Oberhausen (Wallhalben)
Oberhausen Ortsgemeinde Wallhalben
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| Koordinaten: | 49° 19′ N, 7° 31′ O | |
| Eingemeindung: | 1. April 1968 | |
| Postleitzahl: | 66917 | |
| Vorwahl: | 06375 | |
Lage von Oberhausen in Rheinland-Pfalz
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Oberhausen ist ein Ortsteil der Ortsgemeinde Wallhalben im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz.
Lage
Oberhausen befindet sich im Westen des Gemeindegebiets auf der Sickinger Höhe und ist baulich mit dem Kernort zusammengewachsen; lediglich die Wallhalb stellt eine räumliche Trennung dar. Mitten durch das Siedlungsgebiet fließt im West-Ost-Richtung der Hermersbach, der ein orographisch rechter Nebenfluss der Wallhalb ist.
Geschichte
Bis 1792 gehörte der Ort zu Pfalz-Zweibrücken. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Oberhausen in den Kanton Zweibrücken eingegliedert. 1815 hatte der Ort 248 Einwohner. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Zweibrücken, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Ab 1938 war der Ort Bestandteil des Landkreises Zweibrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oberhausen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort am 1. April 1968 mit der zuvor im Landkreis Pirmasens befindlichen Nachbargemeinde Wallhalben zur neuen Ortsgemeinde Wallhalben-Oberhausen zusammengelegt. Vier Jahre später wurde die Gemeinde in Wallhalben umbenannt. im selben Jahr wechselte sie bedingt durch die Auflösung des Landkreises Zweibrücken in den Landkreis Pirmasens, der seit 1997 „Landkreis Südwestpfalz“ heißt.
Jüdische Gemeinde Oberhausen
In Oberhausen zog die erste jüdische Familie nach 1800 zu. 1808 lebten hier fünf Juden; 1809/10 werden die beiden Familien des Jean Katz und des Simon Stiefel genannt; 1825 waren es 44 jüdische Einwohner (17,7 % der Gesamteinwohnerschaft); 1848 gab es zwei jüdische Familien mit insgesamt elf Angehörigen. Die Höchstzahl wurde 1875 mit 42 Personen erreicht, danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück. Nur vorübergehend hatte die jüdische Gemeinde Oberhausen einen eigenen Lehrer.
Mitte des 1880er-Jahre war die Gemeinde in Oberhausen eine enge Beziehung mit der benachbarten, zunächst wesentlich größeren jüdischen Gemeinde in Herschberg eingegangen. 1885 und 1891 suchten die beiden Gemeinden gemeinsam einen Religionslehrer, der auch das Amt des Vorbeters und Schächters übernehmen konnte. Die Gemeinden teilten sich die Bezahlung, der Lehrer wohnte in Oberhausen.[1]
In den 1890er-Jahren - möglicherweise nach Einweihung der neuen Synagoge in Herschberg 1892 - gingen die Gemeinden in Oberhausen und Wallhalben – unabhängig von Herschberg – eine gemeinsame Beziehung ein und bildeten von nun an die "Israelitische Kultusgemeinde Oberhausen-Wallhalben".
Spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts bestand in Oberhausen für die beiden Gemeinden in Oberhausen und Wallhalben eine Synagoge, sie lag Am Felseneck im Winkel Zweibrücker/Landstuhler Straße. Ältester Nachweis ist ein Plan des Bezirksgerichtes Zweibrücken vom September 1859. Das stattliche Gebäude stammt aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und wurde vermutlich im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts von der jüdischen Gemeinde erworben. Ein unmittelbar daneben gelegener Brunnen wurde für die Versorgung der Mikwe mit fließendem Wasser genutzt. Dort wurden im Erdgeschoss ein Schulsaal, im Obergeschoss eine Lehrerwohnung und der Betsaal eingerichtet. 1882 wurde der Brunnen hinter dem Synagogengebäude als offizieller Gemeindebrunnen ausgebaut; die jüdische Gemeinde behielt jedoch das Recht, Wasser für die Mikwe abzuleiten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Synagogengebäude von SA-Leuten geschändet und die Inneneinrichtung völlig zerstört. Das Gebäude selbst blieb bestehen, wurde aber 1941 abgebrochen. Nach dem Abtransport der letzten jüdischen Einwohner hatte der Oberfinanzpräsident Westmark in Saarbrücken die Genehmigung zum Abriss des Gebäudes gegeben.[2]
Insgesamt wurden von den Nationalsozialisten elf Juden aus Oberhausen ermordet.
Kultur
Vor Ort stehen insgesamt elf Objekte unter Denkmalschutz, darunter das Ludwig-Katz-Haus. Sie befinden sich alle in der Landstuhler Straße und in der Zweibrücker Straße.