Philippinen-Röhrennasenflughund

Philippinen-Röhrennasenflughund
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Pteropodoidea
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Röhrennasenflughunde (Nyctimeninae)
Gattung: Nyctimene
Art: Philippinen-Röhrennasenflughund
Wissenschaftlicher Name
Nyctimene rabori
Heaney & Peterson, 1984

Der Philippinen-Röhrennasenflughund (Nyctimene rabori) ist ein auf verschiedenen Inseln der Philippinen und vermutlich auf kleinen Inseln Indonesiens verbreitetes Fledertier in der Unterfamilie der Röhrennasenflughunde. Das Typusexemplar stammt von der Insel Negros.[1] Die Art ist eng mit dem Pallas-Röhrennasenflughund (Nyctimene cephalotes) verwandt. Eine taxonomische Studie, welche die Trennung zwischen diesen beiden Arten bestätigt, wird in einer Abhandlung von 2019 gewünscht.[2]

Merkmale

Die Art hat mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 113 bis 124 mm, einer Schwanzlänge von 19 bis 30 mm und einem Gewicht von 60 bis 74 g die typische Größe für einen Vertreter der Gattung Nyctimene. Es kommen 73 bis 81 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 16 bis 21 mm Länge und 18 bis 21 mm lange Ohren vor. Kennzeichnend sind ein breites Gesicht mit rohrförmigen Nasenöffnungen, die nach außen gerichtet sind, und große Augen mit bernsteinfarbener Regenbogenhaut. Der Kopf trägt goldbraunes Fell und am Nacken sind graubraune Haare vorhanden. Das wollige Fell der Oberseite reicht von hellbraun bei Weibchen bis dunkelbraun bei Männchen. Deswegen ist der schwarzbraune und 3 bis 4 mm breite Aalstrich von der Mitte des Nackens bis zum Hinterteil bei Weibchen deutlicher erkennbar. Die Flughäute sind bei Männchen ebenfalls dunkler und variieren zwischen gelbbraun und mittelbraun. Auf den Flügeln, Beinen und manchmal auf den Ohren sind helle Punkte oder Flecken vorhanden. Unterseits sind Weibchen hellbraun und Männchen schokoladenbraun. Die für viele Flughunde typische Putzkralle am zweiten Finger ist vorhanden. Der Philippinen-Röhrennasenflughund hat eine schmale Schwanzflughaut, aus der der gebogene Schwanz herausragt. Die Art besitzt einen robusten Schädel mit gut entwickeltem Scheitelkamm. Nur Jungtiere besitzen einen einzelnen Schneidezahn pro Seite im Unterkiefer. Die Molaren haben eine etwa runde Form, wenn sie von oben betrachtet werden.[2]

Verbreitung und Lebensweise

Gesicherte Vorkommen gibt es auf den Inseln Negros, Cebu und Sibuyan im zentralen Bereich der Philippinen. Funde auf Panay sowie auf Karakelong innerhalb der Talaudinseln und auf verschiedenen Sangihe-Inseln könnten zu dieser Art zählen. Der Flughund hält sich im Flachland und in Gebirgen bis 1300 Meter Höhe auf. Er bewohnt tropische Wälder und kann sich an geringere Veränderungen anpassen. Das Tier wurde häufig in der Nähe von Wasserstellen registriert.[3]

Der Philippinen-Röhrennasenflughund ist nachtaktiv und frisst Feigen sowie vermutlich andere Früchte. Welche Verstecke genutzt werden ud ob sich dort Kolonien bilden, ist nicht bekannt. Laut wenigen Studien kommen Jungtiere im Mai und Juni vor. Nur auf Cebu wurde ein Jungtier im März gefunden.[2]

Gefährdung

Die größte Bedrohung stellen Waldrodungen in tieferen Lagen dar. Laut Berichten von Einheimischen findet keine Jagd zur Fleischgewinnung statt. Im Verbreitungsgebiet liegen ein Naturreservat, zwei Naturparke und verschiedene Vogelschutzgebiete. Trotzdem sind die Populationen auf wenige Inseln begrenzt, so dass sich kleine Veränderungen stark auswirken können. Die IUCN listet die Art als stark gefährdet (endangered).[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Nyctimene rabori).
  2. a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 246–247 (englisch, Nyctimene rabori).
  3. a b Nyctimene rabori in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: Ong, P., Rosell-Ambal, R.G.B., Tabaranza, B., Heaney, L., Ingle, N.R., Carino, A., Paguntalan, L., Pedregosa, M., Alcala, E. & Helgen, K., 2019. Abgerufen am 26. November 2025.