Nr. 11, 15. November 2005, S. 4–5 (englisch, bird-research.jp [PDF]).
  4. Orpheusbülbül (Hypsipetes amaurotis). Abgerufen am 15. November 2025 (deutsch).