Oberpfälzer Seenland

Das Oberpfälzer Seenland ist eine Region im Süden des Regierungsbezirks Oberpfalz im Bundesland Bayern. Es liegt im südlichen Teil des Landkreises Schwandorf. Teile des Seenlands gehören zum Oberpfälzischen Hügelland, insbesondere zur Bodenwöhrer Bucht.

Charakteristisch für das Gebiet sind künstlich entstandene Seen, die aus ehemaligen Tagebaugruben des Braunkohleabbaus hervorgegangen sind. Nach Ende des Tagebaus im Oberpfälzer Braunkohlerevier 1982 wurden im Zuge eines Konzeptes zur Neugestaltung der Flächen die ehemaligen Tagebaugruben mit Wasser gefüllt. Die gesamte Wasserfläche beträgt heute über 800 Hektar. Das Oberpfälzer Seenland gilt als Naherholungs- und Feriengebiet in Ostbayern.

Entstehung

Die Entstehung des Oberpfälzer Seenlands ist eng mit dem Braunkohleabbau verbunden, der hier vom frühen 20. Jahrhundert bis zum Jahr 1982 betrieben wurde. Nach der Stilllegung des Tagebaus begann eine Renaturierung. Die einstigen Gruben wurden geflutet, Landschaften rekultiviert und neue Lebensräume geschaffen. Aus dieser Transformation entwickelte sich ein Landschaftsbild mit zahlreichen Seen, die heute touristisch und ökologisch genutzt werden.

Meilensteine waren die Flutung des Steinberger Sees ab 1980 und die Gründung des Zweckverbands Oberpfälzer Seenland im Jahr 1997, der die touristische und ökologische Entwicklung bündelt. Zum Zweckverband Oberpfälzer Seenland gehören heute die Gemeinden Steinberg am See, Wackersdorf, Bodenwöhr, die Große Kreisstadt Schwandorf, die Städte Neunburg vorm Wald, Nittenau sowie die Märkte Schwarzenfeld und Bruck in der Oberpfalz.

Geografie

Das Oberpfälzer Seenland liegt im südlichen Teil des Oberpfälzer Waldes und grenzt im Westen an das Naabtal, im Osten an den Bayerischen Wald. Das Zentrum bilden mehrere große Seen, darunter der Steinberger See, der Murner See, der Hammersee, der Eixendorfer Stausee, der Klausensee, der Knappensee, der Ausee, der Forsterweiher, die Sandoase und der Brückelsee. Die Region liegt auf einer Höhenlage von etwa 350 bis 500 Metern und wird durch sanfte Hügel, Wälder und offene Landschaften geprägt. Zahlreiche kleinere Gewässer und Flüsse verbinden die Seenlandschaft miteinander und machen sie zur wasserreichsten Region Ostbayerns.

Seen

Einige der Seen wurden für den Badebetrieb und Wassersport erschlossen. Der größte See ist der Steinberger See mit einer Fläche von 1,86 km² und einer maximalen Tiefe von 50 Metern. Weitere für Freizeitaktivitäten erschlossene Seen sind der Murner See (0,9 km²), der Brückelsee (1,5 km²), der Eixendorfer Stausee (1,10 km²), der Klausensee bei Schwandorf, der Hammersee (0,64 km²) in Bodenwöhr sowie der Forster Weiher bei Schwarzenfeld. Daneben gibt es noch eine große Anzahl von Weihern und Seen, die touristisch nicht erschlossen sind.

Zum Karpfenland mittlere Oberpfalz gehören im Landkreis Schwandorf 2.408 Teiche (6,69 km²) und 307 Seen (10 km²).[1] Das Naturschutzgebiet Charlottenhofer Weihergebiet ist das „Herzstück“ des Karpfenlandes.[2]

Bildergalerie

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Lokale Entwicklungsstrategie Karpfenland Mittlere Oberpfalz (pdf)
  2. Karpfenland Mittlere Oberpfalz
Commons: Oberpfälzer Seenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 16′ 44,4″ N, 12° 9′ 46,8″ O