Oberleiten (Samerberg)
Oberleiten Gemeinde Samerberg
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|---|---|
| Koordinaten: | 47° 47′ N, 12° 12′ O |
| Höhe: | 800 m ü. NHN |
| Einwohner: | 12 (25. Mai 1987)[1] |
| Postleitzahl: | 83122 |
| Vorwahl: | 08032 |
Blick auf Oberleiten von der Friedhofsmauer der Filialkirche St. Peter in Steinkirchen
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Oberleiten ist ein Gemeindeteil von Samerberg im Landkreis Rosenheim, Regierungsbezirk Oberbayern.
Geographische Lage
Die Gemeindeteile von Samerberg liegen östlich des Inns räumlich verstreut auf einem etwa sieben Kilometer langen hügeligen Hochplateau in ca. 600 bis 750 m Höhe ü. NHN zwischen Nußdorf im Inntal im Südwesten und Frasdorf an der Autobahn A 8 München–Salzburg im Nordosten. Der Weiler Oberleiten liegt auf 800 m ü. NHN in der Gemarkung Steinkirchen und befindet sich am westlichen Rand des Gemeindegebiets von Samerberg, etwa vier Kilometer östlich von Neubeuern und drei Kilometer südöstlich von Rohrdorf.
Geschichte
Der Weiler Oberleiten ist ein landwirtschaftlich geprägter kleiner Ort in exponierter Höhenlage. Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es hier zwei Bauernhöfe, die noch heute existieren. Bekannt ist der Riplhof, auf dem biologischer Anbau von Agrarprodukten betrieben und Ferien auf dem Bauernhof angeboten wird. In Oberleiten gibt es fünf Wohngebäude (2025).[2]
Im Jahr 1969 wurde in Steinkirchen, Roßholzen, Grainbach und Törwang eine Volksbefragung durchgeführt, um darüber zu entscheiden, ob die vier bis dahin eigenständigen Gemeinden zu einer einzigen Gemeinde mit Verwaltungssitz in Törwang vereinigt werden sollten. Es entschieden sich 88 % der Wähler für dieses Vorhaben, und am 1. Januar 1970 wurde die neue Gemeinde Samerberg durch die Zusammenlegung von Roßholzen, Grainbach, Steinkirchen und Törwang gebildet.[3] Seither ist Oberleiten wie alle übrigen Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Steinkirchen Gemeindeteil von Samerberg.
Demographie
| Jahr | Einwohnerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1817 | 12 | in zwei Wohngebäuden[4] |
| 1824 | 10 | zwei Familien, zwei Wohngebäude[5], gezählt im Verwaltungsjahr 1823/24 des Isarkreises[6] |
| 1861 | 9 | in vier Gebäuden[7] |
| 1871 | 11 | am 1. Dezember 1871, drei Gebäude[8] |
| 1925 | 18 | [1] |
| 1950 | 16 | [1] |
| 1970 | 9 | [1] |
| 1987 | 12 | [1] |
Verkehr
Der Weiler Oberleiten bei Steinkirchen liegt etwas abseits einer Landstraße, die von Achenmühle im Norden über Törwang und Roßholzen südlich ins Inntal führt. Die beiden Ortschaften können von Törwang und Rohrdorf aus über Seitenstraßen erreicht werden.
Sehenswürdigkeiten
- Kirche von Steinkirchen in unmittelbarer Nachbarschaft: ein spätgotischer Bau mit Satteldach, beherbergt spätmittelalterliche sakrale Kunst.[9][10]
- Aufgrund der exponierten Höhenlage des Weilers Oberleiten, der noch höher als Steinkirchen liegt, können von hier aus bei geeigneten Sichtverhältnissen weite Teile der Inntalniederung mit den Siedlungsgebieten von Bad Aibling, Rosenheim und Wasserburg am Inn überblickt werden. Von Oberleiten aus kann über einen Fußweg in einer halben Stunde die Aussichtskapelle am Obereck in Törwang erreicht werden.
Literatur
- Sebastian Dachauer: Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung (Fortsetzung). In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischer Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 4, München 1843, 9. Abschnitt: Beiträge zur Chronik des Pfarrbezirkes Rordorf, S. 244–270, insbesondere S. 254–260 (online).
Weblinks
- Oberleiten in der Ortsdatenbank von bavarikon
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Oberleiten in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Parzellarkarte in BayernAtlas
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 561.
- ↑ Martin von Deutinger: Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach der Ordnung der Decanate, München 1820, S. 490 (online), gezählt 1817 im Dekanat Söllhuben
- ↑ Adolph von Schaden: Alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher im Isarkreise gelegenen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Einöden usw. (Als Anhang zu dem topographisch=statistischen Handbuche für den Isarkreis des Königreichs Baiern, Digitalisat), München 1825, S. 343 (online)
- ↑ Adolph von Schaden: Topographisch=Statistisches Handbuch für den Isarkreis des Königreichs Baiern, gedruckt und verlegt auf Kosten der Königl. Regierung des Isarkreises, München 1825 (online).
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von J. Heyberger, Chr. Schmitt und von Wachter. München 1867, Sp. 240 (online).
- ↑ Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 253, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ Joachim Sighart: Die mittelalterliche Kunst in der Erzdiöcese München-Freising - dargestellt in ihren Denkmälern, Freising 1855, S. 176 (online)
- ↑ Hildegard Osterhammer und Franz Osterhammer: Flurdenkmäler auf dem Samerberg, herausgegeben von der Gemeinde Samerberg und der Pfarrei Törwang, 2. Auflage, Samerberg 2018, S. 5 75–77.