Obermurach
Obermurach Stadt Oberviechtach
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| Koordinaten: | 49° 27′ N, 12° 23′ O |
| Höhe: | 570 m |
| Einwohner: | 128 (31. Dez. 2019)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 92526 |
| Vorwahl: | 09671 |
Blick vom Burgturm auf Obermurach (2022)
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Obermurach ist ein Ortsteil der Stadt Oberviechtach im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.
Geographische Lage
Das Dorf Obermurach liegt auf dem Osthang des 580 m hohen Hauserner Berges etwa 3 km südwestlich von Oberviechtach. Der Hauserner Berg ist einer der Granitfelsen im Oberviechtacher Granitbecken. Er wird von der Burgruine Haus Murach gekrönt, die die Keimzelle des Ortes Obermurach war.[2]
Geschichte
Das Dorf entwickelte sich im späten Mittelalter am östlichen Berghang unterhalb der Burg Haus Murach.
Zur Unterscheidung der Ortschaften Ober- und Niedermurach wurde in früheren Urkunden das höher gelegene Obermurach als „Murach der Berg“ bzw. „Berg Murach“ bezeichnet, auch der umgangssprachlich heute noch gebräuchliche Name „Hauß“ oder „Haus-Murach“ war üblich, während mit „Murach“ das Dorf Niedermurach gemeint war.
In einem Gedächtnisbrief zur Teilnahme an der Hussitenschlacht bei Hiltersried 1433 werden mit Ulrich Schmidt von Obern-Murach und Ulrich Pindl vom Hauß erstmals zwei Bewohner Obermurachs genannt.[3] Das Zinsbuch des Amtes Murach aus dem Jahr 1494 nennt zwölf Anwesen in Obermurach, die steuerfrei waren, jedoch verpflichtet waren, Wachdienste auf der Burg zu leisten. Besondere Erwähnung finden darin zwei Burghuten, deren Besitzer verpflichtet waren, für ihren Herrn ein Pferd zu halten. Die Burghut des Stegners umfasste vier Morgen Feld und vier Tagwerk Wiesen, die des Turdauers fünf Morgen Feld und fünf Tagwerk Wiesen. Im Sal- und Zinsbuch des Amtes Murach des Jahres 1606 wird die Taferne des Hanns Meindl in Obermurach genannt. 1622 bestand das Dorf aus 23 Anwesen.[4] Das Lagerbuch über die Untertanen im Pflegamt Murach von 1774 listet in Obermurach 22 Anwesen auf, darunter 1 Wirt und Bierbrauer, 2 Schneider, 3 Weber, 1 Schmied, 1 Amtsbote, 1 Zimmermannswitwe und 1 Kram- und Tabakhändler[5].
Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Obermurach als Teil der Pfarrei Oberviechtach mit 29 Häusern und 148 Einwohnern aufgeführt.[6] Am 31. Dezember 1990 hatte Obermurach 129 Einwohner und gehörte zur Pfarrei Oberviechtach.[7] Die Bevölkerungsentwicklung anhand der Ergebnisse der Volkszählung:
| Jahr | 1875[8] | 1888[9] | 1904[10] | 1925[11] | 1950[12] | 1961[13] | 1970[14] | 1991[15] |
| Personenzahl | 211 | 190 | 166 | 138 | 158 | 128 | 130 | 124 |
| Wohngebäude | 61* | 34 | 31 | 26 | 26 | 26 | ** | 35 |
* nur Gebäude angegeben ** Anzahl der Wohngebäude ist nicht angegeben
Gemeinde Obermurach
Die politische Gemeinde Obermurach formierte sich nach 1818, bestehend aus den Dörfern Obermurach (39 Familien) und Niesaß (5 Familien) sowie den Einöden Steinmühle und Knaumühle (jeweils 1 Familie). Zum 12. Januar 1946 wurde die Gemeinde Obermurach auf Druck der amerikanischen Militärregierung vorübergehend aufgelöst und nach Oberviechtach eingemeindet, jedoch wurde nach Widerspruch der Bürger am 20. Februar 1948 die Selbständigkeit wieder erlangt. Am 1. Januar 1972 schlossen sich Obermurach, Niesaß sowie die beiden genannten Mühlen endgültig der Stadtgemeinde Oberviechtach an.
Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde anhand der Ergebnisse der Volkszählung:[13][16][17]
| Jahr | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 |
| Personenzahl | 307 | 335 | 321 | 307 | 299 | 286 | 256 | 293 | 263 | 240 | 245 |
| 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | |
| 227 | 225 | 225 | 195 | 198 | 202 | 179 | 203 | 208 | 203 | 175 |
Weblinks
- Obermurach - Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Obermurach mit Informationen zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten
- Obermurach in der Ortsdatenbank von bavarikon.
- Historischer Atlas Bayern Reihe I Heft 61 Oberviechtach
Einzelnachweise
- ↑ Einwohner laut Stadt-Homepage, abgerufen am 27. Dezember 2025
- ↑ Teresa Guggenmoos: Die Natur. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 16.
- ↑ Hans Wagner, Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Band 75, 1925
- ↑ Emma Mages, HAB Reihe I Heft 61: Oberviechtach, S.49ff, 1996
- ↑ StAAm Pflegamt Murach 221
- ↑ Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 381
- ↑ Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 551
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ a b Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ Digitale Bibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum. Abgerufen am 10. Januar 2026.