Olha Rudnjewa

Olha Oleksandriwna Rudnjewa (ukrainisch Ольга Олександрівна Руднєва; * 1977 in Donezk) ist eine ukrainische Unternehmerin und Philanthropin, Mitgründerin und CEO des Superhumans Center in Lwiw, eines Rehabilitationszentrums für durch den Russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verletzte Menschen.[1][2] Sie gilt als profilierte Akteurin der ukrainischen Zivilgesellschaft und wurde 2024 von der BBC in die Liste 100 Women der weltweit einflussreichsten und inspirierendsten Frauen aufgenommen.[3]

Leben

Rudnjewa wuchs in Donezk und auf der Krim auf, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Nationalen Wirtschaftsuniversität Kyjiw und absolvierte ein MBA-Programm am Florida Community College in den Vereinigten Staaten.[1][2] Nach einer eigenen Verlagsgründung und einer Tätigkeit im Gesundheitsministerium übernahm sie 2004 die Leitung der von Olena Pintschuk gegründeten Anti-Aids-Stiftung und befasste sich dort mit Programmen zur HIV-Prävention und Gesundheitsaufklärung.[1] Mit Beginn der russischen Großinvasion im Jahr 2022 schloss sie sich dem humanitären Logistikzentrum HelpUkraine Center im polnischen Lublin an, das sie als Koordinatorin zu einem der größten Umschlagpunkte für Hilfsgüter in die Ukraine mitaufbaute.[1][2] Im Sommer 2022 nahm sie das Angebot des Unternehmers Andrij Stawnizer an, Mitgründerin und CEO des geplanten Superhumans Center in Lwiw zu werden.[1][4]

Wirken

Mit Unterstützung der ukrainischen First Lady Olena Selenska und internationaler Förderer wurde ein staatliches Krankenhaus in Lwiw umgebaut und im April 2023 als Superhumans Center eröffnet.[2] Das Zentrum bietet hochspezialisierte Prothetik, Rehabilitation, psychologische Betreuung und weitere Behandlungen an und versorgt militärische wie zivile Patienten kostenfrei.[5][2] Rudnjewa beschreibt Superhumans als „Zentrum der Resilienz“, das Kriegsversehrten bei der Rückkehr ins gesellschaftliche Leben und der Veränderung der Bilder von Behinderung helfen soll; die Arbeit wird überwiegend über private Spenden und internationale Stiftungen finanziert, darunter große Beiträge des US-Philanthropen Howard G. Buffett, während auf direkte staatliche Mittel verzichtet wird.[4][5][1][2] Bis März 2025 hatte das Zentrum nach ihren Angaben bereits mehr als 1500 Patienten entlassen, während ukrainische Behörden die Zahl der Menschen mit amputierten Gliedmaßen infolge des Krieges auf Zehntausende schätzen, und Rudnjewa treibt zugleich die Erweiterung mit geplanten Zentren in Dnipro und Odessa sowie Ausbildungsprogrammen für Fachkräfte voran.[2][3][5]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Olga Rudneva. In: Forbes Ukraine. Abgerufen am 29. November 2025.
  2. a b c d e f g Rebuilding lives amid war: Inside Ukraine’s Superhumans Centre. In: National Security News. Abgerufen am 29. November 2025.
  3. a b BBC includes 2 Ukrainians in list of 2024 most influential women. In: The Kyiv Independent. Abgerufen am 29. November 2025.
  4. a b How people without limbs receive prosthetics and a new life. In: Superhumans Center. Abgerufen am 29. November 2025.
  5. a b c Olga Rudneva: The greatest fear of our superhumans. In: Sestry. Abgerufen am 29. November 2025.