Nowa Kościelnica
| Nowa Kościelnica | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Nowodworski | |
| Geographische Lage: | 54° 15′ N, 18° 58′ O | |
| Einwohner: | ||
Nowa Kościelnica (deutsch Neumünsterberg,) ist ein Dorf der Landgemeinde Ostaszewo im Powiat Nowodworski der Woiwodschaft Pommern in Polen.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im Żuławy Malborskie, am Weichsel-Haff-Kanal, etwa 22 Kilometer südöstlich der Innenstadt Danzigs, 13 Kilometer nordnordwestlich der Stadt Nowy Staw (Neuteich) und vier Kilometer nordnordöstlich des Dorfs Ostaszewo (Schöneberg).
Geschichte
Das heutige Nowa Kościelnica war eine von einer ganzen Reihe von Ortschaften, die vom Deutschen Orden nach seiner Ankunft im Danziger Raum (1311) im 14. Jahrhundert im Weichsel-Delta gegründet worden waren, und erhielt seine Handfeste im Jahr 1352.[1] Um 1818 gab es in Neumünsterberg eine Kornmahl-Windmühle, eine Wasserabmahl-Windmühle (mit Windkraft betriebenes Wasserschöpfwerk zur Entwässerung von Feuchtgebieten), zwei Schänken (Kneipen), eine Schmiede und 27 Handwerksbetriebe.[2]
Am 25. Juli 1878 wurde in Neumünsterberg ein Fernsprechamt eröffnet.[3] Um 1890 gab es in Neumünsterberg unter anderem eine Käsefabrik, die J. Luethi gehörte, die Gemischtwarenhandlung von Otto Reinke und drei Landgüter (ohne Rittergutsqualität), die Gottlieb Schroedter, Isaac Wiebe bzw. Rudolf Wilhelm in Besitz hatten.[4]
Um 1910 hatte Neumünsterberg einen Landeplatz am Weichsel-Haff-Kanal und eine Käsefabrik.[5] Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1107,3 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Neumünsterberg 59 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 256 Pferde, 627 Stück Rindvieh, vier Schafe, 871 Stück Borstenvieh und 111 Ziegen hielten. Die Imker des Dorfs betrieben 148 Bienenstöcke.[6]
Auf der 11,1 km² großen Gemarkung des Dorfs Neumünsterberg gab es im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts fünf verschiedene Wohnplätze:[7]
- Mierauerwalde
- Mittelfeld
- Neumünsterberg
- Niederfeld
- Oberfeld
Im Jahr 1919 gehörte Neumünsterberg zum Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.
- Vorlaubenhäuser im Dorf
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Haus 51 (2010)
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Eingang Haus 51 (2011)
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Schnitzerei an Laube Haus 51 (2010)
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Haus 64 (2011)
Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte gemäß des Versailler Vertrags Neumünsterberg am 22. Januar 1920 vom deutschen Kreis Marienburg in den Landkreis Großes Werder der Freien Stadt Danzig.[8] Nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 wurde der Ort von Deutschland besetzt.[9]
Im Jahr 1945 bildete Neumünsterberg eine Landgemeinde im Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs. Gegen Endes des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region der Ort wurde als Nowa Kościelnica Teil Polens.
Von 1975 bis 1998 gehörte die Nowa Kościelnica zur Woiwodschaft Elbing.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1783 | – | königliches Dorf, mit 61 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Amt Bahrenhoff gehörig[10] |
| 1818 | 560 | kölmisches Dorf mit 65 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Amt Tiegenhoff gehörig, davon 400 Lutheraner, 54 Katholiken und 106 Mennoniten[2][11] |
| 1852 | 680 | Dorf[12] |
| 1864 | 763 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk[13] |
| 1867 | 724 | am 3. Dezember, Landgemeinde[14] |
| 1871 | 735 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 513 Evangelische, 100 Katholiken und 122 sonstige Christen[14] |
| 1885 | 732 | am 1. Dezember, Landgemeinde, darunter 501 Evangelische, 143 Katholiken und 88 sonstige Christen[15] |
| 1905 | 618 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 441 Evangelische (440 deutscher Muttersprache, niemand mit polnischer Muttersprache, eine Person mit einer anderen Sprache), 78 Katholiken (mit deutscher Muttersprache) und 99 andere Christen (mit deutscher Muttersprache)[7] |
| 1910 | 599 | am 1. Dezember, Landgemeinde, 597 mit deutscher Muttersprache (448 Evangelische, 69 Katholiken und 80 sonstige Christen), eine Person mit polnischer Muttersprache (katholisch) und eine Person mit einer anderen Muttersprache.[16] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
Die evangelischen Dorfbewohner gehörten zum Kirchspiel des Nachbardorfs Baarenhof.[17][18][19]
Das katholische Kirchspiel war in Baarenhof.
Kirchspiel seit 1945
Die hier seit 1945 anwesende polnische Bevölkerung gehört mit wenigen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Siehe auch
Literatur
- Neumünsterberg, Dorf, am Weichsel-Haff-Kanal, Kreis Marienburg i. Westpr., Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Neumünsterberg (meyersgaz.org)
Weblinks
Fußnoten
- ↑ Alfred Jentzsch: Die geologische Erforschung des nordddeutschen Flachlandes, insbesondere Ost-und Westpreussens in den Jahren 1878−1880, in: Schriften der Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg, 21. Jahrgang (1880), Königsberg 1881, S. 131–208, insbesondere S. 157 (Google Books).
- ↑ a b Danziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 38–39, Ziffer 88 (Google Books).
- ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 30, Dienstag, 27. Juli 1878, S. 132 (Google Books).
- ↑ C. Leuchs: Adressbuch aller Länder der Erde, der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc., Band 11a: Westpreussen, 8. Ausgabe für 1891–1894, Nürnberg 1891, S. 121 (Google Books).
- ↑ Neumünsterberg, Dorf, am Weichsel-Haff-Kanal, Kreis Marienburg i. Westpr., Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Neumünsterberg (meyersgaz.org)
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat. Heft 2: Provinz Westpreußen. Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig. 3. Kreis Marienburg in Westpreußen. S. 8–9, Ziffer 65 (Google Books).
- ↑ a b Königliches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen, Heft II: Provinz Westpreußen, Berlin 1908, S. 80–81, Ziffer 67 (Google Books).
- ↑ Amtsbezirk Baarenhof
- ↑ Amtsbezirk Neumünsterberg (Territorial.de)
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 148 (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 242, Ziffer 3384 (Google Books).
- ↑ Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats, enthaltend die sämmtlichen Städte, Flecken, Dörfer … mit Angabe des Gerichts erster Instanz … Unter Benutzung der Akten des Königlichen Justiz-Ministeriums. Deckersche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1856, S. 442 (Google Books).
- ↑ Preußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Danzig 1867, 6. Kreis Marienburg, S. 10–17, Ziffer 83 (Google Books).
- ↑ a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 346–347, Ziffer 75 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen, Berlin 1887, S. 12–13, Ziffer 78 (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft II: Regierungsbezirk Danzig. 9. Kreis Marienburg i. Westpr., S. 34–35, Ziffer 66 (Google Books).
- ↑ Pfarr-Almanach der Provinz Westpreußen (Bureau des Königlichen Konsistoriums der Provinz Westpreußen, Hrsg.), Danzig 1897, S. 32, § 1 (Google Books).
- ↑ Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 427–428 (Google Books).
- ↑ Das evangelische Deutschland, Schulze & Co., Leipzig 1898, S. 364 (Google Books).