Offshore-Windpark Windanker

Offshore-Windpark Windanker
Lage

Koordinaten 54° 54′ 0″ N, 14° 0′ 0″ O
Land Deutschland Deutschland
Gewässer Ostsee
Daten

Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 315 MW
Eigentümer 51 % Iberdrola
49 % Kansai Denryoku
Betreiber Windanker GmbH
Betriebsaufnahme 2026 (geplant)
Gründung Monopile
Turbine 21 × SG 14-236 DD
Stand April 2025
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Der Windpark Windanker ist ein geplanter Offshore-Windpark in der Ostsee, der aus 21 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von je 15 MW bestehen soll.[1]

Der Windpark wird federführend vom spanischen Energieversorger Iberdrola nordöstlich der Insel Rügen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone gebaut, wo Iberdrola bereits den Offshore-Windpark Wikinger betreibt, südwestlich davon baut Iberdrola den Offshore-Windpark Baltic Eagle. Die drei Parks zusammen werden von Iberdrola als „Baltic Hub“ bezeichnet.

Die Investitionskosten des Windparks Windanker betragen mehr als 800 Mio. Euro.[1] Er soll 2026 ans Netz gehen, der produzierte Strom ohne staatliche Förderung vermarktet werden.[2]

Planung und Bau

Für die Fläche mit der Bezeichnung O-1.3 fand eine wettbewerbliche Ausschreibung nach dem Windenergie-auf-See-Gesetz zum Gebotstermin 1. September 2021 statt. Mit einer Leistung von 300 MW ging der Zuschlag zunächst an die RWE Renewables Offshore Development One GmbH. Da es sich bei Windanker um ein bestehendes Projekt handelt, für das Iberdrola bereits Vorleistungen erbracht hatte, bestand ein gesetzliches Eintrittsrecht. Iberdrola übte dieses aus und die Windanker GmbH übernahm den Zuschlagswert von 0 Cent pro Kilowattstunde.[1] Windanker wird damit der erste Windpark in der Ostsee, der neben der Netzanbindung ohne weitere Förderung auskommt.[3]

Im Juni 2024 traf Iberdrola die endgültige Investitionsentscheidung.[4]

Im Dezember 2024 übernahm der japanische Energieversorger Kansai 49 % der Anteile am Projekt.[5]

Am 24. Januar 2025 erließ das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie den Planfeststellungsbeschluss auf Grundlage des WindSeeG für die Errichtung und den Betrieb der 21 Windkraftanlagen von Siemens Gamesa mit einer Leistung von je 14 Megawatt, die mit der Powerboost-Funktion auf bis zu 15 Megawatt gesteigert werden können.[6] Der Bau begann im Herbst 2025, der Start des kommerziellen Betriebs ist für 2026 geplant.[7] Die Installation der 21 Monopile-Fundamente erfolgte durch Van Oord mit dem Errichterschiff Svanen und wurde im Dezember 2025 abgeschlossen.[8]

Die Europäische Investitionsbank vergab einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro an Iberdrola, um den Offshore‑Windpark zu finanzieren.[9]

Netzanbindung

Der in den Windenergieanlagen erzeugte Strom wird über die interne Parkverkabelung zur Umspannplattform Jasmund im Windpark geleitet, wo der Strom auf 220-kV-Höchstspannung transformiert wird.[10] Das Ostwind 3 genannte Kabelsystem verläuft weitgehend parallel zu den Ostwind-1- und Ostwind-2-Systemen. Ostwind 3 besteht aus einem Drehstrom-Leitungssystem mit einem etwa 100 km langen Seekabel. Bei Lubmin wird das Kabelsystem angelandet und von dort zum Umspannwerk bei Brünzow-Stilow weitergeführt.[11] Für den Netzanschluss ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Offshore zuständig.

Betrieb und Vermarktung des erzeugten Stroms

Iberdrola nutzt ein Gelände im Fährhafen Sassnitz als Wartungs- und Servicepunkt.

Teile des Stroms aus dem Windpark werden über Power Purchase Agreements mit langjähriger Laufzeit an verschiedene Unternehmen geliefert, darunter Mercedes-Benz,[12] Schwenk Zement,[13] und der Onlineversandhändler Amazon[14], der zusammen mit dem Offshore-Windpark Baltic Eagle 1100 GWh abnehmen wird.

Einzelnachweise

  1. a b c Iberdrola entwickelt Offshore-Windpark Windanker in der Ostsee. In: solarserver.de. 5. November 2021, abgerufen am 21. März 2022.
  2. Windanker: Neuer Windpark in der Ostsee vor Rügen geplant. In: nordkurier.de. 5. November 2021, abgerufen am 21. März 2022.
  3. Georg Eble: Alle Alt-Entwickler treten in Windpark-Zuschläge ein. In: Energie & Management. 5. November 2021, abgerufen am 11. April 2022.
  4. Energie: Iberdrola baut Offshore-Windpark Windanker vor Rügen. In: zeit.de. 27. Juni 2024, abgerufen am 23. November 2025.
  5. Iberdrola behält Mehrheit: Japanische Kansai beteiligt sich an Offshore Windpark Windanker - Windstrom komplett verkauft. In: offshore-windindustrie.de. 13. Dezember 2024, abgerufen am 23. November 2025.
  6. BSH: Planfeststellungsbeschluss für den Offshore-Windpark „Windanker“ erlassen. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, 31. Januar 2025, abgerufen am 3. April 2025.
  7. Baustart für Windpark "Windanker" vor Rügen. In: ndr.de. 2. Oktober 2025, abgerufen am 23. November 2025.
  8. Bau des Offshore-Windparks "Windanker" vor Rügen schreitet voran. In: ndr.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  9. EIB und Iberdrola unterzeichnen einen grünen Kredit über 500 Millionen Euro für den Offshore-Windpark Windanker in der deutschen Ostsee. Europäische Investitionsbank, 3. November 2025, abgerufen am 3. November 2025.
  10. HSM Offshore Rolls Out Substation for Windanker Offshore Wind Farm. In: marinetechnologynews.com. 27. März 2025, abgerufen am 3. April 2025 (englisch).
  11. Ostwind 3. 50Hertz Transmission, abgerufen am 2. April 2022.
  12. Iberdrola und Mercedes Benz schließen PPA für deutschen Windstrom ab. In: w3.windmesse.de. Abgerufen am 23. November 2025.
  13. Schwenk Zement: Schwenk Zement signs offshore wind PPA with Iberdrola. In: cemnet.com. 24. Dezember 2024, abgerufen am 23. November 2025.
  14. Amazon signs renewable energy deal with world’s second largest offshore wind farm - About Amazon UK. In: aboutamazon.co.uk. Abgerufen am 23. November 2025.