Nuup Kangerlua (Fjord)
| Nuup Kangerlua | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Labradorsee | |
| Landmasse | Grönland | |
| Geographische Lage | 64° 14′ N, 51° 42′ W | |
| Länge | ca. 168 km | |
Der Nuup Kangerlua („Nuuks Fjord“, dänisch Godthåbsfjorden) ist ein grönländischer Fjord im Distrikt Nuuk in der Kommuneqarfik Sermersooq.
Geografie
Der Nuup Kangerlua ist ein komplexes Fjordsystem mit mehreren Seitenarmen, die an anderer Stelle wieder in denselben münden. Der längste Arm ist der Kangersuneq, der etwa 100 km östlich von Nuuk aus den beiden Gletschern Kangiata Nunaata Sermia (von Süden) und Akullersuup Sermia (von Osten) entspringt und dann nach Nordwesten fließt. Nach etwa 12 km fließt von Osten ein vom Gletscher Qamanaarsuup Sermia kommender Fluss zu. Nach etwa 30 km befinden sich am Westufer ein etwa zwei Kilometer breiter Streifen Flachland, auf dessen gegenüberliegender Seite Kapisillit liegt. Nach etwa 50 km mündet von Osten der Narsap Sermia, woraufhin der Fjord von Norden nach Westen abbiegt. In der Abbiegung mündet nach 55 km von Nordosten der Ujarassuit Kangerluat in den Kangersuneq. An seinem nördlichsten Punkt nach etwa 70 km fließt von Norden ein aus der Bucht Ilulialik entstehender Fjord zu. Anschließend bewegt sich der Fjord nach Südwesten, wobei nach 80 km von Südosten der Kangiusaq zufließt. Nach rund 95 km mündet der Kangersuneq von Norden kommend in eine Fjordkreuzung und setzt sich gen Süden in den Qoornup Sullua fort. Ein weiterer Arm kommt von Osten und führt nach Kapisillit. Der Hauptarm des Nuup Kangerlua geht nach Westen ab, wo nach 105 km der Qussuk von Norden zufließt, woraufhin der Fjord nach Südsüdwesten abknickt. Nach etwa 150 km verbindet er sich wieder mit seinen Seitenarmen, passiert anschließend das am östlichen Ufer gelegene Nuuk und mündet einige Kilometer danach in den Schärengarten von Nuuk. Zwischen den Seitenarmen liegen die großen Inseln Qoornup Qeqertarsua, Sermitsiaq und Qeqertarsuaq, die zu den größten Inseln Westgrönlands gehören.[1] Mit einer Länge von knapp 170 km ist der Fjordkomplex der längste Westgrönlands sowie der viertgrößte Grönlands, knapp vor dem weniger verzweigten Kangerlussuaq.[2]
Geologie
Das Gebiet um den Fjordkomplex beinhaltet mit dem Isua-Gneis die ältesten Gesteinsschichten der Welt. Drei verschiedene tektonische Blöcke, Akia-, Tasiusarsuaq- und Akulleq-Block, stellen drei Kontinentfragmente aus der Frühzeit der Erdgeschichte dar.[2]
Geschichte
Archäologische Spuren beweisen, dass der Fjord seit Jahrtausenden bewohnt war.[3][4] Im Nuup Kangerlua und im südlichen gelegenen Ameralik lag im Mittelalter die Vestribyggð, die nördliche der Siedlungen der Grænlendingar.[5][2] Nach dem Aussterben der Grænlendingar wurde das Fjordsystem 1585 von John Davis und 1612 von James Hall besucht. 1721 ließ sich Hans Egede in Illuerunnerit an der Mündung des Fjords nieder und begann hier die dänische Kolonisation Grönlands, bevor er 1728 ins gegenüberliegende Nuuk umsiedelte.[2] Neben den heute noch bewohnten Orten Nuuk und Kapisillit befanden sich in der Kolonialzeit zahlreiche heute verlassene Siedlungen im Nuup Kangerlua.
Literatur
- Signe Høgslund, Peter Bondo Christensen: Nuup Kangerlua – Udforskning af en arktisk fjord. Turbine, 2020, ISBN 978-87-406-6340-2.
Einzelnachweise
- ↑ Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
- ↑ a b c d Minik Rosing, Rasmus Ole Rasmussen: Godthåbsfjorden. Danmarks Nationalleksikon.
- ↑ Nunniffiit (Karte der archäologischen Fundstellen in Grönland). Grönländisches Nationalmuseum und -archiv.
- ↑ Christen Leif Vebæk: Godthåbs kommune – Eskimoruiner. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 465 f.
- ↑ Christen Leif Vebæk: Godthåbs kommune – Nordboruiner. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 466 f.